Nikolaustag

Die Windecker Pfadfinder wollen Kinderaugen zum Glänzen bringen

Schon seit knapp 20 Jahren schlüpfen die Mitglieder der Georgspfadfinder vom Stamm Wartbaum regelmäßig in Nikolaus- und Engelchen-Kostüme, um den Kindern im Raum Nidderau am 5. und 6. Dezember ihre Geschenke zu bringen. Dahinter steckt viel Engagement, Leidenschaft und eine gute Organisation.

Auch in diesem Jahr holen die Mitglieder der Georgspfadfinder vom Stamm Wartbaum wieder am 5. und 6. Dezember ihre Nikolaus- und Engelchen-Kostüme aus dem Schrank. Erwartet werden sie dann von aufgeregten Kindern in ganz Nidderau. Seit knapp 20 Jahren besteht diese Tradition nun schon.

Die gesamte Organisation der Besuche übernehmen die engagierten Mitglieder selbst. „Bei uns bekommt man ein Rundum-Sorglos-Paket“, erklärt Steffen Presse aus dem Vorstandsteam. „Wir machen einen Termin aus, bringen die Kostüme mit und fahren dann zu jedem Privathaus auf unserer Liste. Man sollte nur zeitlich etwas flexibel sein“, erklärt er das Vorgehen.

Die Aktion erfolgt auf Spendenbasis, mit dem Erlös werden Unkosten gedeckt, der Rest kommt direkt dem Stamm Wartbaum zugute. „Wir besorgen zum Beispiel Zeltmaterial oder investieren für Anschaffungen, die nötig sind“, sagt Presse.

Zum wiederholten Male ziehen sich an diesen Tagen die Stammes-Mitglieder Stefan Thießen und Jan Rode die Nikolausmütze auf, Solveig Gresselmeyer und Anne Weitzel schlüpfen in die Engelchen-Kostüme. „Wir finden immer wieder Nachwuchs für solche Aktionen“, betont Presse. Die vier Geschenkebringer sind alle im Stamm groß geworden und bringen sogar ein gewisses schauspielerisches Talent mit. Auf die Idee, als Pfadi-Nikolaus den Nidderauer Kindern eine Freude zu machen, kam der Stamm selbst. Durch Anfragen von Bürgern wurden sie auf den Bedarf aufmerksam.

Seitdem ist der Pfadi-Nikolaus jedes Jahr ausgebucht und kommt sehr gut bei den Kindern und Erwachsenen an, weiß Presse. „Wir werden jeden Mal von großen Kinderaugen empfangen, die sind dann zwar erstmal wie erstarrt, aber später fragen sie, ob der Nikolaus denn auch im nächsten Jahr wiederkommt“, erzählt er.

Der Stamm der Georgspfadfinder in Windecken ist mit seinen 141 Mitgliedern der größte Stamm der Diözese Fulda. Auf dem 400 Quadratmeter großen Pfadfinder-Grundstück mit der 2015 neu gebauten „Pfadi-Hütte“ findet einmal in der Woche eine Gruppenstunde statt. Aber auch außerhalb dieser geplanten Treffen, stehen allen Mitgliedern die Räume des Stammes offen.

Der Verein stellt den Pfadfindern damit auch einen oft gebrauchten Rückzugsort zur Verfügung. Oft gibt es Video-Abende in der Hütte oder Lagerfeuer, über denen Stockbrot gegrillt wird. „Hier kann man sich austauschen und nach einem stressigen Tag runterkommen“, berichtet Presse.

Der Stamm verstehe sich als eine Gemeinschaft, in der sich jedes Kind und jeder Jugendliche frei entfalten und mit seiner Art und seinen persönlichen Fähigkeiten einbringen kann. Dabei werde nicht nach Herkunft, Religion oder familiären und schulischen Voraussetzungen unterschieden: Jeder ist willkommen. Ab sieben Jahren kann man als „Wölfling“ beim Stamm einsteigen und mit dem Stamm weiter als „Jungpfadfinder“, „Pfadfinder“ und schließlich „Rover“ wachsen.

Der Stamm vermittele, wie man im Einklang mit der Natur leben könne. Viele Aktivitäten finden draußen statt: Ob im Wald bei einer Nachtwanderung oder auf einem Zeltplatz mit 160 Leuten, überall warten Herausforderungen auf die Mitglieder. „Wenn dann mal die Smartphones wegkommen, merkt man sehr schnell, dass die Jugendlichen einen ganz anderen Blick entwickeln“, erzählt Presse.

Die 32 Personen starke Leiterrunde, deren Mitglieder allesamt im Stamm aufgewachsen sind, planen und organisieren das Programm. Sie sind fast alle zwischen 18 und 25 Jahre alt – und somit die jüngste Leiterrunde, die es bisher im Stamm gab. „Die machen einen großartigen Job“, findet Presse. Mit allen Vorbereitungen, Nachbereitungen, dem Planen der Truppstunden und vielem mehr verbringen sie ungefähr 15 Stunden mit ehrenamtlicher Arbeit – und das jede Woche.

Steffen Presse, der selbst seit vielen Jahren Mitglied des Stamms ist, erklärt, dass man bei den Pfadfindern Freunde fürs Leben findet: „Es ist kein typischer Verein, sondern eine Art Bewegung. Hier weht ein besonderer Geist“, sagt er. Hier könne man die Hürden und Krisen des Lebens mit seinen Kameraden bewältigen und viel fürs Leben lernen.

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