Hof Buchwald

Zweites Hühnermobil geht an den Start

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Das zweite Hühnermobil des Nidderauer Hofs Buchwald ist an den Start gegangen. Auf dem Öko-Bauernhof haben damit nun 500 Legehennen ganzjährig freien Auslauf. Mit Hilfe der Hühnermobile wechseln die Federtiere regelmäßig ihren Standort – so ist immer frisches Futter für sie garantiert. Neben dem Gras bekommen die Tiere Futter aus Getreide, Erbsen und Ackerbohnen, das vor Ort angebaut wird. Am Eierhaus können Kunden zudem frische Ware kaufen.

Neue Geräusche sind seit einiger Zeit auf dem Hof Buchwald zu hören. Das Muhen der Kühe und das Grunzen der Schweine erhält jetzt Unterstützung: Fünf Hähne wohnen nun ebenfalls auf dem Hof, die neben den gackernden Hühnern ihr Krähen kundtun. Die autoritären Leittiere treiben die Hennen mit Einbruch der Dämmerung in das Hühnermobil.

Für die Haltung von Weidehühnern haben sich Hof-Chefin Silke Vogel und Holger Weiß entschieden, weil die Nachfrage nach Öko-Eiern sehr groß ist. Weiß ist Gründer des Familienunternehmens „Heldenberger Apfelbiene“ und beliefert etwa 30 Supermärkte mit bio-zertifizierten Produkten. Öko-Eier fehlten in seinem Angebot noch, weswegen Weiß in Nidderau auf die Suche ging.

In Silke Vogel fand er schließlich eine engagierte Landwirtin, mit der er das Projekt umsetzten konnte. Sie gründeten deshalb eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die Windecker Weidehühner (WWH). „Pfarrer Hans Karl Heinrich unterstützt uns tatkräftig“, erzählt Silke Vogel. Für dieses Projekt werden sie zudem von der Europäischen Union gefördert.

Ihre Hühnerrasse „Lohmann braun“ zeichnet sich durch eine sehr ergiebige Legeleistung aus. „Die Hennen legen etwa 2200 Eier pro Woche. Die Tendenz ist steigend“, erzählt Weiß. Nach rund 15 Monaten lässt die Legeleistung der Hühner nach, sie werden dann durch jüngere ersetzt. Die geschlachteten Suppenhühner sind natürlich ebenfalls auf dem Hof Buchwald erhältlich. Wer möchte, kann sechs bis zwölf Bio-Landeier pro Woche für den Zeitraum von bis zu einem Jahr abonnieren.

Jedem Huhn stehen auf dem Hof Buchwald nun etwa vier Quadratmeter Fläche im Auslauf zur Verfügung. „Das ist ein Vielfaches mehr als die vorgeschriebene Auslauffläche in einem Biobetrieb“, erklärt Silke Vogel. Im Hühnermobil haben die Vögel einen Schlafplatz, Wasser und Futter sowie Nester zum Eierlegen.

„Beide Mobile sind computergesteuert, mit Dämmerungsautomatik. Das Licht wird der Legeleistung angepasst“, erklärt Philipp Stelz, der auf dem Hof arbeitet und sich um die Hühnermobile kümmert. Außerdem gibt es für die Hühner Schutzunterstände, um etwa Angriffen von gefährlichen Greifvögeln vorzubeugen.

Laut Vogel kommt das zweite, sechs Meter lange und drei Meter breite Hühnermobil, das den Namen „Oberbayern“ trägt, aus der Nähe des Tegernsees. Der zum Modell gehörige Wintergarten wird noch geliefert. Im Gegensatz zum ersten Hühnermobil verfügt das zweite über einen separaten Scharrraum. „Dadurch haben die Hühnern auch während Ausnahmesituationen wie der Geflügelgrippe genügend Raum zur Verfügung“, sagt Vogel. Wegen seiner speziellen hydraulischen Ausstattung kann das Mobil über Feldwege im Radius von zwei Kilometer gefahren werden. Für den Biohof ist das eine ideale Voraussetzung, da die Hühner das rund um den Hof angebaute zweijährige Luzernengras als Futter abweiden können.

Durch das Weiterziehen des Mobils und der Veränderung der Weidefläche wird laut Vogel auch der Krankheitsdruck für die Tiere geringer. Für die Sauberkeit in den Hühnermobilen ist zudem Ahmed Al Shamari zuständig. Er holt auch die Eier aus dem Mobil und bringt sie zu den beiden Abpackstellen. Dort werden sie gewogen, gestempelt und für die Eier-Abonnenten abgepackt.

„Mittlerweile haben wir

150 Abonnenten

und sieben Auslieferstellen in Schöneck und Nidderau“, sagt Vogel zufrieden. Sie kann sich sogar vorstellen, in naher Zukunft einen Förderantrag für zwei weitere Hühnermobile zu stellen. Vogel versucht, ihren Öko-Betrieb in jeder Beziehung nachhaltig zu bewirtschaften. Die Betriebsfläche umfasst insgesamt 110 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche, davon 100 Hektar Ackerland und zehn Hektar Grünland.

Mit verschiedenen Projekten macht Hof Buchwald transparent, wie moderner Ökolandbau funktioniert: Dazu zählen neben dem Eier-Abonnement auch die Direktvermarktung, die Gemüseparzellen der Saisongärten oder der Lernort Bauernhof für Kindergärten und Schulen.

Aktuelle Termine

Mehr Informationen und aktuelle Termine gibt es auf der Homepage unter .

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