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Am Bürgerhaus gibt es gratis Strom fürs Fahrrad

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Einen Schritt weiter in Richtung Zukunft geht die Gemeinde Niederdorfelden. Denn seit einiger Zeit existiert am Bürgerhaus eine Ladestation für Elektrofahrräder in der Gemeinde. Bürgermeister Klaus Büttner (SPD) hofft, dass dies Ausflügler und auch Touristen in die Gemeinde lockt.

Niederdorfeldens Bürgermeister Klaus Büttner (SPD) war klar, dass zu einem öffentlichen Fahrradständer in der heutigen Zeit eine Ladestation für Elektrofahrräder gehört. „Für mich war das selbstverständlich. Es dient nicht nur unseren Mitbürgern, sondern auch den Touristen, die mit ihren Fahrrädern von der Hohen Straße aus so einen Grund haben, in unseren Ort zu kommen und eine Rast einzulegen“, erklärt Büttner.

Die Idee mit der Ladestation kam ihm, als im Frühjahr dieses Jahres die Fahrradständer am Niederdorfelder Bahnhof modernisiert und von 17 auf 30 Einheiten erweitert werden sollten. Zunächst wollte er die Elektro-Zapfsäule im Zuge der Umbaumaßnahmen direkt neben den neuen Fahrradständern anbringen lassen. Doch die wären ungeschützt gewesen.

Tourismus fördern

Deshalb rieten ihm die Kreiswerke davon ab. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass abseits gelegene Zapfsäulen zweckentfremdet oder mutwillig zerstört werden“, sagt der E-Zapfsäulen-Spezialist bei den Kreiswerken, Jürgen Reimer. Da Büttner mehr Tourismus in seiner Gemeinde fördern möchte, suchte er einen Standort für die geplante E-Zapfsäule, der möglichst in der Nähe einer Gaststätte lag.

Am Bürgerhaus wurde er fündig. „Hier können sich die Touristen in Ruhe stärken und gleichzeitig den Akku ihres Fahrrads aufladen. Damit die für Ortsfremde leichter zu finden ist, wird in den kommenden Tagen ein Hinweisschild ans Bürgerhaus montiert.

Als Büttner mit seinen Plänen bei den Kreiswerken vorstellig wurde, war man sich schnell handelseinig. „Guten Kunden stellen wir unseren Fahrradständer mit Stromanschluss meist gratis zur Verfügung“, sagt Reimer. Lediglich den Strom müssen die Kunden selber tragen. Ganz so gratis ist es aber doch nicht, wie der Bürgermeister verrät: „Die gucken schon, ob es sich um einen guten Kunden handelt.“ Nach Auskunft der Kreiswerke kann ein derartiger Fahrradständer mit Elektro-Zapfsäule aber von jedem – die Rede ist dabei vor allem von Gewerbetreibenden – käuflich erworben werden. Der Preis sei Verhandlungssache.

31 Ladestationen für Elektrofahrräder haben die Kreiswerke im ganzen Main-Kinzig-Kreis aufgestellt. Und zwar an gut frequentierten Plätzen wie Rathäusern oder Geschäftszentren sowie in der Nähe touristisch attraktiver Punkten wie Gaststätten oder Freizeiteinrichtungen. Anders als bei den E-Autos ist für die Fahrradefahrer das Aufladen meistens kostenlos. Den Strom tragen entweder die Geschäftsleute, die die Zapfsäule geordert haben oder die Gemeinden.

Anschlusskabel nötig

In Niederdorfelden befindet sich eine Einheit, bei der fünf Fahrrad-Akkus gleichzeitig aufgeladen werden können. Die Nutzer müssen nur das Anschlusskabel mitbringen, das ihren Fahrrad-Akku mit der Steckdose verbindet.

Die Idee des Bürgermeisters mit der Unterstützung des Tourismus in seinem Ort kommt nicht von ungefähr, mittlerweile stehen im Main-Kinzig-Kreis und im Spessart 650 Kilometer an Fahrradwegen zur Verfügung. Und zwar entweder zur alltäglich Nutzung oder fürs Freizeitvergnügen. Gut ausgeschilderte Routen verbinden darüber hinaus die Naturparke des Vogelbergs, des Spessarts und der Rhön.

Im Zusammenhang mit der Elektromobilität hat Büttner weitere Ideen. So plant er für das Neubaugebiet „Im Bachgange“ in der Nähe zur L 3008 eine Elektroladestation für Autos. „Die Ladestation wird direkt neben den Geschäften sein, so dass die Leute in Ruhe einkaufen gehen können“, verrät Büttner, der damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt. Einmal zugunsten der Umwelt und zum anderen sorgt er so für mehr Umsatz in den Geschäften. Die Kreiswerke haben bereits Interesse bekundet. „In diesem Fall käme die neueste Errungenschaft zu Anwendung, bei dem mit der Telefon-App bezahlt werden kann“, sagt Reimer.

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