Baugebiet im Bachgange

Hamster treiben Grundstückpreise im geplanten Neubaugebiet in die Höhe

Wird das Feldhamster-Vorkommen im geplanten Niederdorfelder Neubaugebiet Im Bachgange möglicherweise Auswirkungen auf die Höhe der Grundstückspreise haben? Nach Ansicht der Fachleute ist damit zu rechnen.

Derzeit steht noch nicht einmal fest, wie groß das Feldhamster-Vorkommen auf dem rund elf Hektar großen Gelände des Baugebiets Im Bachgange tatsächlich ist. Trotzdem müssen bei der Planung schon jetzt die möglichen Eingriffe in die Natur berücksichtigt werden – vor allem bei der Aufstellung des Bebauungsplanes. Denn auf dem Areal an der L 3008 sollen bald die ersten Erschließungsarbeiten beginnen.

„Hier geht es nicht darum, ,irgendetwas’ für die Natur zu tun. Ziel ist es vielmehr, die unvermeidbar gestörten Funktionen des Naturhaushalts gleichartig und gleichwertig wiederherzustellen. Wenn in einem Haushalt eine Waschmaschine streikt, kann deren Aufgabe schließlich auch kein Toaster übernehmen“, erklärt Jochen Karl vom Fachbüro für Umweltplanung in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses und des Planungs- und Umweltausschusses.

Ein vollständiger Ausgleich sei nur selten möglich. Deshalb sind für die nicht ausgleichbaren Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft gleichwertige Ersatzmaßnahmen durchzuführen.

Nach Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde sind dafür im vorliegenden Fall spezielle Wühlflächen auf Acker-Randstreifen und die Stilllegung eines Teils des Niederdorfelder Waldbestandes vorgesehen. Das bedeutet, dass die Ackerflächen – Karl spricht hier von fünf bis sechs Meter breiten Streifen am Rand gemeindeeigener oder gepachteter landwirtschaftlich genutzten Grundstücke – genauso wie das festgelegte Waldstück für eine bestimmte Zeit nicht mehr bearbeitet werden dürfen.

Der naturschutzrechtliche Vertrag, der anders als der Bebauungsplan während seiner Geltungsdauer von 30 Jahren nicht mehr abgeändert werden kann, lässt der Kommune aber den Spielraum, die Flächen gegen andere Randstreifen auszutauschen. Weil die Gemeinde nicht so viel Grund und Boden als Kompensationsfläche zur Verfügung stellen kann, muss sie Randstreifen von Landwirten anmieten. Niederdorfeldens Bürgermeister Klaus Büttner (SPD) spricht von jeweils fünf Jahren Laufzeit.

Da der Gemeinde so 30 Jahre lang voraussichtlich 15 000 Euro Kosten pro Jahr entstehen, wird sich dies auf den Grundstückskaufpreis auswirken – vorausgesetzt die Feldhamsterpopulation bleibt der Niederdorfelder Gemarkung so lange erhalten,

Dem Regionalverband liegt laut Büttner die naturschutzrechtliche Vereinbarung mittlerweile vor. Mit der Zustimmung zu der Vereinbarung sowie dem Bebauungsplan für das Neubaugebiet insgesamt rechnet Büttner im Juni. Erst danach können die Umlegung und die Abschlüsse der Kaufverträge mit den Grundstückseigentümern erfolgen.

Einstimmig erfolgt anschließend die Zustimmung zu dem Bebauungsplan, der um die naturschutzrechtliche Vereinbarung erweiterte wurde. Nach der Genehmigung durch das Regierungspräsidium soll er noch im Sommer dieses Jahres in Kraft treten.

Die Politiker beschlossen an diesem Abend auch einstimmig, den Erlöses der „Krabbelsack-Aktion“ des Weihnachtsmarktes 2017 an die Kitas Pusteblume und „100-Morgenwald“ zu spenden. Immerhin 525 Euro sind dabei zusammengekommen. Auch die Erhöhung der außerplanmäßigen Ausgaben in Höhe von weiteren 150 000 Euro für Pumpensteuerung der Abwasseranlage winkten die Ausschussmitglieder durch.

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