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Noch immer voller Tatendrang: Erich Spamer will’s noch mal wissen

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Die Landstagswahl findet im Herbst 2023 statt. Sollte Erich Spamer den Wahlkreis direkt ziehen, würde er künftig die hessischen Freien Wähler in Wiesbaden vertreten. © pv

Seitdem bekannt ist, dass Erich Spamer im kommenden Jahr bei der Landtagswahl für die Freien Wähler antritt, herrscht reichlich Diskussionsstoff auf der regionalen politischen Bühne.

Anfang der Woche kam Erich Spamer vom mehrwöchigen Nordseeurlaub zurück, seitdem läuft sich der Mann, der 2023 bei der Landtagswahl für die Freien Wähler antritt, nicht mehr am Strand warm, sondern dort, wo er Aufholbedarf wittert: »In den Main-Kinzig-Kommunen Wächtersbach, Gründau und Ronneburg müssen sich halt alle Bewerber noch einen Namen machen.«

Dies hat deswegen in der Tat Gültigkeit, weil diese Städte und Gemeinden bei einer Neuausrichtung der Wahlkreise an die Wetterau angedockt wurden. Jetzt müssen auch die CDU-Staatsministerin Lucia Puttrich sowie SPD-Mandatsträgerin Lisa Gnadl, zwei altgediente und gestandene Größen aus dem Wahlkreis 26, dort ihre Visitenkarten abgeben, bevor im Herbst 2023 der Gang zur Abstimmungsurne über die Bühne geht.

Für die beiden Frauen aus Nidda (Puttrich) und Altenstadt (Gnadl) ist das Erscheinen Erich Spamers ohne Zweifel ein Schlag ins Kontor, denn während die Freien Wähler bisher nur auf Achtungserfolge bei einer Landtagswahl in Hessen verweisen können, taucht da einer auf, der nicht nur ihnen gewaltig in die Suppe spucken könnte.

Denn wenn es Erich Spamer schaffen würde, den Wahlkreis direkt zu ziehen, also die meisten Erststimmen auf sich zu vereinen, zöge er automatisch in den Landtag ein, unabhängig davon, ob die Freien Wähler die Fünf-Prozent-Hürde überwinden oder nicht. Spamer könnte so landesweit zum Leuchtturm seiner Gruppierung aufsteigen, denn einen solch bekannten Kandidaten in einem Landtagswahlkreis gab es bei den Freien Wählern bei einer Hessenwahl noch nicht. Sein Vorgänger-Bewerber Ulrich Majunke (ebenfalls Büdingen) kam bei der vergangenen Runde 2018 mit 6,1 Prozent (2796 Stimmen) allenfalls zu einem respektablen Resultat.

Damals zog CDU-Bewerberin Lucia Puttrich den Wahlkreis, bei der 13 578 Mal ein Kreuzchen gemacht wurde, während auf ihre SPD-Kontrahentin Lisa Gnadl 10 510 Stimmen entfielen. Für alle anderen galt: unter ferner liefen...

Dieses Gesetz der Serie will Erich Spamer knacken. Der Mann weiß, wie man erfolgreich Wahlkampf bestreitet, wie man die Abteilung Attacke ins Feld zu führen hat, wie man Menschen mitnimmt zu politischen Zielen. Ob er mit 71 Lenzen nicht den Drang zu innerer Ruhe verspüre? Der Befragte lacht, so wie Schlitzohren zu lachen pflegen: »Ich bin voller Tatendrang, denn es gibt noch so viel zu tun. Der Schlendrian muss doch auch mal beim Namen genannt werden, zumal die Bürger das schon lange aufregt.«

Insbesondere der Geldverschwendung gelte es, Einhalt zu gebieten. Gerade in seiner Heimatstadt habe das Land bei teuren Investitionen kräftig ins Klo gegriffen.

Das sei beispielsweise die neue Polizeistation. Die stehe zu großen Teilen leer. »Das geht doch gar nicht, auch weil bei uns andererseits die Förderung von Kindergartenneubauten wegen fehlender finanzieller Mittel erheblich reduziert wurde.«Und der einst groß gefeierte Neubau für die Bodenmanagementbehörde mitten in der Stadt weise ebenfalls Leerstand auf. Da würden Untervermietungen vorgenommen, die unter dem selbst zu zahlenden Beitrag lägen. »Solche Missstände können nicht länger hingenommen werden. Das muss auf Landesebene Konsequenzen nach sich ziehen.«

Andere regionale Themen würden unterm Nagel brennen, doch gerade die großen Parteien hätten diesbezüglich auch in der Wetterau versagt. »Die Verkehrsanbindung von Ost nach West ist mittlerweile seit etwa 50 Jahren eine Katastrophe. Da müssen unbedingt neue Anstöße her, die übers Plaudern in lockerer Runde hinausgehen.« Er, so Erich Spamer, wisse, dass man nicht alles sofort zum Positiven verändern könne, sondern dicke Bretter bohren müsse, wofür eine gewisse Langatmigkeit notwendig sei.

Diesen Einsatz für die gute Sache möchte er im kommenden Wahlkampf an den Tag legen, wobei Spamer sich auch in jene Themen einarbeiten will, die in der Stadt Wächtersbach sowie in den Gemeinden Gründau und Ronneburg eine Rolle spielen. Schon in dieser Woche war er vor Ort. Wobei in erster Linie der Kontakt zu den Bürgern seinen Wahlkampf prägen wird. Denn so habe er auch in Büdingen drei Mal gewonnen.

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Erich Spamer © Michael Giers

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