1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis
  4. Ober-Mörlen

1000 Kilometer mit dem Rad von Bristol nach Ober-Mörlen für die Kinderklinik

Erstellt:

Von: Sabrina Dämon

Kommentare

SDA_fahrrad_230922
David Grundey ist mit dem Fahrrad von England nach Deutschland gefahren. © Sabrina Dämon

David Grundey ist 950 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren, um von Bristol nach Ober-Mörlen zu kommen. Vor allem ging es darum, Spenden zu sammeln - für die Klinik, in der auch sein Sohn war.

Die letzten zwei Tage waren nass. Und kalt. »Ich bin bei Sonne und 23 Grad in England losgefahren. Hier waren es 7, und es hat nur geregnet«, sagt David Grundey. Neun Tage war er mit dem Fahrrad unterwegs. Von Bristol in England ist er über Belgien und die Niederlande nach Deutschland gefahren - und in Ober-Mörlen angekommen. »Durchnässt und durchgefroren«, aber im Haus seines Bruders.

Seit vier Jahren haben die Brüder, die aus Baden-Württemberg kommen, sich nicht gesehen. David Grundey lebt inzwischen in England, sein Bruder Jonas in Ober-Mörlen. Ein Treffen war schon länger geplant, erzählen die beiden. Doch dann kam der Corona-Lockdown dazwischen, Flüge wurden gestrichen. Als die beiden sich virtuell bei Videospielen trafen, sagte David Grundey, halb aus Spaß: »Dann komme ich mit dem Fahrrad.«

Mittlerweile läuft der Flugverkehr zwar wieder normal, so ganz ist die Idee aber nicht aus seinem Kopf verschwunden.

Dass er dann tatsächlich Zelt, Schlafsack und Isomatte eingepackt und sich aufs Rad gesetzt hat, lag daran, dass er den Plan etwas erweitert hat: Statt einfach loszufahren, machte er aus der Tour eine Spendenaktion. Über die Internetplattform »gofundme« (siehe Info) startete er eine Kampagne. Das Prinzip: Um Geld einzusammeln, erstellen die Spendenempfänger eine Seite auf »gofundme«, auf der sie ihr Projekt vorstellen - das können private Aufrufe sein (beispielsweise um Studiengebühren zu finanzieren) oder aber für Institutionen. Jeder kann den jeweiligen Spendenaufruf finanziell unterstützen.

David Grundey entschied sich, für »The Grand Appeal« zu sammeln - eine Wohltätigkeitsorganisation, die das Kinderkrankenhaus in Bristol unterstützt, sowohl mit Ausrüstung als auch in Form von Hilfen für betroffene Familien, deren Kinder in Behandlung sind.

Die Wahl hat etwas mit David Grundeys eigener Erfahrung zu tun. Vor acht Jahren wurde sein zweiter Sohn geboren. »Er hatte einen dreifachen sehr komplizierten Herzfehler. Die ersten drei Monate nach der Geburt verbrachte er auf der Intensivstation und auf der Herzstation in Bristol. Ein Jahr später folgte eine Operation am offenen Herzen und ein weiterer Krankenhausaufenthalt.«

»Heute ist er acht, es geht ihm prächtig und er führt ein normales Leben.« Das habe die Familie dem Kinderkrankenhaus zu verdanken. Daher sei es schon lange ein Anliegen von David Grundey gewesen, seiner Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen.

Das Spendenziel hat er auf 1000 Pfund festgelegt. Daran geknüpft war der Plan, 1000 Kilometer mit dem Fahrrad zu schaffen.

In Belgien: Handy kaputt

Fahrrad fährt er ohnehin viel. Aber normalerweise »nur« 100 bis 120 Kilometer pro Woche. Die Strecke von Bristol bis nach Ober-Mörlen war knapp 980 Kilometer lang - pro Tag ist er bis zu 150 Kilometer gefahren, jeweils etwa sechs Stunden. »Es war Wahnsinn, einfach mal durch vier Länder zu fahren«, sagt er.

»Als ich ankam, haben mir noch 19,5 Kilometer gefehlt.« Die hat er in der Wetterau mit seinem Bruder nachgeholt - nachdem er sich von der Tour erholt hatte. Dabei hat zwar im Großen und Ganzen alles geklappt, vor allem das (selbst zusammengebaute) Fahrrad hat bestens mitgemacht, ein paar Probleme sind aber schon aufgetreten. »In Belgien ist mein Handy kaputtgegangen, und in Maastricht hat mein Knie angefangen, Probleme zu machen.« Beides hat sich geregelt: Nach ein paar Tagen Pause in der Wetterau konnte er wieder problemlos fahren, und sein Handy konnte er in Belgien ersetzen.

Am Ziel in Ober-Mörlen verbrachte er eine Woche bei seinem Bruder und dessen (junger) Familie - »ich habe zum ersten Mal meinen einjährigen Neffen gesehen«. Am Sonntag hat David Grundey die Heimreise angetreten - diesmal mit dem Flieger.

In England lebt er schon eine Weile - ursprünglich, erzählt er, ist er nur für drei Monate dorthin: »Daraus sind 16 Jahre geworden.«

Vielleicht will er im kommenden Jahr wieder eine größere Fahrradtour machen, dann mit den Kindern. »Ich empfehle es jedem: Es müssen ja keine 1000 Kilometer sein.« Sein Vorschlag: Das Fahrrad nehmen, in den Zug ein- und irgendwo aussteigen, von dort zurückradeln. Oder am Rhein entlang. »Wenn man sich traut und es einfach macht, ist es eine tolle Erfahrung.«

Die Spendenaktion

Das Spendenziel von David Grundeys Aktion liegt bei 1000 Pfund. Das Geld ist für »The Grand Appeal« bestimmt, eine gemeinnützige Organisation, die das Kinderkrankenhaus in Bristol unterstützt, sowie Familien, deren Kinder dort behandelt werden. Für die Spendenaktion hat sich Grundey mit dem Fahrrad auf eine 1000-Kilometer-Tour begeben. Geschlafen hat er oft im Zelt, einmal in einer Herberge, zweimal über Airbnb ein Zimmer gemietet. Nun ist er wieder zu Hause in England, die Spendenaktion läuft aber weiter (https:// gofund.me/9b2ec6f2). 1000 Pfund sind zwar das angegebene Ziel, wenn aber mehr gespendet wird, sagt Grundey, geht dies ebenfalls an das Kinderkrankenhaus - laut »gofundme« zu 100 Prozent.

Auch interessant

Kommentare