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Augen- und Insektenweide

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Von: Annette Hausmanns

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Antje Allemann und die Blumenkinder sind stolz auf ihre Beete. © Annette Hausmanns

Ober-Mörlen (hau). Antje Allemann war auf der Suche nach einer E-Mail-Adresse, als ihre Familie ihr kurzerhand einen Account einrichtete und ihn »Gartenfee« nannte. Ein Nachbarin lacht und bestätigt, was alle Umstehenden denken: »Der Name ist Programm!« Warum, das kann man fast täglich in Ober-Mörlen erleben. Ob im eigenen Garten am Haus, im Nutzgarten nahe der Usa, im Pfarrgarten oder auf dem Kirchplatz, überall sieht man die »gute Gartenfee« Hand anlegen.

Unkraut entfernen, säen, gießen, stutzen, was gerade nötig ist, damit es schön grünt und blüht - oder eben nicht, wie im Kopfsteinpflaster.

Klatschmohn und Kornblumen

An diesem herrlichen Samstagmorgen am Rande des Neubaugebiets zieht es Allemann einmal mehr auf die frisch gepflasterte Anliegerstraße mit ihrem Mix aus Parkbuchten und Beeten. Unter den vom Investor gepflanzten Bäumchen blühen Klatschmohn, Kornblumen und Zinnien um die Wette, eine wahre Augen- und Insektenweide. »Hier entsteht eine Insekten-Blumen-Wiese von den Nachwuchsgärtnerinnen Marie und Luise«, ist auf einem hübsch gestalteten Schild zu lesen.

Gerade biegen die Zwillinge um die Ecke und bringen ihre Gießkännchen mit. Bei der Hitze haben auch die Blumen Durst. Carlina von gegenüber kümmert sich derweil um ihr ebenfalls beschildertes Nachbarbeet. »Das hat Antje uns alles gezeigt«, erzählen die Mädchen. Und auch ihre »gute Gartenfee« strahlt, hackt den Boden ein wenig auf und zeigt den Kindern, wo überall weitere Blüten in den Startlöchern stehen. Gemeinsam hatten sie im Frühjahr die sorgfältig ausgewählten Samen auf der nackten Erde verteilt, die blühende Pracht heranwachsen sehen und sich nach Rücksprache mit dem Investor gekümmert. »Besser geht’s gar nicht«, finden die Eltern und nehmen ihrerseits gerne Tipps für den Garten an.

Mit ihrer kreativen Ader und ihrem Sinn für ein hübsches Dorf ist Antje Allemann ständig unterwegs. Wo andere nach kommunaler Hilfe rufen, fängt sie bei ihren Spaziergängen einfach an, Müll einzusammeln und nach Absprache mit der Verwaltung auf dem Bauhof abzustellen. Überfüllte Glascontainer, Müllberge rundherum oder mit Unrat übersäte Straßenrandstreifen sind nicht nur ihr ein Dorn im Auge.

Auch andere Bürger sind beherzt unter die Müllsammler und Vorbilder gegangen, zu tun statt nur zu meckern. Gleichwohl sei das nicht selten ein frustrierendes Unterfangen bei dem Tempo, mit dem immer neuer Müll folge, gesteht Allemann. Sie würde sich wünschen, dass noch viel mehr Bürger mit zupackten, um das Dorf ein wenig schöner zu machen. Noch besser: Der Müll würde gar nicht erst im öffentlichen Raum einfach so entsorgt.

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