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Braucht es einen »Dorfkümmerer«?

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Von: David Heßler

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Ober-Mörlen (hed). In Ober-Mörlen bleiben manche Probleme häufig ungelöst. Es fehle an einer Person, die besondere Probleme im Ort identifiziert und gemeinsam mit den Bürger löst, findet die SPD. Sie beantragte daher in der Sitzung der Gemeindevertreter am Donnerstagabend die Schaffung einer Sozialkoordinatoren-Stelle auf 450-Euro-Basis. Ob nicht eine Halbtagsstelle besser wäre - oder der Posten überhaupt nicht nötig ist, das soll nun im Sozialausschuss geklärt werden.

»Soziale Netzwerke sind das Kapital unserer Zeit«, sagte die Antragsstellerin Carolin Scherer (SPD) in der Usatalhalle. Ein Sozialkoordinator oder eine Sozialkoordinatorin könnte als »Dorfkümmerer« ein Bindeglied zwischen der Gemeinde, den Privatleuten sowie den Firmen und Vereinen im Ort sein. Die Person könne sich die Sorgen und Nöte anhören, etwa in Bezug auf Vermüllung, ÖPNV oder bei Fragen zu Behördengängen. Man wolle aber keinen »lebenden Kummerkasten«, betonte Scherer. Ein »Dorfkümmerer« könne die Bürger für Problemlösungen begeistern, mit der Planung von Veranstaltungen oder Aktionstagen zur Belebung des Ortes beitragen oder zum Beispiel Fördermöglichkeiten vermitteln. Zwar gebe es bereits viel ehrenamtliches Engagement im Ort (zum Beispiel bei der AWO), doch dürfe man sich nicht nur darauf verlassen. Nötig sei eine bezahlte Stelle, die Verlässlichkeit und Kontinuität garantiere.

»Das kann niemand schaffen«, urteilte der FWG-Fraktionsvorsitzende Marco Roth über den Aufgabenkatalog einer 450-Euro-Kraft. Mindestens eine halbe Stelle sei dafür nötig, finden seine Freien Wähler und stellten einen entsprechenden Änderungsantrag. CDU-Mann Dr. Matthias Heil fragte sich, ob es nicht schon in der Verwaltung Personen gibt, die sich solcher Aufgaben annehmen könnten. Ein Organigramm im Ausschuss könnte bei der Entscheidungsfindung helfen. Aber auch Heil sieht Potential für eine solche Stelle, etwa für die Beantwortung von Fragen der Bürger zur Grundsteuer-Reform.

Scherer merkte an, dass es in Waldsolms bereits eine Dorfkümmerei gebe, gefördert mit LEADER-Mitteln. Womöglich sei das in Ober-Mörlen auch denkbar.

Beschlossen haben die Gemeindevertreter die Erstellung eines gewerblichen Leerstandskatasters (die WZ berichtete). Catinca Roth (FWG) betonte, Rückfragen seien im Ausschuss geklärt worden. Die Fraktion hätte sich gewünscht, dass der Gemeindevorstand auf Eigentümer zugeht, die dann Leerstände melden. Der Kompromiss war dann der Aufruf in den Ober-Mörler Nachrichten. »Ich habe einen guten Draht zu den Gewerbetreibenden«, betonte Bürgermeisterin Kristina Paulenz (SPD). Erst kürzlich habe sie eine Immobilie vermittelt.

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