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Elferräte und Garden auf Rundgang

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Von: Annette Hausmanns

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Unterwegs durch Ober-Mörlen. © Annette Hausmanns

Ober-Mörlen (hau). Kaiserwetter in Mörlau. Bis vor zwei Jahren wären unter stahlblauem Himmel und Sonne satt Tausende Gäste in die Karnevalshochburg geströmt, hätten dem längsten Lindwurm der Wetterau zugejubelt, Fastnachtswagen aus nah und fern bestaunt, mit Gardemädchen und Musikzügen geschunkelt und gelacht. Aber: Coronabedingt waren vor Monaten alle Veranstaltungen in »Klein Main im Usatal« abgesagt worden, auch der Umzug am Fastnachtssonntag.

Frohe Momente beschert

Nach sorgfältigem Abwägen und unter Beachtung der aktuellen pandemischen Hygieneregeln hatten die beiden Ower-Mirler Fastnachtsvereine KG Mörlau und MCC aber, jeder für sich, kurzfristig beschlossen, vereinsinterne Rundgänge durchs Dorf zu unternehmen. Zeitversetzt um zwei Stunden wollten die Abordnungen vom Kirchplatz aus starten und sich vor allem durch Seitenstraßen zu ihren benachbarten Vereinshäusern an der Hasselhecker Straße bewegen. Genauso kam es auch. Mörlau traute sich, erhobenen Hauptes seine über 250-jährige Fastnachtstradition zu pflegen, bei makellosem Wetter, mit viel Herzblut und strahlenden Gesichtern. Große und kleine Garden und Elferräte, Wintersteingeister, Hexen und Zwerge, ein einsamer Fastnachtswagen und die musizierenden Roten Husaren zauberten Anwohnern und zufälligen Passanten so manches Lächeln ins Gesicht und schenkten inmitten todernster äußerer Umstände frohe Momente.

Den just ausgebrochenen Krieg in der Ukraine hatte niemand vergessen. Ganz im Gegenteil hatte man sich bewusst dafür entschieden, auf Fassenachter Art ein Zeichen zu setzen für Freiheit, Frieden und Demokratie, nicht zuletzt um der Kinder willen. Ansagen pro Fassenacht und kontra Krieg fanden sich in den Reden der Elferratspräsidenten Severin Trier (KG) und Frederik Schreiner (MCC) ebenso wie bei Seiner Tollität Prinz Oli I. und Prinzessin Sabrina I. (Oli und Sabrina Schwinn), dem amtierenden Prinzenpaar der KG Mörlau. Beim MCC wurde eine Spendenkasse für die Caritas Ukraine eingerichtet und an den Stationen beim großen Funkenmariechen Sabrina Hahn und beim kleinen Funkenmariechen Luisa Morschel sowie beim neuen Kinderelferratspräsidenten Mick Kaiser herumgereicht. Zum Finale an den Vereinshallen vertieften die beiden Vereine ihre gutnachbarschaftlichen Beziehungen.

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Ansprache zur Fassenacht (v. l.): der stellvertretende KG-Vorsitzende Jochen Werner, Vorsitzende Sabine Schaller, Prinzessin Sabrina I. und Prinz Oli I. mit Hofmarschall Andreas und Sitzungspräsident Severin Trier. © Annette Hausmanns
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Kinderelferratspräsident Mick Kaiser mit seiner Uroma. © Annette Hausmanns
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Die Wintersteingeister ziehen zur Fassenacht am Sonntag auch durch die Straßen von Ober-Mörlen. © Annette Hausmanns

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