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Musikalische Familien-Band aus Ober-Mörlen

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Von: Harald Schuchardt

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Generationsübergreifend und basisdemokratisch: Was »mir sins« spielen, wird gemeinsam entschieden, die Musiker und Musikerinnen aus der Wetterau bringen eigene Vorlieben und Talente mit. So entsteht der typische »mir sins«-Sound. © Loni Schuchardt

Wie beantworten Hessen, die an einer Haustür geklingelt haben, die Frage, wer da sei: »mir sins«. Genau diesen Gedanken hatten vor elf Jahren einige Hobbymusiker, die in Ober-Mörlen eine Band gegründet hatten und nach einem Bandnamen suchten.

»Es war bei einer Radtour, als irgendeiner von uns sagte ›mir sins‹ und das war’s«, sagt Christian Eydam, den alle nur »Gige« nennen. Zusammen mit seiner damaligen Ehefrau Inge gründete der Ober-Mörlener die Gruppe: »Es war eigentlich eine Familien-Band«, erzählt Gige, Tochter Julia war Sängerin, deren Ehemann Armin spielte Keyboard.

Eine »musikalische Familie« ist die Gruppe noch immer, zumal auch Inge Eydam weiterhin am Schlagzeug sitzt, trotz »erfolgreicher Scheidung«, so der Ex-Ehemann. Da lacht seine »Ex«, die auch fürs »Catering« zuständig ist. »Inge bringt fast immer was zum Essen mit«, sagt Sänger Thomas »Tom« Wächter, der vor vier Jahren zu der fröhlichen Gruppe stieß und mit 67 der Senior der Band ist.

Zusammen mit der gebürtigen Engländerin Rachel »Ritchie« Aletter, die seit fast 35 Jahren in Deutschland lebt, bildet der Wahl-Bad-Nauheimer das stimmgewaltige Front-Duo der Band, die sich ganz dem »Classic Rock mit deutschen Elementen« (Gige) verschrieben hat.

Keine Roadies, sondern Raudies

»Wir sind aber auch generationsübergreifend«, meint Bassist Michael Brzezniak und blickt auf Leadgitarrist Niklas Clausius, mit noch 22 Jahren das jüngste Bandmitglied. Dessen Vater Uwe ist bei einigen Songs als »Gastsänger« aktiv und bei den Proben immer dabei, ebenso wie die »drei Ps«: Das sind Pit, »Pommes« und »Pöff«, die unter anderem für Sound, Licht, Auf- und Abbau sowie bei den Proben für genügend Flüssiges sorgen. »Die richtigen Namen der drei spielen keine Rolle«, meint Wächter und erklärt: »Das sind nicht unsere Roadies, das sind unsere Raudies.« Da lachen alle laut los in dem Proberaum, der sich über einem ehemaligen Schweinestall auf einem außenliegenden Hof in der Nähe der A5 in Ober-Mörlen befindet. »Als meine Stieftochter Danielle und deren Ehemann Matthias den Hof kauften, haben sie mir den Futterboden über dem Stall angeboten«, erzählt Christian Eydam im geräumigen »Probeareal« samt Bar, großem Tisch und viel Platz für die Technik. Gige: »Wir sind eine autarke Band, wir bringen bei Konzerten alles mit.«

Jeden Freitag wird von 20 bis 22 Uhr geprobt. »Länger geht nicht, dann muss der Kleine nebenan ins Bett«, meint Gige. Das Repertoire der Truppe ist vielfältig, reicht von den Rolling Stones über AC/DC und Metallica bis hin zu Klassikern von den Ärzten, Westernhagen oder den Toten Hosen.

»Wir spielen aber nicht eins zu eins nach, wir versuchen unseren eigenen ›mir-sins«-Style einzubringen«, sagt Tom Wächter und Eydam ergänzt: »Das ist so etwas wie unsere persönliche Note.«

Repertoire entsteht basisdemokratisch

Was die beiden damit meinen, wird bei der eigenen Version des Chicago-Hits »25 or 6 to 4« deutlich. Statt einem Bläsersatz, wie im Original, rockt Niklas Clausius den Song mit gleich zwei hervorragenden Gitarrensoli, während das Front-Duo diese Version zu einem besonderen gesanglichen Ohrenschmaus macht, wie auch bei »Hit the road Jack« von Ray Charles.

Das Repertoire der Band entstand und entsteht quasi basisdemokratisch. »Jeder kann Vorschläge machen, wir diskutieren drüber und dann wird abgestimmt«, erzählt Inge Eydam. »Es kam aber auch schon vor, dass wir einen Song wieder rausgenommen haben, weil es einfach nicht gepasst hat«, ergänzt Wächter, der bei einigen Songs zur Akustikgitarre greift.

»Klar fliegen bei uns auch mal die Fetzen, aber wir gehen immer als Freunde raus«, sagt Rachel Aletter, die auch »richtige Klassik« singt. Mit bisher acht Engagements läuft es in diesem Jahr richtig gut für die Classic-Rocker, die sich gerne an ihren Auftritt in der Konzertmuschel der Trinkkuranlage Mitte Juni erinnern. »Das war schon cool«, meint Brzezniak. »Wir würden auch gerne mal in Friedberg spielen, vielleicht im Burggarten oder auf dem Elvis-Platz«, meint Ritchie Aletter, die in Dorheim wohnt. Vielleicht klappt es ja irgendwann mal.

INFO: DIE NÄCHSTEN AUFTRITTE

Wer die Band »mir sins« live erleben will, der kann das am kommenden Samstag, 13. August, ab 19.30 Uhr auf dem Marktplatz in Bad Nauheim. »Wir spielen aber keine Elvis-Songs«, sagt Inge Eydam in Anspielung auf das an diesem Wochenende stattfindende Elvis-Festival. Und am Samstag, 3. September, bildet »mir sins« den Abschluss des »Little Wutz-Stock-Festival« auf dem Rastplatz am Ossenheimer Wäldchen.

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