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Neue »Geldzapfsäule« spart Zeit

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Von: Annette Hausmanns

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rueg_hau_voba005_220222_4c © Annette Hausmanns

Ober-Mörlen (hau). Vor fast genau neun Monaten bot sich in der selbstständigen Volksbank Ober-Mörlen ein Bild der Verwüstung. Bankräuber hatten nachts die beiden Geldautomaten im zugänglichen Teil des Schalterraums gesprengt und dabei den kompletten Schalterraum, den Raum hinter den Automaten zerstört.

Bis in die hintersten Büros und den Keller reichte die Druckwelle, eigentlich war alles in Mitleidenschaft gezogen. Die Bankgeschäfte konnten bald wieder eingerichtet und über ein Dreivierteljahr im vollen Umfang aufrechterhalten werden. Seit gestern müssen die Kunden nicht mehr den Hintereingang nehmen, sondern können durch den neu gestalteten und mittig angeordneten Haupteingang in einen lichtdurchströmten Schalterraum treten. Dort werden sie von den Volksbankmitarbeitern empfangen oder wenden sich an einen der beiden Kontoauszugdrucker.

Gefahrenquelle ausgelagert

Nur Bargeld kann man nicht mehr im Schalterraum ziehen. Nach der leidvollen Erfahrung wurde der Geldautomat als potenzielle Gefahrenquelle auf Dauer ausgelagert. »Das waren wir unseren Mietern im Obergeschoss, unseren Kunden und Mitarbeitern aus Sicherheitsgründen schuldig«, erklärt Volksbank-Vorstand Thomas Emich. Der provisorische Automat auf dem Kundenparkplatz wurde kürzlich durch einen runden »Pavillon« mit abschirmender Rückwand ersetzt. Radfahrer, Menschen mit Kinderwagen oder Rollatoren äußerten sich Emich zufolge dankbar für den »Drive-In«-Schalter, obschon auch der barrierefreie Zugang zum Haupteingang noch komfortabler gestaltet wurde.

Auch Autofahrer lobten schon die Zeitersparnis dank außen stehender »Zapfsäule«, die dank ihres stylischen Äußeren auch schon als futuristische Zeitmaschine ins Herz geschlossen wurde.

Dass die Sanierung so lange dauerte, hängt Emich zufolge mit den vielen, nicht zuletzt durch die Pandemie verschärften Unwägbarkeiten wie Material- und Handwerkermangel zusammen. Für den kompletten Umbau vor sieben Jahren hatte man ein Drittel der Zeit gebraucht. Von Beginn an habe das Team zusammengestanden und über das Dreivierteljahr hinweg guten Mutes die Ärmel hochgekrempelt.

Knapp eine Million Euro inklusive Raubgeld habe die Sanierung letztlich gekostet, berichtet Emich. Wie durch ein Wunder hatten die großen Glasbilder mit Ober-Mörler Ortsansichten die Sprengung schadlos überlebt, außerdem die Kleingeldzählmaschine, der legendäre Schaukelroller für die Kinder und die beiden Kontoauszugdrucker.

»Die Drucker sind jetzt nur noch während der Geschäftszeiten zugänglich«, sagt Emich und freut sich mit dem Volksbank-Team auf das Happy End. Durch die Automatenauslagerung habe man Platz gewonnen, sodass alle Mitarbeiter nun auf einer Ebene arbeiten könnten.

Sobald auch die hinteren Büros und Beratungszimmer renoviert sind und Corona dies zulasse, wolle man gerne ein Fest feiern.

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rueg_hau_voba_alt1_22022_4c © Annette Hausmanns

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