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Verschönerung zum Friedhofspark

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Von: Annette Hausmanns

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Bei der Neuanlage von Grabfeldern soll in Zukunft auf genügend Raum für Besucherinnen und Besucher mit Rollator oder Kinderwagen geachtet werden. © Annette Hausmanns

Ober-Mörlen (hau). Nach regem Meinungsaustausch und kurzer Sitzungsunterbrechung haben dieser Tage alle 25 anwesenden Abgeordneten für umfassende Sanierungsarbeiten an den Trauerhallen und Friedhöfen im Ort votiert. Vorgesehen ist zunächst eine Verteilung der vom Gemeindevorstand in Auftrag zu gebenden Arbeiten auf drei Haushaltsjahre. Der Sperrvermerk auf den entsprechenden Haushaltsposten über 27 000 Euro wird dafür aufgehoben.

Laut Liste stehen dieses Jahr an der Trauerhalle in Ober-Mörlen eine Dachüberprüfung und eventuelle Reparaturen an. Auch Elektrik und Blitzschutz sollen geprüft und gegebenenfalls instandgesetzt werden. Am Türmchen sollen die Hölzer behandelt, die weißen Elemente an der Front des Daches mit Schiefer verkleidet und seitliche Kunststoffelemente durch echten Schiefer ersetzt werden.

Die gesamte Fassade soll ausgebessert, gestrichen und mit neuen Lampen ausgestattet werden. Für die Türen und Fenster zur Toilettenanlage steht ein Austausch an, der Zugang zu den Toiletten soll per Zeitschaltuhr geregelt werden können. Bei der Friedhofsanlage stehen eine Baum-, Wege und Mauerpflege auf der Liste.

Sanierung der Toilettenanlage

Im kommenden Jahr soll die komplette Toilettenanlage und die Natursteinmauer zur Bundesstraße hin saniert werden. In Langenhain-Ziegenberg soll dann das Dach der Trauerhalle überprüft und gegebenenfalls repariert werden. Für 2024 sind laut Liste Überprüfung und Reparatur der Verglasungen an der Reihe. Für die Finanzierung sieht der Parlamentsbeschluss vor, die aktuell in den Haushalt eingestellten Gelder auszugeben und für mögliche weitere Kosten Geld in den kommenden Haushalten einzustellen.

Bei der Neuanlage von Grabfeldern soll auf genügend Raum für Besucher mit Rollator oder Kinderwagen geachtet werden. Das Parlament erinnert in seinem Beschluss auch daran, beim Grasmähen die Wege und umliegenden Gräber nicht mit Grasschnitt zu verunreinigen.

Nicht zuletzt soll die Friedhofssatzung dahingehend geändert werden, dass im »Einvernehmen zwischen Angehörigen und Gemeinde Bezahlgräber auch früher geräumt und eingeebnet werden sowie danach als Wiesengräber bis zum Ablauf der Totenruhe weiter existieren können«. Die Bestattung in Rasenreihengräbern soll möglich gemacht und die geänderte Satzung der Gemeindevertretung zur weiteren Beratung vorgelegt werden.

Detaillierter Sanierungsplan

In dem Beschluss der Gemeindevertretung steht überdies, dass dem Ausschuss Bau, Verkehr, Umwelt ein Friedhofskonzept/-plan vorzulegen ist, aus dem »die Planung hinsichtlich der Verortung der Beisetzungsmöglichkeiten sowie Verschönerung der Anlage hin zu einem Friedhofspark für die nächsten 30 Jahre sichtbar wird«.

Man habe gemeinsam einen detaillierten Sanierungsplan erarbeitet, zeigte sich in der Diskussion Bauausschussvorsitzender Gottlieb Burk (CDU) zufrieden. Die Trauerhallen sollten wieder Schmuckstücke werden. An einem derart sensiblen Raum müsse man größte Sorgfalt walten lassen. Der Zeitgeist rufe nach alternativen Bestattungsformen, eine Satzungsänderung sei unumgänglich. Der Friedhof als Ruhestätte solle in seinen Augen mehr Parkstruktur und die Qualität einer Begegnungsstätte für Trauernde bekommen, sagte Burk.

Jürgen Schneider (FWG) zeigte sich froh, dass dank des noch grob gehaltenen FWG-Antrags im vergangenen Sommer Bewegung in die Sache und eine ausführliche Beschlussvorlage zustande gekommen sei. Er begrüße die Initiative aus Respekt gegenüber den Toten. Zuvor hatte sich Joachim Reimertshofer (SPD) über die seiner Meinung nach oft »populistischen Anträge« der Oppositionsfraktion mokiert. Die eigentliche Arbeit sei einmal mehr nach Ergänzungsantrag der Groko im Ausschuss erledigt worden.

Bürgermeisterin Kristina Paulenz forderte einen »ordentlichen Beschluss«, das Parlament könne keine Prioritätenliste erstellen.

Nachdem die Rathauschefin vom Parlamentsvorsitzenden Mario Sprengel zweimal charmant angehalten worden war, nicht dazwischen zu rufen, beraumte er eine fünfminütige Sitzungsunterbrechung an. Einstimmig votierten schließlich alle Parlamentarier für die Liste, nachdem klargestellt war, dass sie eine Aufzählung ohne Rangfolge sei.

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