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Wetterau: Erneuter Schafsriss in Ober-Mörlen - Spuren deuten auf Wolf hin

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Von: Annette Hausmanns

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Wolfsberater Jos Hornung vom Wolfszentrum Hessen dokumentiert und nimmt Genmaterial. Im Hintergrund zu sehen ist der Maiberg jenseits der Bundesstraße. © Annette Hausmanns

Vier Monate nach dem letzten Riss, ist erneut ein Schaf in Ober-Mörlen gerissen worden. Die Spuren deuten auch diesmal auf einen Wolf hin. »Wir stehen ihm hilflos gegenüber«, sagen die Schafshalter.

Ober-Mörlen (hau). Vier Monate nach dem Wolfsriss an der Hüftersheimer Mühle hat ein Wolf jetzt am Ober-Mörler Ortsrand wieder ein Schaf gerissen. Der genetische Nachweis steht zwar noch aus, aber das Rissbild und die Spuren auf der Weide zwischen westlichem Ortsrand und Waldwiesen/Bottenberg scheinen eindeutig. Diesmal ist eine Schafherde der Familie Weißelberg betroffen. Gerissen wurde ein hochträchtiges Merinoschaf, eineinhalb Jahre alt und rund 100 Kilo schwer.

Wolf in der Wetterau: Labor-Ergebnis in etwa drei Wochen

Wie Wilhelm Weißelberg und sein Sohn Matthias gestern Morgen vor Ort berichteten, sei die Herde um Mitternacht noch kontrolliert worden. Am Morgen um halb acht folgte die traurige Entdeckung. Umgehend habe man die Wolfhotline angerufen. Eine gute Stunde später kam Wolfberater Jos Hornung vom Wolfszentrum Hessen, um alle Spuren zu dokumentieren, Genmaterial zu entnehmen und den 90 Zentimeter hohen Elektrozaun zu prüfen, der dem im Entschädigungsfall vorgeschriebenen Grundschutz entspricht.

Das Ergebnis der Genanalyse im wildtiergenetischen Labor der Senckenberg-Gesellschaft soll in etwa drei Wochen vorliegen.

Wolf in der Wetterau: »Stehen im hilflos gegenüber«

Ob es sich wieder um den in der Gegend territorial niedergelassenen Rüden »GW2554m« handelt, kann man erst nach einer Genotypisierung der DNA-Probe sagen. Zur weiteren Untersuchung wird der ausgeweidete Kadaver zum hessischen Landesbetrieb gebracht. »Wir sind noch mit einem blauen Auge davon gekommen«, sagen die Schafhalter fast ein wenig erleichtert, dass es »nur« ein Schaf ihrer 140-köpfigen Herde erwischt hat. Schon lange hätten sie sich mit der Wolfsproblematik befasst und das Damoklesschwert gespürt. Der Wolf sei politisch gewollt, aber »wir stehen ihm hilflos gegenüber«.

Einen wolfssicheren Zaun gebe es nicht. »Ab heute sind wir 24 Stunden lang bei unseren Schafen und passen auf«, stellten Weißelbergs fest. Viele Jahre sind sie bereits im Landschaftsschutz durch Schafbeweidung tätig, unter anderem im damaligen LIFE-Projekt »Wetterauer Hutungen«.

Wolf in der Wetterau: Zunehmende Sorge um Tiere

Wie die Politik in diesem Zusammenhang mit dem Wolfs-Schutz umgehe, sei eine drängende Frage. Auch andere Nutztierhalter seien in zunehmend großer Sorge.

Info: Wolfshotline

Das Wolfszentrum Hessen (www.hlnug.de) ist zentraler Ansprechpartner zum Wolf. Es koordiniert die Wolfshotline sowie die fachliche Beratung von Einzelpersonen, Tierhaltern, Institutionen, Behörden und Verbänden. Die amtliche Wolfhotline ist sieben Tage die Woche erreichbar unter Tel. 06 41/20 00 95 22 oder per E-Mail unter wolf@hlnug.hessen.de. Der Landesbetrieb Landwirtschaft berät Weidetierhalter zum Herdenschutz, Infos findet man auf der Website unter www.llh.hessen.de.

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