1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis
  4. Ober-Mörlen

Wunschprojekte jetzt gefragt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Annette Hausmanns

Kommentare

rueg_hau_leader2_180322_4c
Noch gibt es dienstags den kleinen Wochenmarkt auf dem Kirchplatz, das Potential regionaler beziehungsweise örtlicher Vermarktung ist aber längst nicht ausgeschöpft. © Annette Hausmanns

Ober-Mörlen (hau). Bereits im August 2020 hatte das Ober-Mörler Parlament den Wunsch formuliert, LEADER-Kommune zu werden. In ihrer jüngsten Sitzung stimmte die Gemeindevertretung unisono dafür, sich tatsächlich der Bewerbung von nun insgesamt 19 Kommunen als LEADER-Region Wetterau/Osthessen anzuschließen. Zusammen mit Niddatal ist Ober-Mörlen dann neu dabei, wenn die Region durch das Land Hessen für den Förderzeitraum 2023 bis 2027 (plus die Übergangsjahre 2028/ 29) anerkannt wird.

Die Gemeinde erklärt sich damit auch bereit, die Wirtschaftsförderung Wetterau als Trägerin der lokalen Aktionsgruppe während der gesamten Förderperiode mit einem jährlichen Betrag von 50 Cent pro Einwohner zu unterstützen, das sind für Ober-Mörlen knapp 3000 Euro per anno. Ein Aus- oder Einstieg während der laufenden Förderperiode ist nicht möglich.

Bewerbungsfrist läuft bis 31. Mai

Seit Monaten werden in vorbereitenden Treffen, Online-Meetings und interkommunalen Workshops Aspekte für eine Lokale Entwicklungsstrategie (LES) gesammelt. Diese ist Voraussetzung für die Anerkennung als LEADER-Region durch das Land Hessen. In diesem Beteiligungsprozess wird bereits mithilfe von Bürgern, Vereinen, Unternehmen und Kommunen eine breite Palette an lokal bezogenen Projektideen zusammengestellt. Nach der Anerkennung - die Bewerbungsfrist läuft bis zum 31. Mai - kann es dann »ans Eingemachte« gehen, auch in Ober-Mörlen. Dem basisdemokratischen Prinzip (auf Neuhochdeutsch: bottom up!) des Förderprogramms entsprechend, sind insbesondere Bürger, Vereine und Kleinunternehmen, aber natürlich auch die Kommunen selbst aufgerufen, Projektideen einzubringen. Insgesamt werden für die 19 Kommunen rund sechs Millionen Euro Fördergelder zur Entwicklung des ländlichen Raumes zur Verfügung stehen.

Als Neuling im Konzert der LEADER-Kommunen tut Ober-Mörlen mit seinen Bürgern gut daran, sich zügig konkrete förderfähige Wunschprojekte zu überlegen.

Sportgelände denkbares Projekt

Eine Reihe förderwürdiger Ideen zur Innendorfentwicklung seien im Zoom-Meeting »Bürgerdialog« für Butzbach, Münzenberg, Rockenberg und Ober-Mörlen am 26. Januar bereits gesammelt worden, berichtete Gottlieb Burk (CDU) im Parlament. Sie könnten als Orientierung dienen, seien aber natürlich nicht bindend.

Joachim Reimertshofer (SPD) freute sich, dass der Antrag seiner Fraktion nun auf fruchtbaren Boden gefallen sei und ermutigte: »Jeder Einzelne kann teilnehmen«. Die Umgestaltung des Sportgeländes »In den Mühlwiesen« zum Sport- und Freizeitpark ist ein denkbares großes Projekt der Gemeinde, das für eine LEADER-Förderung angemeldet werden kann. Das bestätigte im Gespräch mit dieser Zeitung Bürgermeisterin Kristina Paulenz.

Dringend empfahl sie aber auch Kleinunternehmern, sich um eine Förderung zu kümmern, beispielsweise für eine klimakonforme Umrüstung ihres Betriebes oder die Erhaltung von Begegnungsorten. Hervorragende Nutznießer könnten auch Vereine sein, zum Beispiel beim Bau einer Halle.

Nicht zuletzt und ganz besonders seien Privatpersonen gefragt, sich das Programm zunutze zu machen, etwa im Zusammenhang mit Umrüstungen auf dem Weg zur Klimaneutralität (Dämmung, Fotovoltaik, Heizungsanlage). Wichtig in jedem Fall: Reine Sanierung ist nicht förderfähig, geplant sein sollte zumindest eine Funktionserweiterung oder Umnutzung.

Impulse aus dem Januar-Zoom-Meeting für vier LEADER-Kommunen: Konzeptionelle Weiterentwicklung von Kneipen und Plätzen als Begegnungsorte, genossenschaftlich betriebene Läden, regionale Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte. Spannend blieb die Frage, wie das zivilbürgerschaftliche Engagement organisiert werden kann.

Im Wetteraukreis haben sich Kommunen in der Periode 2007-2013 als LEADER-Region Oberhessen und seit 2014 als LEADER-Region Wetterau/Oberhessen beteiligt. Im konstruktiven Zusammenwirken konnten schon zahlreiche Projekte erfolgreich umgesetzt werden und womöglich leuchtendes Beispiel für die eigene Dorfentwicklung sein.

Für die kommende Förderperiode gilt: Neben den Querschnittsthemen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind die wichtigen Handlungsfelder Gleichwertige Lebensverhältnisse und Daseinsvorsorge, wirtschaftliche Entwicklung und regionale Versorgungsstrukturen durch Klein- und Kleinstunternehmen, Naherholung und Tourismus sowie Bio-Ökonomie.

rueg_hau_leader3_180322_4c
Bürgerinitiativen zur Belebung des Dorfes können in alle Lebensbereiche gehen, natürlich auch in Richtung Gesundheit. © Annette Hausmanns

Auch interessant

Kommentare