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Oldtimer-Vulkanausfahrt bietet Fahrspaß durch Traumlandschaften

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rueg_Vulkanausfahrt-Star_4c © Stefan Weil

Endlich kann auch der VHC Eichelsachsen wieder an eine alte Tradition anknüpfen: Nach zwei Jahren Pandemie-Pause lässt er wieder Oldtimer auf zwei und vier Rädern durch die Region schnaufen.

»Alles ist gut gelaufen. Die Teilnehmer waren zufrieden.« Die Bilanz von Organisationsleiter Harald Hendel fällt positiv aus. Nach zweijähriger Corona-Pause haben sich am Sonntag wieder die Räder von zwei- und vierrädrigen Oldtimern bei der schon traditionellen Vulkanausfahrt der VHC-Ortsgruppe Eichelsachsen gedreht.

Diesmal gab es im Vorfeld einige organisatorische Veränderungen zum gewohnten Ablauf. Das Bürgerhaus in Eichelsachsen, ansonsten Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung, konnte nicht genutzt werden. Die Stadt Schotten hat sie als mögliches Quartier für Flüchtlinge aus der Ukraine vorgesehen, wenn das Dorfgemeinschaftshaus in Eschenrod nicht ausreicht.

400 Brötchen geschmiert

»So mussten wir umdisponieren«, erläutert Hendel. Die Teilnehmerzahl war diesmal auf 90 limitiert. Ersatz für das Bürgerhaus fanden man auf dem Gelände der Firma Stadler in Borsdorf. Neben der Mittagspause wurde hier auch die Siegerehrung durchgeführt - mit der Überreichung der Ehrenpreise für jeden Teilnehmer beziehungsweise Team sowie die Siegerpokale für die jeweils drei Erstplazierten in den Wertungsklassen Automobil-Tourist, Automobil-Wandern und Motorrad.

Am frühen Vormittag mussten sich die zum Teil weit angereisten Teilnehmer zunächst mit den neuen Gegebenheiten am Bürgerhaus in Eichelsachsen zurecht finden.

Hier wurden von den Helfern die Startunterlagen, die Bordkarte und eine Wegzehrung überreicht. »Wir haben seit sechs Uhr 400 Brötchen geschmiert«, berichtete Andrea Kaiser von einem arbeitsreichen Vormittag.

Auf dem Vorplatz des Bürgerhauses waren einige Raritäten und motorisierte Schätze zu sehen. Ins Auge sprang zum Beispiel ein Phaeton der Marke Excalibur, den Peter und Heike Krebs aus Ranstadt an den Start brachten. Das Automobil mit 6,2 Liter Hubraum, acht Zylindern und 408 PS wurde 1982 erstmals in Wisconsin (USA) zugelassen und gelangte dann über die Schweiz nach Deutschland.

Bei den Zweirädern gab es eine Harley Davidson aus dem Baujahr 1940 zu bestaunen. Pilot Josef Weisz (Eltville) ist gerade einmal zwei Jahre jünger als sein Oldtimer-Motorrad.

Anfängliche Irritationen

Der Start war nicht wie gewohnt auf dem großen Parkplatz am Bürgerhaus, sondern unterhalb direkt an der Einfahrt in die Straße nach Rainrod. Das führte zunächst zu einigen Irritationen, sodass das erste Fahrzeug erst einige Minuten nach dem geplanten Start um 9 Uhr von Stadtrat Willi Zinnel mit der Deutschlandflagge losgeschickt werden konnte.

Auch Harald Hendel war jetzt vor Ort und ließ es sich nicht nehmen, jedes der teilnehmenden Teams persönlich auf die Reise zu schicken. »Jetzt läuft es rund«, ließ er durchaus erleichtert verlauten, als sich am Startplatz eine kleine Schlange von Fahrzeugen gebildet hatte. Ein Zeichen, dass die Starts jetzt kontinuierlich erfolgen konnten.

Gleich die ersten Kilometer durch das idyllische Eichelbachtal nach Eichelsdorf gaben einen Vorgeschmack darauf, was die Piloten an diesem prächtigen Sommertag erwartete. Genuss pur bei der Fahrt durch die südlichen Ausläufer des Vogelsbergs mit traumhaft schönen Landschaften. Ein besonderer Höhepunkt war die Auffahrt nach Stornfels mit den steilen Serpentinenkurven, die so manchem betagten Motor doch so einiges abverlangte.

Unterwegs knifflige Aufgaben zu lösen

Nach der Durchfahrt von Rainrod wurde Eichelsachen zum zweiten Mal angefahren, dann ging es über Gedern und Glashütten nach Nidda und weiter nach Borsdorf zur Mittagspause, wo Eichelsachsens ehemaliger Ortsvorsteher Stefan Endisch die Piloten und Fahrzeuge vorstellte.

Unterwegs mussten wie immer einige Aufgaben gelöst werden. Durchaus knifflig war zum Beispiel die Frage, wann das Rückhaltebecken kurz vor Eichelsdorf erbaut wurde (Lösung: 2011). Auch das Baujahr des Wasserwerkes Ulfa (1911) musste erkundet werden. Hier ließen sich einige Teilnehmer bei der Internet-Recherche auf eine falsche Fährte schicken.

Einfacher, dafür mit mehr Glück behaftet, war die Würfeleinlage am Berghotel in Stornfels. Die gewürfelten Augen gingen in die Wertung ein. Gefragt wurde auch nach der Länge des sich nach Stornfels in Richtung Rainrod erstreckenden Wasserschutzgebietes (1,6 Kilometer).

Auf der Nachmittagsetappe waren keine Fragen mehr zu lösen. Die Strecke über Ulfa und Gonterskirchen mit einem Abstecher nach Laubach und dann über Schotten und die B 455 zum Ziel in Borsdorf konnten alle Teilnehmer genießen. Fahrspaß pur.

Info: Ergebnisse der Ausfahrt

Klasse Touristik: 1. Markus und Melanie Rauchel (Kirchhain) mit Porsche 911 Targa (Baujahr 1989); 2. Jörg Schneider und Dorothee Lenz (Rainrod) mit Opel Manta B (1978); 3. Andreas Zuhnemer und Darian Trier (Aglasterhausen/Neckar-Odenwald-Kreis) mit Renault R5 GTL (1978).

Klasse Wanderfahren: 1. Michael Hausmann/Lisa Geißler (Schotten) mit Mazda 323 (Baujahr 1988); 2. Markus Spangenberger (Hirzenhain-Glashütten) mit VW Käfer (1976); 3. Reinald Repp (Schotten)/Harald Haus (Eichelsachsen) mit VW Käfer Cabrio 1303 (1972).

Klasse Motorräder: 1. Herbert Schmidt (Löhnberg) DKW RT 200/2 (1955); 2. Michael Sternberger/Frank Dombo (Wiesbaden) mit BMW R60/23 (1965); 3. Stefan Haub (Pohlheim) mit BMW R27 (1962). Foto: Stefan Weil

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