1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

»Orgel um 7«: Musikalisches Doppel mit Königin der Instrumente

Erstellt:

Kommentare

rueg_Orgel_070922_4c_1
Katrin Anja Krauße (links) und Anne Schneider gestalten gemeinsam das Orgelkonzert zum Auftakt der Veranstaltungsreihe »Orgel um 7«. © Björn Leo

Die Reihe »Orgel um 7« ist wieder gestartet. Kirchenmusikerin Anne Schneider ihr Kollegin Katrin Anja Krauße haben ein gemeinsames Konzert in der Büdinger Marienkirche gegeben.

Mit der Konzertreihe »Orgel um 7« werden Spenden für die Sanierung der Orgel, die »Königin der Instrumente«, in der Marienkirche gesammelt, der Eintritt ist jedoch frei. Jeden ersten Donnerstag im Monat spielt Organistin Anne Schneider allein oder mit anderen Musikern verschiedene Stücke.

Am ersten Donnerstag im September stand das Konzert unter dem Motto »Mit vollem Werk - ein Konzert für zwei Orgeln«. Es war das erste nach einer kurzen Sommerpause. Dafür wurde neben der Kirchenorgel noch eine Truhenorgel vor den Altar der Marienkirche gestellt.

Da Kirchenmusikerin Anne Schneider nicht auf beiden Orgeln gleichzeitig spielen kann, hatte sie sich Unterstützung von Kollegin Katrin Anja Krauße geholt. Sie ist als Organistin in der Region Nidda tätig.

Italienische Tradition

»Ich versuche immer, dass ich jemanden dabeihabe, der mit mir musiziert«, sagt Anne Schneider. Die beiden Musikerinnen kennen sich schon länger und spielen, so Krauße, gerne zusammen. Gemeinsam suchten sie die Stücke für die Vorstellung aus und legten sich dabei vor allem auf italienische Werke, wie »Concierto für zwei Orgeln in G-Dur« von Josef Blanco fest.

Es handelt sich dabei um Originalstücke, da es eine italienische Tradition sei, dass es zwei Orgeln in der Kirche gibt. Dargeboten wurde auch ein Stück von Wolfgang Amadeus Mozart, dass später für das Spiel mit zwei Orgeln bearbeitet wurde. Dieses Werk kannte Anne Schneider schon vor ihrem Studium, die Begeisterung dafür hielt an.

Die Proben waren für beide eine Herausforderung. Nachdem jede der beiden studierten Kirchenmusikerinnen zu Hause für sich geübt hatte, trafen sie sich in der Kirche für weitere Proben. Dabei war eine Erschwernis der fehlende Sichtkontakt zueinander. Anne Schneider berichtete, sie habe Katrin Anja Krauße nur zum Schlussakkord angesehen.

Ebenfalls schwierig sei die Akustik in der Kirche gewesen, die ein Zusammenspiel kompliziert machte. »Eigentlich muss man beim Spielen genau zuhören, aber zusammen darf man nicht aufeinander hören«, erläuterte Schneider. Man müsse die Ohren ausschalten. Dazu bräuchte es allerdings erst einmal Mut.

Spenden für Sanierung der Orgel

Die Spenden werden für die Reinigung und Sanierung der Orgel benötigt. Ein solches Instrument sollte alle 25 Jahre gereinigt werden. Zum letzten Mal geschah dies aber vor 27 Jahren, so Schneider.

Fehlt die fachgerechte Wartung, spielen auch Sicherheitsaspekte für die Musikerinnen eine Rolle. Da für eine Reinigung ohnehin das ganze Instrument zerlegt werden müsste, bietet sich eine gleichzeitige Instandsetzung an. Damit möchte man auch das Klangbild verbessern.

Bei der Summe, die zusammenkommen müsste, spricht Schneider von einem »mittleren fünfstelligen Betrag« und »einem Prozess, der über Jahre andauert«.

Anne Schneider wollte bereits mit vier Jahren Kirchenmusikerin werden. Sie entdeckte durch Kirchenbesuche mit ihren Eltern die Liebe zum Instrument. Seit sie zehn Jahre alt ist spielt sie Orgel, davor schon Klavier. Später schloss sie ein Studium in Kirchenmusik ab, das sie als zeitaufwendig und intensiv beschreibt.

Katrin Anja Krauße fing zunächst auch mit dem Klavier an und wurde später von ihrem damaligen Pfarrer gefragt, ob sie nicht Orgel spielen wolle. »Dann hat das Feuer gebrannt«, berichtet die Musikerin aus Lich. Orgelspielen lernte sie mit 15 Jahren. Auch Krauße studierte Kirchenmusik. Anne Schneider stimmt ihr zu: »Man muss für den Beruf brennen.«

Das nächste Konzert steht am morgigen Donnerstag, 6. Oktober, um 19 Uhr an. Dabei wird die Orgel von Katharina Padrok mit Gesang begleitet.

Auch interessant

Kommentare