1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis
  4. Ortenberg

Über 500 000 Euro gegen Kriegsleid

Erstellt:

Kommentare

_3aLOKFBN26-B_142701_4c
Viele Schulen haben nicht nur Geld-, sondern auch Sachspenden gesammelt. © pv

Ortenberg (pm). Sechs Monate nach Beginn des Krieges in der Ukraine zieht der in Ortenberg ansässige Hilfsverein »Aktion Hessen hilft« (AHH) eine Zwischenbilanz seiner Flüchtlingshilfe: Rund 165 000 Lebensmittel-, Hygiene- und medizinische Artikel sind bislang im Rahmen zweiwöchentlicher Hilfslieferungen vor allem der Zivilbevölkerung in der Ukraine selbst, aber auch Flüchtlingen in Polen sowie Flüchtlingshilfe-Einrichtungen in Deutschland zugutegekommen.

Zudem unterstützte der Verein verschiedene Hilfsprojekte mit Geldspenden. Das Hilfsvolumen beziffert AHH-Vorsitzender Tobias Greilich auf mehr als 500 000 Euro.

Zahlreiche Schulen und Kindergärten sowie Vereine und Verbände, ebenso Unternehmen aus ganz Deutschland samt ihrer Mitarbeitenden, private Spender und die Stadt Büdingen haben mit ihrer Unterstützung bislang 13 Hilfslieferungen ermöglicht, sagt Greilich. Ziel war in den meisten Fällen die Ukraine selbst: Da die AHH bereits in den 90er Jahren erste Hilfsgüter in die Ukraine entsandte, konnte sie auf ein Netzwerk von Partnerorganisationen zurückgreifen. Das ermöglichte sofortige Hilfsmaßnahmen ohne große Vorlaufzeit.

Die »Aktion Hessen hilft« fokussierte sich in diesem Netzwerk auf die Bereitstellung von Hygieneartikeln. Dass auch 18 000 Lebensmittel- und etwa 25 000 medizinische Artikel im Wert von rund 75 000 Euro zusammenkamen, ist Greilich zufolge der großen Spendenbereitschaft zu verdanken. Der Schwerpunkt lag jedoch auf rund 120 000 Hygieneartikeln, die man vom Hilfsgüterlager in Büdingen aus verschickte. Diese gingen nicht nur in alle Regionen der Ukraine, sondern auch nach Polen, wo besonders viele Flüchtlinge ankamen. Über Hilfsprojekte, Spendenausgabestellen und Kirchengemeinden erreichte man Tausende Flüchtlinge, wovon sich der AHH-Vorsitzende vor Ort überzeugte.

Weiter Hilfe für das Ahrtal

»Doch Helfen hat nicht immer nur mit allergrößter Not zu tun, sondern manchmal auch einfach mit Solidarität«, betont Greilich. Obwohl völlig klar ist, dass die Not in der Ukraine selbst am größten ist, verweigerte sich die »Aktion Hessen hilft« nicht, als man sie hierzulande um Hilfe bat: Mit 4200 Hygieneartikeln sowie Lebensmitteln, Decken und mehr im Wert von über 15 000 Euro half sie dem DRK Ortenberg bei der Unterstützung der Notunterkunft des Wetteraukreises in Nidda und der Spendenhalle des DRK-Kreisverbands Hanau sowie dem Wisag-Haus in Frankfurt für die dortigen Flüchtlinge.

Möglich machte diese vielfältige Hilfe auch, dass die AHH seit Dezember den früheren Obi-Markt in Büdingen mietfrei nutzen darf. Hier werden Spenden sortiert und zwischengelagert, bevor man sie weiterleitet; Hunderte Paletten an Hilfsgütern schlug man hier um. Das Lager ermöglicht es der AHH auch, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen, so Greilich: Parallel zur Ukraine-Hilfe setzt man auch die Fluthilfe im Ahrtal fort, die vergangenes Jahr begann.

Nach einer Evaluationsreise zu verschiedenen Ukraine-Hilfsprojekten steht fest, wie es weitergehen soll: Die nächsten fünf Hilfslieferungen sind in Planung, zu den bisherigen Partnern sollen zwei neue hinzukommen. Greilich: »Wir wurden auf die besonderen Anforderungen behinderter Kinder aufmerksam, die neben den ohnehin schlimmen Fluchtbedingungen auch auf Therapien, Hilfsmittel und Medikamente angewiesen sind.« So möchte die AHH einem Zusammenschluss von über 100 ukrainischen Müttern mit behinderten Kindern in und um Krakau helfen. Auch ein Flüchtlingslager in Constantia/Rumänien soll zeitnah Hilfe erhalten. Die gemeinnützige »Aktion Hessen hilft« bittet dafür um Spenden auf ihr Konto DE81 5185 0079 0121 0076 65. Greilich: »Wir bitten weiter, uns beim Helfen zu helfen.«

Auch interessant

Kommentare