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»Parkplätze sind angeordnet«

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Von: Petra Ihm-Fahle

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Büdingen (ihm). Wie ist der Sachstand zu den strittigen Bauarbeiten hinter dem Traditionsgasthaus »Bleffe« in der Büdinger Altstadt? Das wollte die Grünen-Fraktion bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung von Bürgermeister Benjamin Harris (CDU) wissen. Ort der Zusammenkunft war die Willi-Zinnkann-Halle.

Die Grünen hakten nach, welche Schritte das Kreisbauamt ergreifen will, falls möglicherweise kein freiwilliger Rückbau erfolge. Und: »Welche Maßnahmen will die Stadt bezüglich der widerrechtlichen Errichtung einer Mauer auf einem städtischen Grundstück ergreifen?« Zudem gaben die Grünen eine Passage aus einem Artikel dieser Zeitung von Juli wieder. Demnach hätten mehrere Seiten der Verwaltung dem Bauherrn laut dessen Aussage grünes Licht gegeben. »Ich habe sämtliche Arbeiten im Vorfeld mit Vertretern der Stadt besprochen. Sie kannten meine Pläne und haben mir noch zugeredet.« So zitierte diese Zeitung seinerzeit den Gastronomen. Die Grünen erkundigten sich nun: »Wie hat die Verwaltung auf diese öffentliche Behauptung reagiert?« Hinter dem Lokal errichtete Inhaber Christoforos Lazaridis eine Betonwinkelstützmauer, die zum einen bis an die historische Stadtmauer heranreicht und zum anderen ein Stück auf städtischem Grund steht. Bauaufsicht, Denkmalamt und Stadt haben das offenbar nicht genehmigt und wollen es auch nachträglich nicht tun.

Aufsicht gefordert

Für Aufregung sorgten auch folgende bauliche Schritte im hinteren Bereich: Eine Garage für zwei Autos, ein Abstellplatz für Müllcontainer und -tonnen (ebenfalls auf städtischem Gelände), ein Zugang zum Lokal, ein großzügiger Sitzbereich sowie Fußboden und Dach für einen ehemals nicht überdachten Bereich des Restaurants. Damit sind laut der Stellplatzsatzung neue Parkplätze nachzuweisen. Lazaridis hatte gegenüber dieser Zeitung betont, er habe keinesfalls gegen Recht und Gesetz verstoßen wollen.

Bürgermeister Harris beantwortete die Fragen der Grünen. »Zunächst ist es eine Aufgabe der Bauaufsicht, hier tätig zu werden, wenn etwas abweichend von der Baugenehmigung ausgeführt worden ist.« Nach dortiger Rückfrage habe man mitgeteilt, mit Lazaridis vereinbart zu haben, die fehlenden Parkplätze herzustellen und dies auch angeordnet. »Das weitere Verfahren ist im Gange. Im Zweifel kann es zu einer Rückbauverfügung durch das Bauamt kommen«, erklärte Harris. Die Behörde sei diesbezüglich sensibilisiert und kontrolliere. »Von städtischer Seite warten wir den Fortgang des Verfahrens ab. Im Zweifel fordern wir zum Rückbau der Überbauung des städtischen Grunds auf. Das ist aber eine privatrechtliche Angelegenheit.« Was die Verwaltung zu der Aussage meint, wonach Vertreter der Stadt Lazaridis »noch zugeredet« hätten, wollte Harris noch klären.

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