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Potenzialentwicklung im Heimatdorf

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Von: red Redaktion

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In vielen Orten schlummern Potenziale, die es zu entdecken und zu fördern gilt. © pv

Wetteraukreis (red). Wer in einem Dorf oder einer kleinen Gemeinde lebt, hat dafür meist gute Gründe. Gute Luft, Ruhe oder Nähe zur Natur. Doch auch auf dem Land bleibt die Zeit nicht stehen, sollen Projekte verwirklicht, Altes bewahrt und Neues entwickelt werden. Aber nicht selten fehlt es im Ort selbst an Ideen, wie sich das Besondere, das Einzigartige des Heimatdorfs herausstellen und würdigen lässt.

Zumal das Alltägliche allzu oft nicht als außergewöhnlich wahrgenommen wird. An dieser Stelle kann der Blick von außen helfen, um Räume anders zu sehen und neu zu interpretieren.

Daher bietet die Wirtschaftsförderung Wetterau zusammen mit der Justus-Liebig-Universität, Fachbereich Raumplanung und Stadtgeografie, unter Leitung von Prof. Dr. Diller, ein neues Projekt an, das sich speziell an Dörfer und kleine Gemeinden richtet. Im Rahmen des Projekts »Geomarketing« werden sich Studierende des Masterstudiengangs »Wirtschaftsgeografie, Mobilität und Raumentwicklungspolitik« im Wintersemester 2022/23 mit Struktur, Chancen und Möglichkeiten der Dörfer in der Region beschäftigen. Im darauffolgenden Wintersemester 2023/24 führt man diese Kooperation fort. Ziel des transdisziplinären Projekts ist es, Dörfer für die Landesgartenschau 2027 fit zu machen. Dabei will man auch vertiefende Kenntnisse zu Stadt- und Regionalmarketing vermitteln und raumbasierte Analysen mit geografischen Informationssystemen einsetzen.

Aufruf an Orte der Landesgartenschau

Deshalb richtet sich der Aufruf an alle 87 Orte der elf Kommunen, die Teil der Landesgartenschau in fünf Jahren sind. Interessierte Orte können sich mit einem Anschreiben bewerben, in dem sie ihr Interesse bekunden. Darüber hinaus sollte man ein kurzes Profil des Orts anhängen, aus dem die Struktur hervorgeht. Dem ersten Aufruf zur Bewerbung für das Studienprojekt folgte unter anderem der Ortenberger Stadtteil Effolderbach. Auch weitere Orte der Landesgartenschau-Kommunen haben ihr Interesse bekundet.

Wie viele Dörfer je Semester in den Genuss der fachlichen Expertise kommen, ist aktuell noch unklar. Die Wirtschaftsförderung geht davon aus, dass etwa 20 Studierende pro Semester am Projekt teilnehmen und in Kleingruppen die ausgewählten Orte besuchen. Möglich wäre auch, zwei oder drei Nachbarorte zusammenzufassen, die sich thematisch ähneln oder ähnliche Voraussetzungen haben. Interessierte Dörfer, die im ersten Bewerbungsverfahren aus Kapazitätsgründen nicht einbezogen wurden, sind automatisch für das Wintersemester 2023/24 vorgemerkt und werden bevorzugt berücksichtigt.

Anfang November ist ein Treffen in den ausgewählten Dörfern geplant, um bei einer Ortsbegehung mit Vereinen, Bürgern und Ortsbeiräten erste Gespräche zu führen. Weitere Termine vereinbaren Studierende und Akteure individuell. Dabei will man Ziele, Strukturen und Potenziale im Ort etwa mit Interviews und kleinen Workshops erarbeiten. Am Ende entwickeln die Studierenden für jeden Ort nachhaltige Handlungsempfehlungen und Konzepte, die für die Landesgartenschau und auch darüber hinaus von Interesse sein können. Eine Ergebnispräsentation plant man in Form einer Abschlussveranstaltung im jeweiligen Ort.

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