1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

Prägend für die AWO

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

hks_Elvira_Koerber_24022_4c
60 Jahre AWO-Mitglied, 27 Jahre Vorsitzende des Ortsvereins Rainrod: Elvira Körber. © Elfriede Maresch

Rainrod (det). Gleich zweimal konnte die Rainröderin Elvira Körber Dankesworte und Glückwünsche entgegennehmen. Aus gutem Grund: Seit sechs Jahrzehnten ist sie Mitglied im Ortsverband Rainrod der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Dafür ehrte sie bereits im Oktober vergangenen Jahres in Lauterbach der Geschäftsführer der AWO Hessen-Süd, Ulrich Bauch. Auch die ganz persönliche Gratulation »ihres« Ortsvereins Rainrod durfte nicht fehlen, wenn auch pandemiebedingt nicht im Mitgliederkreis gefeiert werden konnte.

So besuchten die 2. Vorsitzende Veronika Wingefeld und die Kassenverwalterin Annemarie Bechtold die Seniorin zu Hause, dankten ihr mit dem goldenen Treuezeichen der AWO, einer Urkunde und einem Geschenk.

Es wurde zugleich ein Gespräch mit vielen Erinnerungen, denn Elvira Körber hatte sich aktiv in das Aufgabenfeld der AWO eingebracht. Die 1930 in Rainrod Geborene ist hier aufgewachsen und bis heute ihrem Heimatort sehr verbunden. »Dass der Einzelne für die Gemeinschaft Verantwortung übernehmen muss, war dir von klein auf als viertes von acht Kindern vertraut«, zeichnete Veronika Wingefeld den Lebenslauf der Jubilarin nach. Die Mithilfe der Kinder in Haus, Garten und Feld war selbstverständlich. Auch nach der Schulzeit half das junge Mädchen im Familienhaushalt weiter. Ihren späteren Ehemann Albrecht Körber kannte sie von Kind auf. 1951 heirateten die beiden, eine Tochter wurde ihnen geschenkt. Mit Familienarbeit und Hilfe beim Bau des eigenen Hauses hatte Elvira Körber zunächst genug zu tun. Später arbeitete sie in der Firma Drechsler als Näherin und führte dann einige Zeit mit ihrem Mann eine Gaststätte, das »Boppe-Stübche« in Schotten.

Für die AWO geworben wurde sie durch den kommunalpolitisch aktiven Otto Würtz. 1961 traten sie und ihr Ehemann dem Ortsverein bei. Schon drei Jahre danach wurde sie zur Kassenverwalterin gewählt. »Ich bin mit dem Fahrrad durch den Ort geflitzt und habe die Beiträge eingesammelt«, erinnerte sie sich. Später wurde sie zweite Vorsitzende. Elvira Körber plante die beliebten Tages- und Halbtagesfahrten des Vereins mit, half bei Veranstaltungen, etwa dem weihnachtlichen Seniorenkaffee von AWO und Stadt Schotten. So vergnügt wie anstrengend war der örtliche Kinderfasching, den die AWO zusammen mit anderen Rainröder Vereinen ausrichtete. »Der große Saal im Bürgerhaus war voll, die Kinder hatten ihren Spaß, aber wir waren abends nach der Großveranstaltung schlagskaputt.« Im Jahre 1987 wurde sie zur ersten Vorsitzenden gewählt.

Immer war Elvira Körber bereit, sich neuen Aufgaben zu stellen und diese, unterstützt von ihren Mitgliedern, zu gestalten. Gut besucht waren die regelmäßigen Seniorennachmittage im Winter, zu denen die AWO in das Bürgerhaus einlud. Die Gäste wurden mit Kaffee und Kuchen bewirtet und immer gab es Unterhaltung: Schottens ehemaliger Bürgermeister Hans Otto Zimmermann zeigte Reisebilder, die Vogelsberger AWO-Vorsitzende Heike Bohl hielt Vorträge über soziale Themen und mehr. Wenn Kinder aus der Tschernobylregion zur Erholung kamen, wurden sie von der AWO zu einem sommerlichen Fest eingeladen. Die Mitglieder bedauerten, als Elvira Körber 2014 aus Altersgründen nicht mehr für den Vorsitz kandidierte.

Inzwischen muss sie mehr Rücksicht auf ihren Gesundheitszustand nehmen, lebt aber gut betreut mit Tochter und Schwiegersohn zusammen. Sie ist nach wie vor am örtlichen Geschehen interessiert, gehört seit über 50 Jahren der SPD an, ist Mitglied in verschiedenen Ortsvereinen und bei der Nachbarschaftshilfe Schotten.

Ihr großer Wunsch ist, dass sie die goldene Hochzeit von Tochter und Schwiegersohn in diesem Jahr miterleben kann.

hks_Elvira_1_Ehrung_am_1_4c
Mit dem goldenen Treuezeichen, Geschenk und Urkunde dankten Veronika Wingefeld (l.) und Annemarie Bechtold (r.) der Jubilarin. © pv

Auch interessant

Kommentare