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Wann genau die ersten Gerüstbauer, Klempner oder Maurer ins Theater Altes Hallenbad in Friedberg kommen, ist noch unklar. ARCHIV © Nicole Merz

Wetteraukreis (red). Es gibt gute Nachrichten aus dem Theater Altes Hallenbad in Friedberg. Die wichtigste: Nun geht es endlich los - mit dem letzten Abschnitt des Umbaus sowie mit dem Bühnen-Programm bis Jahresende.

Allerdings: Gewiss ist nur, dass am Samstag, 3. September, ab 19.30 Uhr das Klezmer Connection Trio im Kesselhaus des Alten Hallenbades spielt. Wann die ersten Gerüstbauer, Klempner oder Maurer kommen, bleibt unklar. Zum einen mussten alle Arbeiten ausgeschrieben werden. Manche Angebote passten dann, manche nicht. Zudem drehen die Handwerker derzeit nicht gerade Däumchen. Wer schon Mühe hat, einen Installateur für den hydraulischen Abgleich seiner Heizungsanlage zu finden, der ahnt, wie viel Mühe es macht, ein Projekt von der Größe des Alten Hallenbades zu vollenden.

Hába-Quartett und Anna Mateur

Während der Zeit des Umbaus werden Künstler in den Ausweichquartieren zu sehen und zu hören sein: im Kesselhaus am Hallenbad und im Central Studio in der Friedberger Wolfengasse. Bemerkenswert ist wieder, welche künstlerische Qualität die ausschließlich ehrenamtlich arbeitenden Menschen der Kultur-AG nach Friedberg holen konnten.

Allen voran sind am Samstag, 8. Oktober, ab 19.30 Uhr abermals Mitglieder des HR-Sinfonieorchesters zu Gast. Doch kommen sie dieses Mal nicht allein als Hába-Quartett. Sie bringen Unterstützung aus Südamerika mit: die Charango. Diese Art kleinere Ukulele spielt in den Händen von Diego Jascalevich eine Hauptrolle. Schließlich lautet der Titel des Abends: »Im Quintett durch Südamerika«.

Von ebensolch erlesener Qualität sind die jazzigen Kollegen des HR. Axel Schlosser, einer der führenden Trompeter des Landes, und der Schlagzeuger Jean Paul Hochstädter sind Mitglieder der HR-Bigband. Sie werden am Sonntag, 9. Oktober, ab 18 Uhr von Thilo Wagner am Piano und Jean-Philippe Wadle am Bass unterstützt, wenn sie als »Axel Schlosser Quartett« alte Songs von Louis Armstrong und Duke Ellington präsentieren - ganz neu interpretiert. »To Satch and Duke« ist das Konzert überschrieben, das vermutlich Jazzfreunde aus allen Tiefen der Wetterau nach Friedberg kommen lässt.

Wer nun denkt, ach, alles nur Musik, kennt das Selbstverständnis dieses Theaters nicht. Neben der Qualität ist Vielfalt ein wesentliches Kriterium. Man könnte auch sagen, Abwechslung bis hin zu krassen Gegensätzen. Dafür steht zum Beispiel Anna Mateur. Die gebürtige Dresdnerin ist allein schon äußerlich eine gewaltige Erscheinung - und spielt damit. Als Sängerin, Texterin und Schauspielerin bringt sie Chaos ins Leben der deutschen Spießbürger-Seele. Entsprechend heißt ihr neues Programm »Kaoshüter«. Mit bissigen Texten und Liedern, vorgetragen mit einer Stimme irgendwo zwischen Nina Hagen und Joy Fleming, wird sie am Donnerstag, 24. November, ab 19.30 Uhr zu erleben sein.

Experte für Skurriles

Nicht fehlen darf Jo van Nelsen. Der Experte für Skurriles und Historisches kann nicht nur die Familie Hesselbach aufleben lassen. Am Samstag, 24. September, präsentiert er ab 19.30 Uhr einen Reisebericht aus der Frühzeit des Automobils. Und: Auch wenn es schwerfällt, bei 25 Grad im Schatten an Weihnachten zu denken, es wird kommen. Und vor diesem Fest noch einmal Jo van Nelson. Am Samstag, 3. Dezember, macht er sich ab 19.30 Uhr nicht nur auf die Suche nach mehr Lametta. Er zeigt, wie bemüht, peinlich oder kitschig die Deutschen zwischen 1870 und 1945 Weihnachten feierten.

Natürlich darf auch ein Kinderstück zu dieser Zeit nicht fehlen: »Die Weihnachtsgans Auguste«, eine Komödie mit Puppen und Menschen sowie mit Live von Mozart, zeigt das Figurentheater Eigentlich am Freitag, 25. November.

Weitere Informationen zum Programm des Theaters Altes Hallenbad in Friedberg gibt es im Internet auf www.aha-friedberg.info.

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