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Prozess gegen mutmaßlichen Igel-Quäler beginnt

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Wetteraukreis (ful). Er soll Igel gequält und getötet haben. Deswegen steht der Angeklagte am heutigen Dienstag, 12. Juli, vor dem Amtsgericht Friedberg. Dem 36-Jährigen werden die Igel-Tötungen der vergangenen zwei Jahre im Wetteraukreis vorgeworfen.

Nach Angaben des Staatsanwaltes Thomas Hauburger soll er im Zeitraum von Mai 2020 bis August 2021 mindestens 32 Igel, vier Kaninchen und zwei Katzen gequält und getötet haben. Das Töten oder Quälen von Wirbeltieren ist nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes strafbar und wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet. Igel stehen außerdem unter Artenschutz. Bis zu 50 000 Euro Bußgeld können für das Fangen, Verletzen und Töten sowie für die Beschädigung oder Zerstörung der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten fällig werden.

Im Sommer 2020 haben Passanten in Bad Nauheim und Umgebung mehrfach tote Igel gefunden. Sie waren verpackt in Plastiktüten, lagen in Eimern oder trieben in der Usa. Zum Teil wurden die Hinterbeine der Igel zusammengebunden, der Stachel-Pelz wurde angesengt oder sie litten an inneren Verletzungen. Auch trächtige Tiere waren dabei, die ihren Nachwuchs aufgrund der Misshandlung verloren haben. Einige Igel starben wenige Tage später. Auch zwei tote Katzen wurden in der Usa gefunden, eingewickelt in Plastiktüten. Ein Zusammenhang zwischen den Taten konnte zu dem Zeitpunkt noch nicht bestätigt werden.

Im Frühjahr 2021, nach dem Erwachen der Tiere aus dem Winterschlaf, wurden erneut tote Igel gefunden, ebenso zwei Kaninchen. Es wirkte für »Igelvadder« Otto Luzius so, als seien die Igel geschüttelt worden, denn in der Plastikbox lagen verstreut die Stacheln der Tiere. Luzius kümmert sich ehrenamtlich um kranke oder mutterlose Igel.

Am 16. August 2021, nach über einem Jahr Ermittlungen, konnte die Polizei einen Mann in Ober-Mörlen festnehmen, der die Tiere gequält und getötet haben soll. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung haben die Beamten tote Tiere sowie zwei Igel gefunden, die zwar beide verletzt, aber noch am Leben waren. Die beiden Igel sind in die Obhut von Jutta Knierim-Haustein gekommen, der Vorsitzenden des Vereins »Igelmama«. Mittlerweile, sagt sie, seien die Igel an einem unbekannten Ort ausgewildert worden.

Knierim-Haustein berichtet, dass zum heutigen Prozessauftakt Tierschützer aus ganz Deutschland erwartet werden.

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