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Lob für großen Beienheimer Gemeinsinn

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Den spätmittelalterlichen Tanz »Tourdion« auf ein französisches Trinklied zeigt die Tanzgruppe »Die Füllerlücken« auf der Bühne im vollbesetzen »Raabennest «. © Inge Schneider

Reichelsheim-Beienheim (im). Chroniken und Grußworte, Bildershow, Drohnenflug und mittelalterliche Tanzeinlage, Humor, Gesang und Fanfarenmusik: Ein kurzweiliger Kommersabend im vollbesetzten »Raabennest« stand am Beginn der 1250-Jahr-Feier von Beienheim. Das Dorf, das seit dem 1. Februar 1972 zur Stadt Reichelsheim gehört, beging seine erste urkundliche Erwähnung im sogenannten Lorscher Codex vom 12. Juni 773.

Den Abend eröffnete Thomas Völp im Namen des Festkomitees, gefolgt von einem Beitrag des Gesangvereins Eintracht Beienheim unter Tobias Lipka und anschließender Begrüßung durch den Vereinsringvorsitzenden Fabian Hachenburger. Er teilte sich die Moderation mit Thomas Völp, Markus Herrmann und Sandra Fritsch. In ihrem Grußwort ging Bürgermeisterin Lena Herget auf die Jubiläumsspende der Stadt in Höhe von 10 000 Euro sowie auf zahlreiche Umbau- und Renovierungsmaßnahmen ein, die im Vorfeld des Festes realisiert worden seien: »Wir haben den Karl-Kempf-Platz hergerichtet, dank Festausschuss, Ovag und Henry-Benrath-Schule das Trafohäuschen aufgehübscht und es gab eine von Freiwilligen getragene Pflanzaktion, die für neuen Glanz vor unserer Kita sorgte«, sagte sie. Als größtes Geschenk versprach Herget die Komplett-Sanierung des Karl-Kempf-Platzes, eine Kraftanstrengung für alle, die sich aber für künftige Generationen auszahlen werde.

Ein aktives Vereinsleben

Im Anschluss überreichte die Bürgermeisterin dem Festkomitee dekorative Brotteller samt 1250-Jahr-Beschriftung. Weitere Grußworte und Gratulationen entboten Landrat Jan Weckler und Stadtverordnetenvorsteher Holger Strebert, wobei der Landrat betonte, eine traditionsreiche Gaststätte wie das »Raabennest« finde sich längst nicht mehr in jedem Wetterauer Dorf - sie stehe für den großen Gemeinsinn der Beienheimer.

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Bürgermeisterin Lena Herget (r.) ehrt das Festkomitee mit dekorativen Brottellern. © Inge Schneider

Pfarrerin Kerstin Tenholte stellte sich als erste Frau im Amt in die lange Reihe ihrer männlichen Vorgänger, darunter die im Publikum anwesenden Pfarrer Norbert Friebe und Bodo Leinberger. Auf die Zeit der Reformation eingehend besangen »Die Lutherbarden« unter Tobias Lipka anschließend Luthers Grundsatz »Allein aus Gnade«. Für den Heimat- und Geschichtsverein legte Birgit Eckhardt den Schwerpunkt ihrer Chronik auf das ab 1897 mit dem Turnverein aufblühende Vereinsleben des Ortes. Neben den Traditionsvereinen wie der Feuerwehr, den Radfahrern, dem Gesangverein und dem durch den legendären zugezogenen Berliner Fußballer Erich »Icke« Fiebiger mit ins Leben gerufenen Sport- und Kulturverein SKV, gebe es auch Neugründungen wie den 2016 ins Leben gerufenen Dartclub und nicht zuletzt den Vereinsring, der seit Oktober 1978 bestehe.

»Ohne Aktive, die Verantwortung übernehmen, wird dieses reichhaltige Vereinsleben jedoch zum Erliegen kommen«, mahnte Eckhardt, die sich in ihrer Rede wie auch in der Chronik der Festschrift auf die Vorarbeiten des Historikers und ehemaligen Stadtverordnetenvorstehers Hagen Behrens sowie des engagierten Hobby-Historikers Rainer Rosenbecker bezog. Die Alten sollten Erfahrung, die Jungen Ideen ins Dorfleben einbringen. »Lasst uns unsere Geschichte weiterschreiben.« Im Anschluss boten »Die Füllerlücken« eine Augenweide in mittelalterlicher Gewandung. Sie zeigten den Tanz »Tourdion« auf ein französisches Trinklied. Ein umjubeltes Comeback feierte der Spielmanns- und Fanfarenzug unter Leitung von Volkhard Södler. Die »Ehemaligen«, die sich eigens zum Dorfjubiläum erneut zusammengefunden hatten, rissen das Publikum mit Schunkel- und Stimmungsliedern von den Stühlen. Begeistert wurden auch die Pop-Beiträge der Eintracht aufgenommen, darunter »Dancing Queen« und »An Tagen wie diesen«. Für den krönenden Abschluss sorgten die »Hoppedies«: Stefan Bischoff, Thomas Kolodzceiski und Markus Herrmann nahmen als »Die drei Karls« auf der »Karlsruh’« Platz, ließen die Männer des Dorfes musikalisch hochleben und stimmten abschließend die Beienheim-Hymne an.

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Moderator Markus Herrmann im mittelalterlichen Gewand umarmt Pfarrerin Kerstin Tenholte nach deren gelungener Einstandsrede als erste Frau in einer langen Chronik männlicher Amtsträger. © Inge Schneider
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Birgit Eckhardt vom Heimat- und Geschichtsverein – Arm in Arm mit Moderator Fabian Hachenburger – beleuchtet Beienheims reichhaltige Vereinsgeschichte. © Inge Schneider
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Das „Raabennest“ ist voll besetzt. © Inge Schneider

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