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Reminiszenz an den Sommer bei »Nidda erlesen«

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Von: Petra Ihm-Fahle

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Im Gespräch mit Martin Guth (r.) spricht Ewald Arenz über seinen schriftstellerischen Weg hin zum Bestsellerautor. © Petra Ihm-Fahle

Fesselnd und unterhaltsam gestaltet Bestsellerautor Ewald Arenz den Auftrakt der Reihe »Nidda erlesen« in Bad Salzhausen. Dabei gewährt er auch Einblick in seine schriftstellerische Entwicklung.

Bad Salzhausen (ihm). Einen aufschlussreichen und humorvollen Abend versprach Moderator Martin Guth bei der Lesung von Ewald Arenz im Rahmen von »Nidda erlesen«. Das war nicht übertrieben. Der Bestsellerautor begeisterte das Publikum mit seinem Buch »Der große Sommer«.

Nicht immer schaffen es Autorinnen und Autoren, ihrem Publikum ein hingerissenes Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, wenn sie aus ihren Werken vortragen. Ewald Arenz gelang es jüngst, als er im Parksaal im herbstlichen Bad Salzhausen mit seinem Bestseller »Der große Sommer« auftrat. Anderthalb Stunden dauerte die Veranstaltung im Rahmen von »Nidda erlesen«, inklusive zweier Talkrunden mit Moderator Martin Guth. Arenz verstand es dabei, zu fesseln.

Der Schriftsteller, ein Herr im blauen Anzug und mit Fliege kam zu Beginn auf die Bühne des gut gefüllten, aber nicht ausverkauften Saals. Martin Guth hatte zuvor die Gäste begrüßt. Im Dialog der beiden zeigte sich schnell, welchen Humor Arenz hat. Das zog sich durch den ganzen Abend, an dessen Ende langer herzlicher Applaus ertönte.

Elemente der eigenen Biografie

Die Veranstalter der Reihe »Nidda erlesen« lernten den Autor bei der Buchmesse kennen und waren sofort Fans, wie Martin Guth schilderte. Arenz war 2020 erstmals für das »Lieblingsbuch der Unabhängigen« nominiert worden, einen Preis inhabergeführter Buchhandlungen. Beim zweiten Anlauf, das war 2021, erhielt er die Auszeichnung dann auch - für den Roman, aus dem er nun in Bad Salzhausen las. »Es hat mir viel bedeutet, diesen Preis zu bekommen, da Buchhandlungen sehr wichtig für den Erfolg sind«, gestand der Autor. Auf Veröffentlichungen und Preise kann er aber schon lange zurückblicken. Allerdings musste er auf den richtigen Erfolg laut eigenen Worten lange warten. Und das, obwohl er bereits mit Mitte 20 beschloss, ein professioneller Schriftsteller zu werden. »Hätte ich geahnt, wie lange es dauern würde, den Durchbruch zu schaffen, hätte ich es nicht gemacht«, schmunzelte er. Heute ist Ewald Arenz Lehrer an einem Gymnasium in Nürnberg, und hier unterrichtet er auch nach wie vor.

Um sich in die Gedankenwelt seines Helden einzufühlen, schöpft er auch aus der eigenen Biografie. Die innere Welt seines Protagonisten Frieder ähnelt der insofern, als er eine ähnliche Schulkarriere hatte. So hat der 15-Jährige in zwei Hauptfächern Fünfen im Zeugnis. Um sich auf die Nachprüfung vorzubereiten, soll Frieder für mehrere Wochen zum Großvater, statt mit seiner Familie in die Sommerferien zu verreisen. Der alte Herr ist sehr streng, weshalb der Junge nur mäßig von diesem Gedanken begeistert ist, doch es hilft ihm nichts. Gleichzeitig beschäftigen ihn ganz andere Dinge, denn er hat sich in Beate verliebt und will sie erobern.

Wie ein Blick auf die eigene Jugend

Schön war, wie fein akzentuiert Arenz vorlas und dabei Gestik und Mimik einsetzte. Sprechen kann er wohl auch deshalb so gut, weil er als Hörfunkmoderator beim bayerischen Radio aktiv ist. Vermutlich konnten sich die meisten Zuhörerinnen - es waren überwiegend Frauen da - in die eigene Jugendzeit einfühlen. In die Probleme, die man in der Schule hatte und die zu bewältigen waren, obwohl sich die erste Liebe weitaus wichtiger anfühlte.

Bei der Lesung gab es immer wieder etwas zu lachen, es war aber auch sehr spannend: Etwa als er beschrieb, wie Frieder und seine Clique nachts im Freibad schwimmen wollen und was dabei passiert. Nach der Lesung signierte Arenz im Foyer, wovon viele Gäste Gebrauch machten und die Gelegenheit nutzten, kurz mit ihm zu reden. Manche wollten ihn ermuntern, seine Stimme auch in Hörbüchern erklingen zu lassen. Wie dabei zu erfahren war, haben Hörbuchverlage ihre eigenen Sprecher. Schade eigentlich - zumindest im Fall Ewald Arenz.

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