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Oppershofen macht(e) Musik - Wettertaler Blasmusik und »Afterhour Eierbagge« rocken

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Von: Kim Luisa Engel

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Dennis Schulz (l.) Marcel Heller und Rockenbergs Bürgermeisterin Olga Schneider beim Live-Podcast von »Afterhour Eierbagge«. © Kim Luisa Engel

Blasmusik, Rock, Pop und alles rund um das Wetterauer Landleben. Bei »Oppershofen macht Musik« am Samstag haben die Gäste ausgelassen gefeiert, dazu gab es die ein oder andere Überraschung.

Auf dem gepflasterten Hof stehen Bierzeltgarnituren in langen Reihen. Daran sitzen sich Menschen gegenüber, lachen, reden, trinken. Vor der Scheune des »Heller & Herde«-Hofs in Oppershofen ist eine lange Theke aufgebaut. Am Ende der Tischreihen thront eine riesige Bühne. Dieter Heller, Vorsitzender der Wetteraler Blasmusik steht darauf, hinter ihm knapp dreißig Musiker. »Wie ist das Wettertaler Rock-Pop-Gebläse?«, fragt er. Das Publikum jubelt.

»Oppershofen macht Musik«: Wettertaler Blasmusik und »Afterhour Eierbagge« machen gemeinsame Sache

Am Samstagabend hat dort »Oppershofen macht Musik« stattgefunden - eine Veranstaltung der Wettertaler und der Jungs von »Afterhour Eierbagge«, Dennis Schulz und Marcel Heller. Die Idee dahinter: Etwas für die Region tun und junge Leute für Blasmusik begeistern. Am Nachmittag haben die Wettertaler mit volkstümlicher Musik aufgewartet, am frühen Abend spielen sie Klassiker aus 80ern und 90ern, Modernes sowie Schlager.

Dafür haben die Musiker sich mächtig in Schale geworfen: Die Männer tragen ein weißes Hemd, aufgepeppt mit weinroter Fliege und Hosenträgern, die Frauen ein langes Kleid in der gleichen Farbe.

»Oppershofen macht Musik«: Von Helene Fischer über Michael Jackson zu AC/DC

Dieter Heller steht für ein paar Songs selbst am Mikrofon, singt zum Beispiel ein Udo-Jürgens-Medley. »Siebzehn Jahr, blondes Haar...«, das Publikum singt mit, der Text sitzt. Bei »Sweet Caroline« gehen die Arme in die Luft, auch das »oh, oh, oh« im Refrain kommt wie auf Kommando. Vor dem VIP-Bus auf der Wiese neben der Bühne, auf der sich lokale Aussteller tummeln, tanzt ein Pärchen Discofox.

Danach übernimmt Madeleine Horst am Mikrofon. Sie spielt Posaune bei den Wettertalern und ist als Sängerin aktiv. Sie begeistert mit Klassikern wie »I will Survive« und »Simply the Best«, hat aber auch »Beat It« von Michael Jackson und »Uptown Funk« von Bruno Mars drauf. »Die Tanzfläche ist eröffnet«, ruft Heller. Und spätestens, als Horst und die Wettertaler ein Medley von Helene Fischer anstimmen, gibt es kein Halten mehr. Wieder wird Discofox getanzt. Diesmal direkt vor der Bühne.

»Oppershofen macht Musik«: »Total geplättet von der Resonanz«

Nach der Pause weckt Markus Horst das Publikum mit dem Gitarrensolo von AC/DCs »Highway to Hell« wieder auf. Er unterstützt an der E-Gitarre, Dennis Schmidt am E-Bass. »Ansonsten kommt alles aus der Lunge«, sagt Heller. »Wenn es heißt, ›Oppershofen macht Musik‹, darf eine natürlich nicht fehlen«, kündigt er Bürgermeistern Olga Schneider an, die bei »Let’s get loud« Schellenkranz spielt.

»Wir sind total geplättet von der Resonanz«, sagt Heller, bevor die Wettertaler ihren letzten Song anstimmen. Doch das Publikum hat noch nicht genug, ruft: »Zugabe, Zugabe!« Bevor sie noch mal »Uptown Funk« singt, ruft Madeleine Horst: »Ihr habt euch eine Zugabe verdient, Oppershofen, ihr seid geil! «Dann geht es an die Arbeit - die Wettertaler bauen ab, die »Afterhour Eierbagge«-Band baut auf. Ab 23 Uhr wollen sie den knapp 500 Gästen auf dem ausverkauften Hof mit ihrem Landleben-Rock einheizen.

»Oppershofen macht Musik«: Premiere mit Landleben-Polka

Zuvor haben Dennis Schulz und Marcel Heller einen Live-Podcast zum Besten gegeben (siehe Info). »Oppershofen macht Musik« hat den Auftakt zu ihrer »Digge-Kopp-Tour« gebildet, die aus »Podzerten« - einer Mischung aus Live-Podcast und Konzert - besteht. Spannungsmusik ertönt. Die zwölf Bandmitglieder kommen einzeln auf die Bühne, trinken einen Schnaps. Nacheinander steigen sie in den Song »Afterhour Eierbagge« ein. Marcel Heller gibt am Schlagzeug den Takt vor. Dennis Schulz betritt die Bühne, legt die Steirische Harmonika an und ruft: »Ab jetzt herrscht Landleben-Ausnahmezustand. Los geht’s!«

Sie spielen »Digge Kopp«, die beiden Sänger singen über eine lange Partynacht und den Morgen danach: »Ich hab jetzt schon Ängst, was de Schädel moije brummt. Digge Kopp, das gibt en Digge Kopp.« Danach überrascht die Band mit einer Premiere: Edi Sargert, Dirigent der Wettertaler, hatte seine »Rockenberger Polka« im Stil des Landleben-Rocks arrangiert - mit Bläsern, Schlagzeug, Bass und E-Gitarre fand die Version am Samstag ihre Uraufführung.

Weitere »Afterhour Eierbagge«-Eigenkompositionen sowie ein Medley vom »Bad Nauheimer Bub« Elvis Presley sollten bis tief in die Nacht hinein folgen - so wie am Tag danach vielleicht auch der ein oder andere »Digge Kopp«.

Info: Live-Podcast

In ihrem Live-Podcast von »Afterhour Eierbagge« (AHEB) haben Dennis Schulz und Marcel Heller am Samstag über das Landleben in der Wetterau »gebabbelt«. Dazu hatten sie sich einige Gäste eingeladen: Rockenbergs Bürgermeisterin Olga Schneider sowie Noa und Mo vom Varieté Voila in Bad Nauheim, die mit einer Turn-Kür überraschten. Zudem traten Schulz und Heller in Spielen gegeneinander an: Wer zwei aus drei Spiele für sich entscheiden konnte, gewann Freibier für entweder alle Männer oder Frauen im Publikum. Dennis Schulz errang den Sieg für sich und die Männer, die Frauen gingen jedoch nicht leer aus und bekamen von Heller ein Piccolo. Wie jeder AHEB-Podcast endete auch dieser mit der »Dialekt-Stubb«. Diesmal kamen Vorschläge für die oberhessischen »Platt«-Wörter aus dem Publikum. Schulz und Heller mussten erraten, wer oder was ein »Pitschedabber« und eine »Schlappmaul-Gäht« ist. Über den gelungenen Auftakt ihrer »Digge-Kopp-Tour« in Oppershofen sagt Schulz: »Wir hätten nie mit so vielen Leuten gerechnet. Ausverkauft, total geil.«

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Die »Afterhour Eierbagge«-Band spielt eigene Songs über das Wetterauer Landleben, wie zum Beispiel »Digge Kopp«. © Kim Luisa Engel
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Die Wettertaler Blasmusik heizt mit Rock- und Pop-Hits ein - Vorsitzender Dieter Heller (l.) und Madeleine Horst singen ein Duett, Edi Sargert (von hinten) dirigiert. © Kim Luisa Engel

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