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Rohrbacher Friedhof hat jetzt pflegefreie Grabstätten

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Sind mit dem Ergebnis zufrieden: die Landschaftsarchitektin Anette Schött, Mitarbeiter des Baushofs, Bürgermeister Benjamin Harris und Katja Euler vom Friedhofsamt. FOTO: EICHENAUER © Monika Eichenauer

Es ist eine ansprechende Anlage auf dem Friedhof in Rohrbach geworden, die pflegefreien Grabstätten. Vor allem für Angehörige und Freunde, die ihren Verstorbenen dort in aller Ruhe nahe sein wollen.

Die Planung der pflegefreien Grabstätten auf dem Rohrbacher Friedhof, von denen man bis nach Büdingen blicken kann, lag in den Händen der Landschaftsarchitektin Anette Schött. Die Ausführung hatten die Mitarbeiter des Bauhofs vorgenommen. Sie werden auch ab nächstem Jahr für die Pflege, die derzeit noch von einer externen Firma betrieben wird, verantwortlich sein. Sieben bis acht Pflegegänge im Jahr sind dabei pro Friedhof notwendig, machte Bechtold deutlich.

Angeregt hatte die die Anlage für pflegefreie Grabstätten bereits vor ein paar Jahren der im Januar verstorbene Leiter des Friedhofsamtes, Klaus Reutzel. »Dass alle paar Tage auf den Friedhof gegangen wird, um nach dem Grab zu schauen, hat man nicht mehr. Es ist unter den heutigen Arbeitsbedingungen auch nicht mehr möglich. Zudem wohnen die Angehörigen oft gar nicht mehr im selben Ort und können die Gräber nicht mehr pflegen. So sind auch in Büdingen zunehmend Bestattungsformen gefragt, die keinen oder nur noch geringen Pflegeaufwand mit kleinen Flächenanteilen nach sich ziehen«, erläuterte Katja Bechtold die Ausgangssituation, in der nach und nach alle 13 Friedhöfe in der Großgemeinde einen angemessenen Bereich für pflegefreie Grabstätten erhalten.

Erdbestattungen weiter möglich

Mit der Rohrbacher sind sechs Anlagen bereits gebaut - zwei auf dem Friedhof der Kernstadt und in fünf weiteren Stadtteilen. Zwar nehmen Erdbestattungen kontinuierlich ab, während die Anzahl der Feuerbestattungen stetig steigt. Jedoch können neben Urnenbeisetzungen durchaus auch Erdbestattungen in den pflegefreien Friedhofsarealen vorgenommen werden, führte Bechtold aus. Nachdem sich das Grab gesetzt hat, wird es wieder so bepflanzt, wie es in die Anlage passt.

Das Team des Bauhofs um den Leiter Siegfried Buchhold und seinen Stellvertreter Markus Luther hat die Anlage nach den Vorgaben von Anette Schött so gestaltet und bepflanzt, dass stets ein jahreszeitlicher Flor dort blüht. Die Grabstätten erhalten kleine Sandsteinplatten, in die der Name, Geburts- und Sterbedatum eingraviert werden. Die Flächen sind mit Lavagranulat ausgelegt, das wasserdurchlässig und zugleich Feuchtigkeit speichernd ist und somit der bunten Blumen- und Pflanzenvielfalt gute Bedingungen bietet. Die Wege sind mit Hansegrand belegt, der ebenso wasserdurchlässig und auch für Personen mit Rollatoren gut begehbar ist. Für die Flächenbegrenzung nutzten die Arbeiter vom Bauhof bereits vorhandene Pflastersteine. Sie pflanzten auf dem Areal auch Bäume, die in wenigen Jahren ausreichend Schatten spenden werden und stellten Bänke auf. Die Sandsteinblöcke als Untergrund stammen ebenso aus dem Bauhof-Fundus, die Stahlgestelle für die Holzsitzflächen und Lehnen wurden von einem Rohrbacher Schlosser gefertigt.

Leichenhalle bleibt erhalten

Angenehm in das Gesamtbild der Anlage passt auch die alte Leichenhalle aus Sandstein, die vor einiger Zeit noch abgerissen werden sollte. Doch die Rohrbacher Dorfgemeinschaft nahm sich ihrer an und sanierte sie fachmännisch, sodass sie jetzt eine gute Ergänzung darstellt.

Dank des Bürgermeisters

Bürgermeister Benjamin Harris dankte Anette Schött, Katja Bechtold, dem Bauhof und allen Beteiligten »für die qualifizierte und stilvolle Gestaltung der pflegefreien Grabstättenanlage, in der die Toten eine würdevolle Ruhestätte bekommen und in der die Trauernden ihnen in ansprechender Umgebung nahe sein können«.

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