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Romantisch, farbenfroh und kritisch

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Während der Kulturnacht zeigen die beiden Sebeser Künstler Eugen Macinic und Voicu Preja (von links) ihre Arbeiten in der Garage von Arif Böse neben dem Kölschen Garten. © Corina Sargk

Büdingen (co). 1500 Kilometer ist eine vierköpfige Delegation aus der rumänischen Partnerstadt Sebes/Mühlbach nach Büdingen gereist, damit zwei dortige Künstler ihre Werke in der Kulturnacht präsentieren können. Eugen Macinic ist ein Meister der Aquarellmalerei und zeigt Florales in intensiv leuchtenden Farben und Landschaften. Voicu Preja malt in Öl.

Er hat als Autodidakt, der sich seit fast fünf Jahrzehnten mit Ölmalerei befasst, seine Arbeiten stets verfeinert und es zu hervorragendem Können gebracht. Begleitet werden die beiden Künstler von Felix und Simona Ekart, die beide im Sebeser Rathaus arbeiten. »Felix ist unser zuverlässiger Fahrer«, danken die beiden ihm. In Wien, etwa der Hälfte der Strecke, haben die vier übernachtet, bevor es am Mittwoch nach Büdingen weiterging.

Sieglinde Huxhorn-Engler, die Vorsitzende des Büdinger Verschwisterungsvereins, hatte die Künstler im Namen der Stadt eingeladen und dankt der gesamten Crew, den langen Weg für diese kurze Ausstellungsmöglichkeit auf sich genommen zu haben. Sie hat auch alles für die Ausstellung organisiert. Gezeigt werden die Arbeiten der beiden Künstler aus Sebes in der großen, wie ein Wohnzimmer eingerichteten Garage des Hauses von Küster Arif Böse direkt neben dem Kölschen Garten.

Eugen Macinics Leidenschaft gilt dem Aquarell, aber er malt auch in Pastell und mit Öl. Er arbeitet immer draußen vor Ort. Und wenn es mal regnet, setzt er sich mit Block, Farbe und Pinsel unter einen Schirm oder ins Auto. Seine Landschaften und Stadtansichten, darunter auch ein Blick auf die evangelische Kirche in Sebes und ein kleiner Hafen für Segelboote, zeigen eine beeindruckende Tiefe und zeugen von seinem ausgezeichneten Können. Macinic studierte Kunst in Oradea mit dem Schwerpunkt Malerei, ist Mitglied in der UAPR, einem Verband professioneller bildender Künstler in Rumänien, und Mitglied der Birmingham Watercolour Society. Dort präsentierte er ebenso seine Werke wie in über 70 Ausstellungen in seinem Heimatland, in Frankreich, Spanien, Italien, Österreich und Deutschland.

Michael Winkler war ein enger Freund von ihm. Winkler kam mit seiner Ehefrau Katharina vor über 30 Jahren aus dem Sebeser Stadtteil Petersdorf nach Michelau. Winkler und der Michelauer Uli Engler, beide sind mittlerweile bereits verstorben, waren die Initiatoren der Städtepartnerschaft zwischen Büdingen und Sebes, die 2007 offiziell besiegelt wurde. Dass die beiden Maler nun kulturelle Botschafter ihrer Heimatstadt in Büdingen sein können, ist für sie »eine große Freude und Ehre«.

Voicu Preja war von Beruf Maschinenbau-Ingenieur, ist seit drei Jahren im Ruhestand und malt seit seiner Jugend. Sein liebstes Metier sind Portraits, mit denen er auch schon Preise gewonnen hat. Nach Büdingen hat er fast schon romantisch anmutende Landschaften und Stadtlandschaften mitgebracht, aber auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Wasser. Er zeigt nämlich die Trauer einer alten Frau und eines Kindes über einen durch Umwelteinflüsse verseuchten See, in dem kein Leben mehr möglich ist. Farbenfroh und eine schöne Leichtigkeit verbreitend ist eine Stadtlandschaft Anfang des 20. Jahrhunderts, wohingegen zwei Arbeiten, die Schäfer und ihre Tiere in einer abendlichen Dämmerung zeigen, große Ruhe und Versunkenheit ausstrahlen. Prejas Arbeiten fanden in zahlreichen Ausstellungen in Rumänien selbst wie auch in Madrid hohe Anerkennung.

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