+
Im Neubaugebiet Sang dürften nächstes Jahr die ersten Bewohner einziehen. Daher wird eine Kita gebraucht, deren Bau und Betrieb das Stadtparlament nun endgültig beschlossen hat. Foto: Petra Ihm-Fahle

Neubau am Eisenkrain

Baugebiet „Sang“: Kita soll 2020 öffnen

  • schließen

2019 könnten die ersten Neubürger der „Sang“ in Rosbach in ihre Häuser einziehen. Es wird also Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen, was den Bau einer neuen Kita betrifft – und so geschieht es auch. Und was passiert mit der Kita „Brüder Grimm“?

Es ist entschieden: Das Rosbacher Parlament beschloss jetzt mehrheitlich, eine achtzügige Kita in der „Sang“ errichten zu lassen. Standort ist am Eisenkrain, Träger der Verein zur Förderung der Integration Behinderter Taunus aus Oberursel (VZF). Anfang März 2020 soll die neue Kita öffnen, und solange wollen die Stadtpolitiker denn auch abwarten, was mit der Kita „Brüder Grimm“ geschieht.

Wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht, ist das Baugrundstück 4200 Quadratmeter groß und wird von der Stadt im Rahmen eines Erbbaupachtvertrages zur Verfügung gestellt, der 25 Jahre laufen soll. VZF übernimmt den Bau mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 5,2 Millionen Euro, welches die Stadt mit vier Millionen Euro bezuschusst. Vorgesehen sind zwei Gruppen für U 3-Kinder (je bis zu zwölf Plätze), sowie sechs Gruppen für Kinder über drei Jahren (je bis zu 25 Plätze).

Der Beschluss im Parlament fiel mehrheitlich: SPD, Stimme und FWG waren dafür, die Grünen und Salz dagegen, CDU und FDP enthielten sich. „Wir haben das Baugebiet Sang, eine neue Kita ist absolut notwendig“, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Peter Rathjens im Gespräch mit dieser Zeitung. Wie eine Findungskommission im Vorfeld festgestellt habe, sei VZF eine gute Ergänzung zum bisherigen Kita-Angebot in Rosbach, weshalb die Entscheidung einstimmig auf diesen Verein gefallen sei. „In der Kommission war ein Teil derjenigen vertreten, die für Kitas in Rosbach Verantwortung tragen, und für uns war eine Akzeptanz bei den bestehenden Kitas wichtig.“

Auch wirtschaftlich betrachtet habe VZF besonders gut abgeschnitten. Seitens der Projekt-Gegner habe der Vorwurf im Raum gestanden, einen Massenkindergarten zu schaffen, erläutert der Sozialdemokrat. „In manchen anderen Kommunen gibt es größere Kitas, es ist alles eine Frage der Konzeption“.

Die Entscheidung zur Kita „Brüder Grimm“ sei nun „auf Warteposition“ geschoben. „Es ist noch keine finale Entscheidung getroffen. Der Beschluss, die Kita zurückzubauen, besteht nicht mehr, sondern wir warten eineinhalb bis zwei Jahre ab und schauen, wie viele Kinder wir dann haben.“ Im Herbst bilde sich eine neue Landesregierung, die die Kinderbetreuung möglicherweise anders gestalte. „Da kommt sicher eine neue Nachfrage“, erklärt Rathjens. Wie er denkt, sei das Parlament den Befürwortern eines Bürgerbegehrens pro Kita „Brüder Grimm“ entgegengekommen, was Peter Scholz (Grüne) anders sieht. „Wir hatten mit großer Mehrheit beschlossen, dass die Stadt auch einen Bau in Eigenregie plant. Und nun baut der Betreiber selber. Doch es hieß, wir sollten zustimmen – sonst verzögert sich das um ein Jahr.“

Hinsichtlich der Kita „Brüder Grimm“ hatte das Parlament laut Scholz beschlossen, die Sanierung mit verschiedenen Standards zu prüfen, „was hätte bedeuten können, in der Sang auch mit einer kleineren Kita auskommen zu können“. Zudem sei vorab beschlossen gewesen, zwei vierzügige Kitas zu bauen, „eine achtzügige ist zu groß. Das passt in eine Großstadt, aber nicht in das eher dörfliche Rosbach“.

Durch den Beschluss für die achtzügige Kita sei zu „Brüder Grimm“ eine Vorentscheidung getroffen worden, findet Scholz. „Für mich sieht das aus, als wollte man den Bürgerprotest auszubremsen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare