Zuzüge nach Rosbach stagnieren

Flüchtlinge brauchen Platz

Mit 260 Flüchtlingen im Stadtgebiet rechnete Rosbachs Bürgermeister Thomas Alber (parteilos) noch vor einem halben Jahr. Doch dann schlossen sich die Grenzen südlich von Österreich. Heute leben wie im vorigen Dezember 136 Menschen in den von der Stadt bereitgestellten Unterkünften. Das teilte Alber den Stadtverordneten mit. Allerdings sind nicht alle in Rosbach untergebracht.

Von KLAUS NISSEN

Im ersten Quartal kamen kaum neue Menschen hinzu. Ob und wie viele im nächsten Quartal vom Wetteraukreis zugewiesen werden, stehe erst Ende Juni fest. 29 Familien oder Paare und 31 Einzelpersonen sind in städtischer Obhut, so Alber auf eine Anfrage der SPD-Fraktion.

Die meisten Flüchtlinge kommen aus Afghanistan, dem Irak, Syrien und Pakistan. Sie leben in den städtischen oder angemieteten Wohnungen, Häusern und Gemeinschaftsunterkünften. Eine mit anderen Wetterauer Kommunen betriebene Gemeinschaftsunterkunft in Hirzenhain gibt 13 Menschen Obdach, die zum Rosbacher Kontingent gehören.

Es handelt sich um eine Familie mit drei Töchtern aus Afghanistan, ein serbisches, ein iranisches und ein afghanisches Ehepaar und zwei Äthiopier. In einer Ober-Wöllstädter Container-Anlage lässt die Stadt seit wenigen Tagen sieben weitere Flüchtlinge wohnen. Es handelt sich um fünf syrische Männer und ein irakisches Ehepaar – die Frau erwartet im August ein Baby. Flüchtlingsbetreuer aus Wöllstadt kümmern sich um die Menschen.

Weil bis Ende Juni die letzten Flüchtlinge aus dem verkauften Rosbacher Silica-Gebäude ausziehen müssen, braucht Rosbach weitere Unterkünfte. Sie lässt deshalb zwei der ursprünglich vier geplanten Gemeinschaftsunterkünfte tatsächlich bauen. Am 1. Oktober wird laut Alber das neue Haus im Nieder-Rosbacher Kleinfeldchen fertig sein. Eine weitere Unterkunft baut die Stadt zum gleichen Termin an der Stürzelheimer Straße im Süden von Rodheim.

Die zwei-Etagen-Fertighäuser für jeweils bis zu 25 Flüchtlinge bekommen zwölf Quadratmeter große Wohn- und Schlafräume. Sie sollen auch nach dem Wegzug der Flüchtlinge für normale Wohnzwecke geeignet sein. Die Baukosten finanziert die Stadt mit zinslosen Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Die Tilgung soll aus der Kostenerstattung des Kreises für die Flüchtlingsunterbringung erfolgen.

Momentan zahlt der Wetteraukreis laut Alber pauschal 45 Euro pro Flüchtling und Monat für Unterbringung und Integrationsmaßnahmen an die Stadt. Hinzu kommen 8,10 Euro pro Flüchtling und Tag. Zum ehrenamtlichen Unterstützerkreis gehören nach Angaben des Bürgermeisters derzeit etwa 100 Menschen aus Rosbach.

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