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Der Fundort der Leiche ist mit einem Pfeil markiert. Die Stelle liegt nahe der A 5 neben einem Weg, der damals zwischen Rosbach und Köppern verlaufen ist.

Nach Aktenzeichen XY

Konkreter Hinweis gibt Ermittlern in Wetterauer Mordfall Hoffnung

Ein rätselhafter Mord an einer Frau, deren Leiche an der A5 gefunden wurde, wird von der Kripo in Friedberg wieder aufgerollt - über 20 Jahre nachdem das Verbrechen geschah. Nun erhoffen sich die Ermittler, neue Hinweise über die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" zu bekommen.

Update, 8. März: Nun ist es doch wieder ein Hinweis aus Polen, der den Ermittlern Hoffnung gibt. Zumindest ist es laut Staatsanwalt Rouven Spieler "der eine konkrete Hinweis" zum Fall der 1988 nahe Rosbach gefundenen Frauenleiche.

Spielers Kollege Thomas Hauburger und der Hauptkommissar Ralf Zentgraf baten am Mittwoch bei "Aktenzeichen XY… ungelöst" um Hinweise. Danach liefen die Telefone heiß.

Update, 7. März: Nach der Sendung "Aktenzeichen XY" sind einige neue Hinweise zu dem Fall eingegangen, wie das ZDF berichtet. Von den Zuschauern gab es eine große Resonanz, zitierte das ZDF die Kripo in Friedberg. Die Kripo geht den Hinweisen nach und hat besonders einen Vermisstenfall aus Polen im Auge. Es wird geklärt, ob es einen Zusammenhang mit der Leiche aus Rosbach gibt.  

Update, 4. März:  Die Staatsanwaltschaft und Polizei erbitten in der ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY" Hinweise auf die Identität der unbekannten Toten zu bekommen. Die Sendung wird am Mittwoch, den 06. März 2019, ausgestrahlt. Mit der Vorstellung der neuesten Erkenntnisse in der Sendung erhoffen sich die Ermittler Hinweise auf die nach wie vor ungeklärte Identität der Toten. Für Angaben, die zur Ermittlung und Ergreifung des bzw. der Täter und/oder zur Identifizierung der unbekannten Toten führen, wird eine Belohnung in Höhe von 2.500.- EURO ausgesetzt.

Erstmeldung vom 15. Februar: Friedberg - Es war ein heißer Juni-Tag im Jahr 1988, als Waldarbeiter nahe der A 5 bei Rosbach eine Leiche entdeckten. Zusammengekauert, entstellt, unklar, ob Mann oder Frau. Etwa zehn Wochen hatte sie dort gelegen. Ein Fall, den die Kripo in Friedberg nun gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Gießen wieder aufgerollt hat. Spannender als ein Krimi, voller Rätsel.

Frauenleiche wurde an der A5 gefunden: rätselhafter Fall

Was wäre, wenn die Leiche, die im Juni 1988 im Wald bei Rosbach ganz in der Nähe der A 5 entdeckt wurde, heute gefunden würde? Zwischen der Kriminaltechnik von damals und heute liegen Welten. Heute tragen die Ermittler am Fundort weiße Overalls, Mundschutz und Handschuhe, damals im Rosbacher Wald, so ist auf einer Luftaufnahme zu sehen, standen sie ohne all dies am Fundort der Leiche. Einer von vielen Faktoren, denen Hauptkommissar Ralf Zentgraf begegnet, wenn es um die mysteriöse Leiche aus dem Sommer 1988 geht.

Friedberg Polizei Ralf Zentgraf Friedberg Ermittlungen zur Leiche von 1988 im Wald bei Rosbach Foto: Nici Merz

2017 hat die Kripo den Fall wieder ausgegraben, die Leiche selbst ruht. Auf einem Friedhof in der Wetterau, an einer anonymen Stelle, die der Polizei bekannt ist. "Wenn ich weiß, wer die Frau ist, werden wir überlegen, ob wir die Frau noch einmal exhumieren", sagt Zentgraf. Dann könnte man möglicherweise die Knochen noch mal genauer unter die Lupe nehmen. Gerichtsmedizinische Institute in Gießen, Mainz, Berlin, München, Amsterdam und Innsbruck hatten die unbekannte Tote oder Proben von ihr bereits auf dem Tisch liegen.

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Alles, was äußerlich auf eine Frau oder einen Mann hätte hindeuten können, war nicht mehr da, und auch sonst fehlte einiges. Deshalb sei es schwer, die Todesursache herauszufinden, sagt Zentgraf.

Leiche an der A5: Umgebracht und abgelegt

Dass die Frau umgebracht wurde, davon sind die Ermittler überzeugt. Die Art und Weise, wie die Leiche nahe der A 5 platziert war, ließ auf einen unnatürlichen Tod schließen. Zentgraf zeigt zwei Fotos von der Leiche auf dem Bildschirm. Es verwundert nicht, dass die Ermittler hinsichtlich der Identität im Dunkeln tappen.

Bevor man die Todesursache oder gar den Täter herausfindet, geht es um etwas anderes: "Die Klärung der Identität ist das A und O", sagt Zentgraf. Er sitzt an seinem Schreibtisch, wälzt einen dicken Ordner mit Gutachten zur Leiche und Fotos vom Fundort. Einiges hatte sich in den Wochen und Monaten nach dem Fund angesammelt, vieles kam seit 2017 hinzu, als der "Cold Case", der kalte Fall, wieder heiß wurde. Weil sich Staatsanwaltschaft und Polizei erhofften, dass man mithilfe moderner Methoden herausfinden kann, wer da tot abgelegt wurde.

Frauenleiche an der A5 gibt Rätsel auf

"Das ist die DNA, da hat uns ja schon der Schlag getroffen", sagt Zentgraf, während er im Ordner blättert. Nach dem Fund wurde die Leiche 1988 ins Gerichtsmedizinische Institut nach Gießen gebracht. Dort kam man zu dem Schluss, es müsse sich um eine Frau handeln. Eine Probe wurde nach Berlin geschickt. Von dort kam dann die verblüffende Nachricht: Es ist ein Mann. Mittlerweile wissen die Ermittler, dass es doch eine Frau war. Der Irrtum beruhte wohl auf einer DNA-Spur am Körper, die von wem auch immer stammen kann. Vielleicht von einem Waldarbeiter, der die Leiche gefunden hat, vielleicht von einem der Ermittler ohne Schutzanzug. "Wer sagt uns denn, dass sie nicht vom Täter war?", fragt Zentgraf.

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Nach der Wiederaufnahme des Falls wurden viele Hebel in Bewegung gesetzt. An verschiedenen Instituten wurden Isotope und die Strontium-Strahlenbelastung der Leiche untersucht, beides ließ Rückschlüsse zu: Die Frau muss in Südpolen aufgewachsen, nach der Pubertät in der Alpenregion gelebt haben, später in Südasien, etwa in Indien. Wenige Wochen vor ihrem Tod kam die Frau nach Mitteleuropa.

Hat sie hier in der Wetterau gelebt? Wurde sie von jemandem ermordet, der sich auskannte? Jemand, der den Weg zwischen Rosbach und Köppern kannte, an dem die Leiche lag? Oder war es jemand, der zufällig an dieser Stelle der A 5 auf dem Standstreifen hielt und die Leiche ablegte?

Leiche an der A5: Opfer stammt aus Polen

"Die Frage, die sich mir stellt: Was macht eine junge Polin in Südasien – zu der Zeit?", sagt Zentgraf. Die Welt war in Ost und West geteilt, so einfach in den Westen zu reisen war schwierig. Länger zu bleiben noch schwieriger. Und als Polin vom Westen nach Indien fliegen? 1988 nahezu utopisch.

Der Fall ist ein Rätsel durch und durch. Aber Polizei und Staatsanwaltschaft machen weiter, hoffen auf den Durchbruch, darauf, dass sich jemand meldet, der seit spätestens 1988 eine Frau aus Südpolen vermisst, die in der Wetterau einfach tot abgelegt wurde.

von CHRISTOPH AGEL

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