Kapersburgschule

Rosbach: Schülerin stirbt an Meningitis

Eine Schülerin (8) der Kapersburgschule in Rosbach ist an den Folgen einer Hirnhautentzündung gestorben. Am vergangenen Donnerstag war das Mädchen aus dem Unterricht abgeholt worden, doch konnte der aggressive Krankheitsverlauf nicht mehr eingedämmt werden.

Viele Worte möchte der Schulleiter der Rosbacher Kapersburgschule, Holger Frieß, nicht verlieren: „Die Kinder sind entsprechend informiert, das Schulamt und das Gesundheitsamt betreuen uns sehr gut“, sagt er. Schulpsychologen seien vor Ort und sprächen mit den Lehrern und Kindern. „Das funktioniert alles wirklich gut“, sagt der Schulleiter.

Der schnelle Tod des achtjährigen Mädchens erschreckt: Sie war erst am vergangenen Donnerstag krank aus dem Unterricht abgeholt worden. Am Freitagabend wurde das Mädchen in die Universitätsklinik in Gießen eingeliefert, am gestrigen Dienstag die meldepflichtige Erkrankung an das Gesundheitsamt gemeldet.

Allerdings: „Für die Schule wird es keine weiteren Einschränkungen geben“, erklärt Rosemarie Zur Heiden vom Schulamt in Friedberg. In den kommenden Tagen würden Schulpsychologen die Themen Tod und Trauer mit den Jungen und Mädchen der Kapersburgschule behandeln.

Beim Thema Meningitis helfe indes nur lückenlose Aufklärung. In der Schule herrsche weiterhin keine Ansteckungsgefahr, dennoch wurden Personen, die Kontakt mit der Schülerin hatten, aufgefordert, einen Arzt aufzusuchen.

Es handelt sich bei der Krankheit um Meningokokken-Meningitis, eine besonders schwere und gefährliche Form der Hirnhautentzündung. Sie kann innerhalb nur weniger Stunden tödlich enden.

Der Leiter des Friedberger Gesundheitsamtes, Dr, Reinhold Merbs, erklärt: „Auslöser dieser schweren Hirnhautentzündung sind Bakterien der Gattung Neisseria Meningitidis, kurz Meningokokken. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung tragen diese Erreger, ohne dass sie Symptome verursachen.“ Die Bakterien siedelten vorzugsweise im Nasen-Rachen-Raum. Daher könnten Keimträger die Meningokokken per Tröpfcheninfektion, beispielsweise durch Husten oder Niesen, übertragen und andere Menschen anstecken.

Selbst bei schneller intensivmedizinischer Therapie würden etwa fünf bis zehn Prozent der Menschen mit Meningokokken-Infektion sterben, sagt der Experte. Den besten Schutz biete eine Meningokokken-Schutzimpfung. Seite 8

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