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Rewes Logistikzentrum liegt in Rosbach direkt an der A45. Auch die Discountertochter Penny hat hat hier eine Halle. Archivfoto: Axel Häsler

Grüne kritisieren Flächenverbrauch

Rosbacher Unternehmen zieht es weg

Dass Rewes Logistikzentrum mit seinen insgesamt 240 Mitarbeitern von Rosbach nach Wölfersheim umzieht, ist bereits seit einigen Wochen bekannt. Doch sind noch Fragen offen: So schimpfen die Wölfersheimer Grünen über den Neubau in Berstadt und die Zukunft des alten Lagers in Rosbach ist unklar. Auch ein zweites Unternehmen verlässt Rosbach bald in Richtung Wölfersheim.

Der Wegzug des Rewe-Logistikzentrums nach Wölfersheim sei für die Rosbacher Stadtkasse „verkraftbar“. Das sagt Bürgermeister Thomas Alber (parteilos) vor dem Stadtparlament. Der Abzug von 240 Beschäftigen verringere die Gewerbesteuer-Einnahmen nur in einem „übersichtlichen“ Ausmaß. Über die Nutzung des Geländes an der Rewe-Zentrale sei er mit dem Unternehmen im Gespräch, so Alber.

Diese Aussage stößt bei Rewe in Rosbach jedoch auf verblüffen: „Ich kann in der Zentrale in Köln momentan nicht nachfragen, aber hier in Rosbach ist weder mir, noch dem zuständigen Logistikleiter bekannt, dass Rewe mit der Stadt Gespräche über das Gelände führt“, erklärt Anja Krauskopf, Pressesprecherin der Rewe-Region Mitte.

„Ich muss mich da auf die momentan vorliegenden Daten verlassen und kann nur berichten, dass weiterhin die Idee besteht, dass die Halle von Penny genutzt werden könnte.“ Weiterhin wolle man nach wie vor die Verwaltung in Rosbach belassen.

„Die Halle ist gut zu vermarkten, da das Gelände sehr günstig liegt“, weiß Krauskopf.Der Bürgermeister Thomas Alber bestätigt bei der Stadtverordnetenversammlung, dass auch die seit Jahrzehnten in Rosbach sitzende Firma Denis Privé mit ihren 21 Beschäftigten nach Berstadt umzieht. Das Unternehmen vertreibt landwirtschaftliches Zubehör. Für die noch freien Gewerbe-Grundstücke in Rosbach zählt Alber momentan 17 Interessenten. Ein 1800 Quadratmeter großes Areal an der Siemensstraße ist für 271 000 Euro verkauft. In Wölfersheim sieht gerade eine Partei dem Rewe-Umzug nicht sehr gelassen entgegen. Erst drei Tage vor dem Beschluss, das Lager in Wölfersheim zu bauen, habe man davon erfahren, hatten die Wölfersheimer Grünen nach Bekanntgabe des Beschlusses gepoltert.

„Während Bürgermeister Rouven Kötter (SPD) ein solches Überrumpeln für in Ordnung hält, ist es für die Grünen schlicht die Missachtung parlamentarischer Beteiligung.“ An der A45 entstehe nun ein riesiges Bauwerk, das die Landschaft prägen und die Sichtachse zum Vogelsberg verstellen werde.

Weiter wird kritisiert: „Während Windkraftanlagen vor allem aus ästhetischen Gründen öffentlich diskutiert und bekämpft würden, werde die Weichenstellung für ein solches Bauwerk in Wölfersheim im Handstreich durchgezogen“, beschweren sich die Grünen.

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