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»Das trifft uns mit aller Härte«: Stadt sucht Unterkünfte für Geflüchtete

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Von: Edelgard Halaczinsky

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Auf dem Stanzel-Gelände am Bahnhof könnten womöglich Wohncontainer für Geflüchtete aufgestellt werden. Die Halle selbst ist ungeeignet. © Lothar Halaczinsky

Einen eindringlichen Appell richtete Bürgermeister Steffen Maar am Dienstagabend an die Ausschussmitglieder: »Wir brauchen dringend Wohnraum für die Ukraine-Flüchtlinge«, mahnte er an.

»Das ist ein Riesenthema und trifft uns mit aller Härte«, beschrieb er den Ernst der Lage. Überrascht zeige er sich, dass dieses Thema in den Medien aktuell so wenig Resonanz finde, sagte Maar. »Bei der Flüchtlingswelle 2015 waren die Zeitungen voll mit Berichterstattungen, und heute findet man kaum etwas dazu.« Dabei sei die Lage fast brenzlicher als vor sieben Jahren. Der Wetteraukreis stehe im Blick auf die Wohnraum-Kapazitäten bereits mit dem Rücken zur Wand. Ihm werde nichts anderes übrig bleiben, als nun die Kommunen in die Pflicht zu nehmen, doch die Suche nach geeignetem Wohnraum gestalte sich auch dort schwierig. »Die großen Wohneinheiten sind schon alle angemietet«, sagte Maar. Zudem habe Rosbach bei der Flüchtlingsunterbringung einen Rückstand von derzeit 53 Personen. »Wenn wir in Januar noch fünfzig oder sechzig Personen einquartieren müssen, dann weiß ich nicht, wo die wohnen sollen«, ergänzte er.

Die Lage sei so dramatisch, dass schlimmstenfalls die Turnhallen und Bürgerhäuser im Stadtgebiet in Anspruch genommen werden müssten. Das wolle er jedoch nach Möglichkeit vermeiden. »Wenn wir die Flüchtlinge in Turnhallen unterbringen müssen, sind all jene Bürger unserer Stadt betroffen, die Sport und Bewegung dringend benötigen«, meinte auch Wolfgang Lingenau (SPD). Man müsse zuerst nach anderen Lösungen suchen. Auch der Bürgermeister bevorzugte Alternativen, musste aber eingestehen, dass diese momentan nicht in Sicht sind. Einzig das Gebäude der ehemaligen Kita Brüder Grimm komme derzeit in Frage. Man werde prüfen, ob es für die Flüchtlingsunterbringung geeignet ist. Leerstehende Industriehallen, wie man sie andernorts anmietet, habe man in Rosbach nicht. Auch die Halle auf dem Stanzel-Gelände am Bahnhof habe sich als untauglich erwiesen, doch das umgebende Areal sei möglicherweise als Container-Standort geeignet.

Marco See (CDU) gab zu bedenken, dass im Sinne der Gleichverteilung auch in Rodheim nach Unterbringungsmöglichkeiten gesucht werden müsse. Dort stünde zum Beispiel die alte Sporthalle neben der Erich-Kästner-Schule zur Verfügung. Außerdem ließen sich auf dem benachbarten Parkplatz Container aufstellen. Maar gab zu Bedenken, dass die Turnhalle einer vorangegangenen Überprüfung wegen massiver Schäden am Dach nicht Stand gehalten habe. Dennoch gelte es, jede freie Immobilie auf Brauchbarkeit zu überprüfen. Einig war man sich, zunächst die Kita Brüder Grimm auf den Prüfstand zu stellen. Komme man hier zu einem negativen Ergebnis oder sei der Platz nicht ausreichend, wolle man im Stadtgebiet nach Container-Lösungen suchen.

Ganz ohne Kompromisse scheint es nicht zu gehen: »Wenn wir das Stanzel-Gelände mit Containern bebauen müssen, kollidiert das eventuell mit unseren Plänen für die Neugestaltung des Bahnhofsgeländes«, sagte der Bürgermeister. Gleiches könne in Rodheim passieren: Auf dem Areal neben der alten EKS-Schulsporthalle soll bekanntlich eine Kita mit angrenzenden Parkplätzen entstehen.

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