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Fetzige Musik und verlorene Wetten

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Von: Edelgard Halaczinsky

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sda_posaune2_250722_4c_2 © Lothar Halaczinsky

Rosbach (sky). Mit einer fetzigen »Intrade« stimmte der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinden von Ober- und Nieder-Rosbach am Donnerstag sein Turmblasen am Fuße der Burgkirche an.

»Das waren früher die ersten Stücke in einem Gottesdienst, die die Gemeinde aufwecken sollten«, erläuterte Chorleiter Hilmar Koch bei seiner Begrüßung der rund hundert Gäste und Bläser. Diesmal war es zum Start die Musik eines sich heranschleichenden Panthers gewesen, der jäh zum Sprung ansetzt und mit einem Satz seine Umgebung wachrüttelt. Jungbläser und »Alt-Gediente« erfreuten dann fast drei Stunden lang ihr Publikum mit abwechslungsreichen Melodien aus Liederbüchern und von Deep-Purple-Songs (»Smoke on the Water«) über John Browns Body war für fast jeden Musik-Geschmack etwas dabei.

Manch ein Zuhörer staunte über die schon seit Jahren stets wachsende Zahl von Kindern und Jugendlichen, die von Simone Koch und Niklas Himmelreich in ihrer Freizeit an die Blasinstrumente herangeführt werden. Ihrer unermüdlichen Jugendarbeit ist es zu verdanken, dass sich der Posaunenchor heute in seinen Leistungen wie auch zahlenmäßig durchaus mit anderen messen kann.

Das Turmblasen gehört seit 1991 zu den traditionellen Veranstaltungen des Chores. Damals wettete der Konfirmand Tobias Hoffmann mit Pfarrerin Mick-Solle, dass es ihm gelingen würde, eine Flasche Messwein aus der Sakristei zu entwenden. Bei verlorener Wette waren vom Kirchturm aus drei Lieder mit der Trompete zu blasen. Tobias Hoffmann kam in den Besitz des Kirchenschlüssels, Mick-Solle erfreute die Nieder-Rosbacher mit Blasmusik von des Kirchturms Spitze, und man hatte eine Tradition mehr: Alljährlich am letzten Donnerstag vor den Sommerferien ertönt von der Spitze des Kirchturms Blasmusik, und die Pfarrerin spendet den Zuhörern den Reisesegen.

Diesmal kam sogar noch eine zweite Wette hinzu: Chorleiter Hilmar Koch hatte ein Fass Bier zu spendieren, wenn mindestens zehn örtliche Vereine es schafften, mit je mindestens zehn Leuten im Kirchgarten zu erscheinen. Das Fass Bier wurde fällig und mit einem »Prosit zur Gemütlichkeit« freute man sich über das frisch gezapfte, kühle Blonde. »Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat«, lautete anschließend der von Pfarrerin Mirjam Welsch dazu ausgesuchte Reisesegen.

Niklas Himmelreich und Bastian Handtke waren diesmal die beiden Trompeter, die den musikalischen Gruß in die Gemarkung sendeten.

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