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Flüchtlingshelfer vernetzen sich

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Von: Edelgard Halaczinsky

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Helfer und Betroffene in der Adolf-Reichwein-Halle. FOTO: LH © Lothar Halaczinsky

Rosbach (sky). Auch in Rosbach ist an vielerlei Stellen die Hilfe für die Ukraine-Flüchtlinge angelaufen. Dieser Tage lud die Stadt ehrenamtliche Helfer und Betroffene in die Adolf-Reichwein-Halle ein, um Angebote und Nachfragen zu kanalisieren und sich einen Überblick zu verschaffen.

»Bei der letzten Flüchtlingswelle vor fünf, sechs Jahren haben wir viele Erfahrungen sammeln können, von denen wir heute profitieren«, sagt Erwin Tiegs, der damals die Sprachkurse für Flüchtlinge aus Vorderasien organisierte und auch jetzt wieder mit dabei ist. »Nur wenige von uns haben eine Ausbildung als Lehrer«, fügt er an und verweist auf die trotzdem hohe Erfolgsquote der damaligen Schüler: »Viele von ihnen haben heute einen guten Beruf.«

Frauke Stock, die seitens der Stadt als Ansprechpartnerin fungiert, ist dankbar dafür, dass sich die Lehrergruppe wieder so schnell zusammengefunden hat. Sie weiß aber auch, dass ohne eigenes Engagement nichts geht. »Vernetzen Sie sich untereinander und helfen Sie sich gegenseitig«, forderte sie die rund 80 Anwesenden mit Hilfe der Übersetzerin Elena Balke auf. Manches sei anders als vor fünf Jahren, und für manche Bescheinigung die Frist kurz. .

Etwa 110 Flüchtlinge habe Rosbach derzeit aufgenommen, aber so genau lasse sich das nicht sagen. »Anders als bei den Flüchtlingen aus Syrien oder Afghanistan haben sie keine Residenzpflicht«, sagt Stock. Da könne ein Flüchtling, der sich heute hier anmeldet, morgen schon wieder weg sein. Das erschwere auch die Unterbringung in städtischen oder durch die Stadt vermittelten Wohnungen. Trotz dieser Schwierigkeiten habe man Verständnis für den Wunsch der Flüchtlinge, wieder mit Leuten aus der Heimat zusammenzukommen. Einige nutzten die Gelegenheit, Kontakte zu Bekannten, die in Rosbach untergekommen waren, wieder aufleben zu lassen, und erkundigten sich nach Möglichkeiten eines Umzugs aus dem Ostkreis.

Paulina Heiligenthal, die zum Kreis der Rosbacher Deutschlehrer gehört, weiß, wie schwierig es ist, an einem neuen Ort Fuß zu lassen. Sie hat die deutsche Sprache mit all ihren Schwierigkeiten in der Grammatik erst später lernen müssen. Sie sagt: »Wer die Sprache nicht versteht, hat verloren,« und lädt alle Ukrainerinnen und Ukrainer dringend zu den Deutschkursen ein. Die finden auch diesmal wieder im kath. Gemeindezentrum in der Preulgasse statt.

Um die Gruppen einteilen zu können, verschafften sich die Lehrer einen ersten Überblick darüber, wer beispielsweise kyrillisch schreiben kann, wer Englisch gelernt hat oder wer bereits der deutschen Sprache mächtig ist.

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