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Rosenkrieg zum Schmunzeln

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Von: Harald Schuchardt

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Nur auf der Bühne darf Brandy Miller ihrem Kollegen Knut Michler - im Theaterstück der Ehemann - eine Bratpfanne über den Kopf ziehen. Wer wohl den Rosenkrieg gewinnt? © Loni Schuchardt

Rosbach (har). Viele Kulturschaffende - egal ob Profis oder Amateure - wurden vor nunmehr genau zwei Jahren von der Corona-Pandemie ausgebremst, so auch die Rosbacher Theatergruppe »Rambelichter«. »Von einem auf den anderen Tag ging nichts mehr«, erinnert sich Knut Michler, der seit zwölf Jahren Regie bei der Anfang der 1990er Jahre gegründeten Theatergruppe - einer Abteilung des SV 98 Rosbach - führt.

Der 47-Jährige, der viele Jahre Keyboard in der Band »The Bizzles« spielte, wollte jedoch »irgendetwas machen«, wie er es formuliert und suchte nach Theaterstücken in kleiner Besetzung - und er wurde fündig.

(Un)Happy End« heißt das Zwei-Personen-Stück, das Teresa Sperling und Stefan Voglhuber aus dem bayerischen Deggendorf geschrieben haben und als »amüsanten Rosenkrieg« bezeichnen. »Das hat mich sofort fasziniert«, meint Michler, der bei einer Bank tätig ist.

Er setzte sich mit den Autoren in Verbindung, und wurde sich mit beiden bezüglich der Aufführungsrechte schnell einig. Fehlte noch eine Partnerin. »Ich habe gleich an Brandy gedacht, sie hat sofort Ja gesagt«, erinnert sich der Urrosbacher.

Brandy - das ist Brandy Miller, die ebenfalls bei den »Rambelichtern« aktiv ist. Die gebürtige Steinfurtherin hat an der Akademie für darstellende Kunst in Regensburg Schauspiel studiert, machte nach dem abgeschlossenen Studium die Schauspielerei jedoch »nur« zu ihrem Zweitberuf und ist als Empfangsassistentin bei einem großen Betrieb tätig. Kennengelernt hatten sich die beiden 2011 bei der Theatergruppe Assenheim, wo Michler die Titelrolle des Stücks »Quasimodo« übernommen hatte. »Und ich spielte einen Wasserspeier«, erinnert sich die 34-Jährige und lacht los.

Im Bikini auf der Bühne

Inzwischen ist auch Miller bei den »Rambelichtern« aktiv. Michler: »Ich habe 2015 für die Komödie »In Flagranti Dilettanti« eine Frau gesucht, die auch im Bikini auf die Bühne geht, Brandy hat sofort zugestimmt.« So wurde die Schauspielerin festes Ensemblemitglied bei der Theatergruppe, die nun als »Zwei Rosbacher Rambelichter« fungieren.

Ab März letzten Jahres wurde der Text auswendig gelernt und dann über Zoom digital geprobt. Beim Textlernen wurden die Partner des Duos eingespannt und übernahmen jeweils die Rolle des Mitspielers.

Eigentlich wollten die »Zwei Rosbacher Ranmbelichter« im Herbst und Winter 21/22 durch die Wetterau touren, doch es kam nur zu zwei Vorstellungen im September in der Apfelwein-Straußwirtschaft »Zum Gerippte« in Ockstadt. Hier fanden auch die Live-Proben sowie die Generalprobe statt.

Michler: »Für uns ist der Hof ideal, wir sind nah dran am Publikum, brauchen keine Technik oder Bühne. Die Besucher sind mittendrin, und sie finden sich in dem Stück immer wieder, was die Reaktionen gezeigt haben.«

Das liegt natürlich am Inhalt der turbulenten Beziehungskomödie: Ein Ehepaar will sich trennen, verbringt noch eine Nacht in einer Berghütte, um die Ehe aufzuarbeiten. Dieser letzte Versuch, sich doch noch zu finden, hat das Ehepaar im Ehevertrag festgeschrieben. Die »Zwei Rambelichter« spielen das Stück in »leichtem Hessisch«, wie es Michler beschreibt.

Nach dem großen Erfolg im »Gerippte« in Ockstadt war aber schon Schluss. Michler: »Der Wille war da, die Welle war stärker.« »Wir haben den vielen Text aber nicht für nur zwei Vorstellungen gelernt«, meint Miller und so beschloss das Duo, in diesem Jahr durchzustarten. »Wir suchen noch geeignete Spielorte«, sagt Michler. Drei wurden schon gefunden.

Und auch die Theatergruppe mit rund 20 Mitgliedern will nun wieder aktiv werden. »Wir sichten gerade die infrage kommenden Stücke«, sagt Michler. Jedenfalls wurden schon zwei Aufführungen der Theatergruppe im Veranstaltungskalender des Rosbacher Kultursommers aufgenommen.

»Wir hoffen, dass in diesem Jahr alles klappt, so wie wir es planen, meinen die beiden abschließend. Dann gäbe es für das Zwei-Personen-Stück doch noch ein »Happy End«.

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Gemeinsam lernen Brandy Miller und Knut Michler die Texte für ihr Zwei-Personen-Stück »(Un) Happy End«. © Loni Schuchardt

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