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Städtischer Wohnungsbau in Rosbach: Vier Zimmer, Küche, Bad

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Von: Edelgard Halaczinsky

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Sebastian Briel (l.) und Günter Kruse vom städtischen Baumanagement ist der frisch renovierten Wohnung im Hainerweg. © Edelgard Halaczinsky

Städtischen Wohnungsbau gibt es in Rosbach seit 1850. Die Aufgabe der Stadt ist es auch, beim Mieterwechsel zu überprüfen, ob eine Renovierung nötig ist, wie kürzlich im Hainerweg.

Seit 1850 betreibt Rosbach städtischen Wohnungsbau. Mit einer Liegenschaft in der Rodheimer Hauptstraße steht dort das älteste Haus aus städtischem Besitz. Weitere Wohneinheiten gibt es im Bahnhof (1905) oder in der Friedensstraße (1920), sodass sich der Bestand Stück für Stück vergrößerte. Mit Ausweisung des Baugebiets »Die Sang« sind gerade in den letzten Jahren noch einige Wohnungen hinzugekommen.

»Die meisten Wohnungen wurden aber in den 1950er Jahren geschaffen, als der Wohnraum besonders knapp war«, sagt Sebastian Briel von der Stabsstelle des Bürgermeisters. Inzwischen ist der Bestand auf 57 Wohnungen angewachsen, die meisten davon Kleinwohnungen mit ein bis zwei Zimmern plus Küche, Diele und Bad.

Städtischer Wohnungsbau in Rosbach: Fachleute überprüfen nach Auszug

Wann immer eine von ihnen frei wird, überprüfen Fachleute im Auftrag der Stadt den Zustand und vermerken, ob und in welchem Ausmaß Reparaturen oder gar Sanierungen erforderlich sind. Zuletzt stand eine der größten städtischen Wohnungen - eine behindertengerechte Vier-Zimmer-Wohnung mit Aufzug im Hainerweg - zur Renovierung an.

Elektro- und Sanitäreinrichtungen wurden erneuert, Fußböden und Wände neu belegt, Heizkörper und Türen ausgetauscht. Herausgekommen ist ein helles und freundliches Domizil von 110 Quadratmetern Größe mit Bad und Bad/WC, einer großen Küche und einem abschließbaren Schuppen im Hinterhof für Fahrräder oder Kinderwagen. Über einen Außenaufzug ist die Wohnung auch für Rollstuhlfahrer zu erreichen.

Städtischer Wohnungsbau in Rosbach: Mietpreis 7 bis 7,50 Euro pro Quadratmeter

Bis auf die Fenster ist alles neu. Trotz rechtzeitiger Ausschreibung hatte sich kein Anbieter gefunden, der die Fenster und Türen aus den Anfängen der Isolierverglasung hätte austauschen wollen. »Im Oktober soll die Wohnung vermietet sein - wenn eventuell auch zunächst noch mit den alten Fenstern«, sagt Günter Kruse vom städtischen Baumanagement. Der Mietpreis für eine sanierte Wohnung aus städtischer Hand liegt in Rosbach bei 7 bis 7,50 Euro pro Quadratmeter.

»Diese Wohnung ist ideal für eine Familie mit Kindern«, meint er. Auch aus energetischer Sicht ist sie ein Schnäppchen, denn in absehbarer Zeit soll auch noch die Außenfassade wärmegedämmt werden. Und im Zuge dieser Arbeiten soll unter dem Dach noch eine weitere Wohnung eingerichtet werden. »Es ist unsere Aufgabe als Stadt, für genügend Wohnraum für unsere Bürger zu sorgen«, stellt Sebastian Briel fest.

Nicht immer hat die Stadt in dieser Form den Wohnungsmarkt geregelt, und zeitweilig sei die Vergabe von Wohnungen im Stadtgebiet weitestgehend über den freien Markt erfolgt, sagt Briel. Das habe Auswirkungen auf die Preisgestaltung gehabt, denn private Anbieter könnten zum Beispiel die Instandhaltungskosten nicht immer so gut abfedern wie etwa eine Kommune und müssten Steigerungen an die Mieter weitergeben. »Wir wissen, dass der Wohnungsmarkt für die Stadt ein Zusatzgeschäft ist, aber bei den Kitas legen wir ja auch drauf«, sagt Briel weiter.

Städtischer Wohnungsbau in Rosbach: Überraschungen verbergen sich

Nicht immer steht bei Mieterwechsel eine so umfangreiche Sanierung an wie im Fall dieser rund siebzig Jahre alten Vierzimmerwohnung - und nicht immer lässt sich das wahre Ausmaß auf Anhieb erkennen. »Wir hatten vor Kurzem eine Wohnung, die war so gut in Ordnung, dass ein Anstrich für die Weitervermietung reichte«, erinnert sich Kruse. Er weiß aber auch, dass sich hinter einem neuen Laminat oder einer neuen Tapete noch viele Überraschungen verbergen können. »Neulich mussten wir vier Bodenbeläge übereinander entfernen, bevor wir mit dem eigentlichen Renovieren beginnen konnten, dabei sah die Wohnung eigentlich recht gepflegt aus.«

Auch die Belastung durch umweltschädliche Materialien spielt eine große Rolle. »Wir unterwerfen eine Wohnung bei Mieterwechsel einer sorgfältigen, bedarfsgerechten Prüfung, bevor sie wieder auf den Markt kommt.« Auch zwischendurch führe man Begutachtungen durch, damit die städtischen Immobilien immer gut in Schuss seien. Steht eine städtische Wohnung dem Wohnungsmarkt für eine Vermietung zur Verfügung, wird sie in eine Liste eingetragen. Dort können Interessenten sich einen Überblick verschaffen. Einen häufigen Mieterwechsel gibt es in Rosbach nicht. Kruse: »Viele Mieter bleiben bis an ihr Lebensende in ihren Wohnungen.« Das liege nicht zuletzt auch an dem günstigen Mietpreis.

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In der Vier-Zimmer-Wohnung sind die Elektro- und Sanitär-Einrichtungen erneuert, Fußböden und Wände neu belegt, Heizkörper und Türen ausgetauscht worden © Edelgard Halaczinsky
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Lediglich die Fenster der städtischen Wohnung sind noch alt. © Edelgard Halaczinsky

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