1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis
  4. Rosbach

»Wie macht er das nur?«

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Edelgard Halaczinsky

Kommentare

koe_Friedrich1_160622_4c_1
koe_Friedrich1_160622_4c_1 © Edelgard Halaczinsky

Rosbach (sky). Wer bei Zauberei noch immer an schwarze Zylinder und weiße Kaninchen denkt, hat nicht mit der Zeit Schritt gehalten. Am Sonntag präsentierte der Karbener Nicolai Friedrich an der Nieder-Rosbacher Wasserburg moderne Zauberei voller Raffinesse, gewürzt mit einer kräftigen Prise Humor und garniert mit klassischen Tricks in atemberaubendem Tempo.

Locker plaudernd und - so ganz nebenbei - Tricks aus der Tasche ziehend, stand er auf der Bühne und begeisterte sein Publikum mit verblüffenden Kunststücken, die weit über die Welt der Zauberei hinaus gehen. Nicht umsonst nennt er sich Magier und Mentalist, denn auch Gedanken lesen, oder diese zumindest zu beeinflussen, ist eine seiner Gaben.

Scheinbar mühelos ließ er Seilenden verschwinden und auftauchen, einen Tisch durch die Luft tanzen oder Weinflaschen ihren Ort wechseln. Die Frage, wie er das macht, sollte man ihm dabei lieber nicht stellen. Denn Friedrich wäre wohl der Letzte, der das verraten würde. Da war es angeraten, sich auf seinem Stuhl zurückzulehnen und sich dem Staunen hinzugeben. Oder sich von der Schrecksekunde zu erholen, wenn einer der Tricks jäh und lautstark seinen Höhepunkt erreicht hatte.

Es wurden Naturgesetze außer Kraft gesetzt, Gedanken gelesen und Lottozahlen erraten. Selbst ein Foto der Liebsten überstand unversehrt den Weg durch zahlreiche Hände und Angriffe. Zurück blieb stets die Frage »Wie macht er das nur?«. Und ein ungläubiges Kopfschütteln.

Die Nähe zum Publikum war eins der Patentrezepte, mit denen Friedrich seine Show ausgestattet hatte. Er lud Zuschauer zu sich auf die Bühne oder mischte sich unter das Publikum. Stets begleitet von einem spitzbübischen Lächeln und der Gewissheit, dass das scheinbar Unmögliche unter seinen Händen doch möglich wird, machte er sein Publikum zu Teilhabern an einer Reise in eine andere Wirklichkeit. Mit Hilfe von Psychologie, Suggestion, Intuition und magischen Techniken gelang es Friedrich, in die Köpfe anderer Menschen einzudringen und sie zu Zeugen unerklärlicher Experimente zu machen.

Trotz des rasanten Tempos, mit dem er durch die Welt der Zauberei jagte, gönnte er sich hin und wieder den Test, ob die verblüfften Zuschauer ihm noch gedanklich hatten folgen können. Mit einer kurzen (Denk-)Pause und einem verschmitzten Blick in die Runde vergewisserte er sich, dass alle noch voll bei der Sache waren- Und weiter ging es mit schwebenden Tüchern, der »stillen Post« oder Kartentricks.

Oft übertrug der Zauberer seine mentalen Fähigkeiten auf seine Gegenüber - und das in einer Geschwindigkeit, die kaum Zeit zum Überlegen ließ. Kein Wunder also, dass Friedrich 1997 - also im Alter von 23 Jahren - vom Magischen Zirkel zum Magier des Jahres gewählt wurde. Zahlreiche internationale Auszeichnungen begleiten ihn seitdem, doch seiner Heimat Karben ist der junge »Mann von nebenan« stets treu geblieben.

Mit außergewöhnlicher Bühnenpräsenz überträgt er die Lust und Freude an seiner Arbeit auf das Publikum - lässt ihm aber keine Chance, seine Kunst zu durchschauen. Sein Charme und komödiantisches Talent haben ihm die Türen zu internationalen Bühnen geöffnet.

koe_Friedrich2_160622_4c_1
koe_Friedrich2_160622_4c_1 © Edelgard Halaczinsky

Auch interessant

Kommentare