+
Schwer beladen: Mit der Ernte ihrer Zuckerrüben in der zurückliegenden Kampagne sind die Bauern in der Wetterau zufrieden.

Landwirtschaft in der Wetterau

Rübenernte soll um 20 Prozent steigen

Beim Wetterauer Rübentag in Florstadt konnte Matthias Mehl, Vorsitzender des Verbandes Wetterauer Zuckerrübenanbauer, von einer gut durchschnittlichen Rübenernte im vergangenen Jahr berichten. Die Erlöse haben sich durch steigende Zuckerpreise gegenüber dem Vorjahr verbessert.

Eine frühe Aussaat ab Mitte März, viel Regen bis Juli und anschließend trocken und heiß bis Ende September brachten für die Zuckerrüben gute Wachstumsbedingungen. Mit rund 78 Tonnen je Hektar Rübenertrag, bei 18,1 Prozent Zuckergehalt, wurde 2016 eine zufriedenstellende Ernte im Mittel der letzten fünf Jahre eingefahren, so Mehl. Diese liegt fast zehn Tonnen Rüben je Hektar über dem Trockenjahr 2015, allerdings noch zehn Tonnen unter dem Rekordertrag des Jahres 2014.

Die Zuckerpreise haben die im Vorjahr erreichte Talsohle von rund 400 Euro je Tonne Zucker durchschritten, aktuelle Preisnotierungen zeigen in Richtung 500 Euro je Tonne. Die Vergütung der Rüben hat sich durch dieses Marktumfeld verbessert und die weiteren Marktaussichten sind durch die weltweit stagnierende Erzeugung bei kontinuierlich steigendem Verbrauch aktuell positiv, stellte Mehl fest. Die EU-Quotenregelung für Zucker ist ab 1. Oktober 2017 Geschichte. Daraus ergeben sich Risiken aber auch Chancen.

Eine Preisgarantie für Erzeuger und Fabriken besteht nicht mehr, andererseits können die europäischen Zuckerhersteller neue Absatzmärkte in Europa und weltweit erschließen. Wegen optimaler natürlicher Produktionsbedingungen für Zuckerrüben in der Wetterau und den guten Organisations- und Verarbeitungsstrukturen mit den Fabriken in Wabern und Offstein sollen die Chancen des freien Marktes genutzt werden.

Die Wetterauer Rübenanbauer wollen den Anbau in diesem Jahr um rund 20 Prozent ausdehnen. „Damit lasten wir die vorhandenen Produktionskapazitäten aus, senken die Stückkosten und schaffen zusätzliche Wertschöpfung für unsere Region“, erläutert der Verbandsvorsitzende.

„Zudem ist die Wetterau ein idealer Standort für Zuckerrüben mit hohen stabilen Erträgen und die Rübe ein wichtiger Bestandteil einer notwendigen Fruchtfolge im Ackerbau.“ Um den Bauern und dem Verarbeitungsunternehmen Südzucker Planungssicherheit zu geben, sollten bereits nach der Aussaat ab Mai die Verträge zur Ernte 2018 erfolgen.

Die Anbauer haben auch für 2018 die Chance, auf Basis ihrer anderen Lieferrechte mehr Rüben zu kontrahieren und damit den Rübenanbau abzusichern, so Mehl. Dies werde gelingen, „wenn sich der Zuckermarkt weiter positiv entwickelt und der Rübenpreis einen wettbewerbsfähigen und attraktiven Beitrag im Vergleich zu anderen Kulturen ermöglicht.“ fnp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare