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Schaden am Heizkessel

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Auf der Rückseite des Vulkaneums befindet sich die Heizzentrale für das Schottener Nahwärmenetz. © Stefan Weil

Schotten (sw). Die Heizzentrale des Nahwärmenetzes in der Schottener Innenstadt ist defekt. Der Schaden ist im mit Hackschnitzeln betriebenen Kessel der Anlage entstanden, der daher außer Betrieb gesetzt worden ist. Nach Angaben der Stadtverwaltung hat sich vermutlich der Rostwagen verkeilt. Die Stadtverordneten stimmten daher während ihrer jüngsten Sitzung überplanmäßigen Ausgaben in Höhe von 55 000 Euro für die Behebung des Schadens beziehungsweise zur Sicherstellung der Energieversorgung zu.

Hot Mobil soll gemietet werden

Der Rostwagen dient zur Verteilung der Hackschnitzel innerhalb des Brennraumes und zur Weiterbeförderung der Asche. Durch die Verkeilung sei ein hydraulischer Antrieb gerissen, als Folge der entstandenen Hitze in der Brennkammer habe sich der Rost komplett verzogen, erklärte die Stadtverwaltung. Der Schaden könne nur durch die Erneuerung des Rostwagens behoben werden. Da durch die extreme Hitze auch Teile der Schamottsteinauskleidung beschädigt worden seien, müsse diese ebenso ausgetauscht werden.

Laut einer Fachfirma dauere es fünf bis sechs Wochen, bis die notwendigen Ersatzteile geliefert werden können. Bis dahin wird die Heizungsanlage vorübergehend mit dem vorhandenen Ölkessel betrieben. Da er aber nur eine Leistung von 120 Kilowatt hat, wird möglicherweise noch ein sogenanntes Hot Mobil gemietet, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Der Holzkessel hat eine Leistung von 430 Kilowatt. Allerdings seien die Hot Mobils derzeit besonders stark nachgefragt. Der Markt sei daher zum größten Teil abgeschöpft, berichtete die städtische Bauabteilung.

Die Behebung des Schadens wird wohl rund 35 000 Euro kosten. Für den Ölkessel wurden 5000 Liter Öl geordert, bei einem Preis von 1,75 Euro pro Liter. Das ergibt eine Gesamtsumme von 9000 Euro. Die Mietkosten für ein Hot Mobil bewegen sich zwischen 8000 und 10 000 Euro pro Monat. Die Stadtverordneten stimmten daher 55 000 Euro als überplanmäßige Ausgabe zu.

An das Nahwärmenetz sind verschiedene städtische Gebäude wie die Stadtverwaltung, das Vulkaneum, der Bauhof, die Festhalle und das Freibad angeschlossen. Mit den in der Schottener Großgemeinde gewonnenen Hackschnitzeln wird auch das Alters- und Pflegeheim der Schottener Sozialen Dienste versorgt. Demnächst wird noch ein weiteres Privatgebäude in der Vogelsbergstraße angeschlossen, dem stimmten die Parlamentarier einstimmig zu.

Planungen für Erweiterung

In diesem Zusammenhang teilte Bürgermeisterin Susanne Schaab (SPD) mit, dass die Planungen für eine Erweiterung der Heizzentrale in Auftrag gegeben worden seien. Ein Büro werde bis Ende Oktober die Kosten berechnen. »Ein zweiter Kessel hätte den Vorteil, dass wir von Öl völlig unabhängig werden«, erklärte die Rathauschefin. Die Erweiterung der Kesselleistung sei auch die Voraussetzung dafür, das Gefahrenabwehrzentrum anzuschließen. Das werde derzeit noch mit einer Gasheizung betrieben. Und: Mit einem zweiten Heizkessel könne möglicherweise auch noch Strom erzeugt werden.

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