1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

Schatz, gehen wir in die Milchbar?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: red Redaktion

Kommentare

leo_museum1_020622_4c
Die neue Milchbar im Stil der 50er Jahre zählt zweifelsohne zu den Höhepunkten des Museums. FOTO: PETRI © pv

Büdingen (red). Die vielen Arbeitsstunden haben sich ausgezahlt: Am Pfingstsonntag, 5. Juni, öffnet das 50er-Jahre-Museum im Herzen der Büdinger Altstadt nach fast eineinhalb Jahren wieder seinen Neubautrakt. Das Hochwasser am 29. Januar 2021 hatte den Bereich des Museums, in dem sich unter anderem die Milchbar, der Zeitungskiosk, die Bühne, das Kino und der Friseurbereich befinden, vollständig zerstört.

Restaurierung und Neuaufbau

In den ersten Monaten danach musste der gesamte Saal geräumt und kernsaniert werden. Es folgte eine lange Trocknungszeit, bis der Wiederaufbau im Oktober beginnen konnte. Mithilfe einiger Handwerksfirmen und erheblicher Eigenleistung des Museumsvereins entstand ein neuer Ausstellungs- und Veranstaltungsbereich. Einige Ecken des Museums, etwa der Zeitungskiosk und die Vitrinen, konnten restauriert werden. Andere Bereiche waren vollständig zerstört und mussten neu gebaut werden.

Dabei legte der neue Vorstand des Vereins die vor zwölf Jahren entworfenen Planungsskizzen für den Neubau zugrunde. In diesen Skizzen war vorgesehen, eine komplette Einkaufsmeile im Saal zu präsentieren. Dieses Konzept entwickelte der Museumsverein weiter.

Neben dem Zeitungskiosk befindet sich nun in der Kinofront auch ein neuer Elektroladen mit dem Slogan »Haushaltsgeräte helfen der Hausfrau« mit Werkstattnische. Daneben befindet sich der neue Friseurladen »Damen- & Herren-Salon Geissler«, für den der Verein in Eigenleistung ein Haus im Saal gebaut hat. Original Biberschwanz-Dachziegel aus den 50er Jahren zieren das Dach. Helge Arendt, der stellvertretende Vorsitzende, verrät in diesem Zusammenhang einen Geheimtipp: »Im Obergeschoss wohnt Elvis; einfach zweimal klingeln.« Die neue und größere Showbühne wird künftig nicht nur für Konzerte, sondern auch für Sonderausstellungen und als Projektionsbereich für Kinoabende genutzt. Ein weiterer Höhepunkt ist die neue Milchbar mit moderner, für die Gäste unsichtbarer Kühltechnik hinter der 50er-Jahre-Verkleidung.

Spielzeugladen in der Entstehung

Jeder Bereich ist ein Blickfang und fügt sich harmonisch in das Gesamtkonzept der Flaniermeile ein. Der Spielzeugladen jedoch fehlt bislang noch. Bernd Petri, der Vereinsvorsitzende, erklärt: »Den haben wir nicht mehr rechtzeitig fertigbekommen. Der Schaufenstersockel steht bereits. Das Schaufenster, der Überbau und die Ladentüre werden in den nächsten Wochen aufgebaut. Dort wird auch die Blecheisenbahn zu sehen sein, mit der Familie Arbeiter ursprünglich die Sammlung begonnen hat.«

Etwa 1500 Arbeitsstunden

Der Verein hat einen großen Teil des Wiederaufbaus in Eigenleistung erbracht. Es kamen auf diese Weise geschätzte 1500 Arbeitsstunden zusammen. Helge Arendt sagt: »Wir sind froh, dass die Arbeit zu Ende geht. Wir sind alle ziemlich geschafft und werden uns nun eine kleine Pause gönnen.« Und Bernd Petri ergänzt: »Man kann zwar bis zu einem gewissen Grad planen, aber wie das Ganze im Zusammenhang wirkt, sieht man erst am Ende. Umso mehr freuen wir uns über das Lob, das wir bereits erhalten haben. Wir sind sehr auf die Reaktionen unserer Gäste gespannt.«

Dank für Unterstützung

Vor diesem Hintergrund bedankt sich der Museumsverein bei allen Helfern und der Stadt Büdingen für die Unterstützung, will zudem für sie und die Menschen, die sich dem 50er-Jahre-Museum in besonderer Weise verbunden zeigten, noch eine Veranstaltung organsieren.

Der Verein 50er-Jahre-Museum sucht ehrenamtliche Helfer, die bereit sind, etwa drei Stunden wöchentlich im Aufsichtsdienst mitzuwirken. Auf diese Weise ließen sich die Öffnungszeiten der Einrichtung im ehemaligen Gasthaus »Zum Schwanen« auf weitere Tage ausweiten. Aktive des Museums dürfen den Saal einmal jährlich für eine Familienfeier kostenlos nutzen. Interessierte können sich bei Bernd Petri, dem Vorsitzenden des Museumsvereins, unter der Telefonnummer 06042/7082 sowie per E-Mail an info@50er-jahre- museum.de melden. Das Museum (Auf dem Damm 3) ist aktuell freitags und samstags von 14 bis 17 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 17 Uhr geöffnet. red

Auch interessant

Kommentare