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Schnäppchenjäger schon früh unterwegs

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Sabine Hau und Holger Merz bieten viel Historisches aus längst vergangenen Zeiten an. © Stefan Weil

Michelbach (sw). Zum dritten Mal hatte der »Förderverein der Ortschaft Michelbach« zu einem Dorfflohmarkt eingeladen. Auch diesmal war die Veranstaltung - bei schönstem Sommerwetter - erfolgreich, wie der Vorsitzende Heiko Vierheller mitteilte. »Die Rückmeldungen von den Standbetreibern sind überwiegend positiv.« Rund 35 Haushalte hatten mitgemacht, verteilt über das ganze Dorf.

Auch für Essen und Trinken war reichlich gesorgt.

Zentrale Anlaufstelle dafür war erstmals »Uss Schauen«, der neue Dorfmittelpunkt mit einer großen gepflasterten Freifläche und einem mit zwei modernen Öfen ausgestatteten Fachwerkbackhaus. Kaffee und Kuchen, kalte Getränke und Leckeres vom Backhausofen gab es zur Auswahl.

Das Projekt »Uss Schauen« war nur möglich geworden mit reichlich Fördergeldern aus dem Dorferneuerungsprogramm IKEK und mehreren 1000 Stunden ehrenamtlichen Anpackens zahlreicher Helfer aus dem Dorf.

Offizieller Beginn des Flohmarkts war zwar erst um zehn Uhr, aber bereits in den frühen Morgenstunden wurden die ersten »Flohmarktgänger« in den Straßen Michelbachs gesichtet. Derweil waren die Vorbereitungen vielfach noch im Gang. In den Hofeinfahrten und den Eingangsbereichen vor Häusern, Garagen und Scheunen wurden letzte Utensilien ansprechend platziert, um Kaufanreize zu schaffen.

Dass sich in den vergangenen vier Jahren viele Dinge in den Kellern, auf den Dachböden oder sonstigen Lagerstätten angesammelt hatten, war bei einem Rundgang an der reichhaltigen Auswahl an Ausgemustertem zu erkennen: Bekleidung und Schuhe für warme und kalte Tage, Dinge des täglichen Gebrauchs wie Geschirr, Gläser, Krüge oder Töpfe, Handarbeitsartikel und auch Historisches wie das eine oder andere Möbelstück oder alte Schallplatten. Spielsachen gehörten ebenfalls zu den Angeboten wie auch Sportartikel, Bücher und altes landwirtschaftliches Gerät.

Nur wenige

unhöfliche Drängler

Ein Lageplan der Stände und der Hinweis auf Parkmöglichkeiten wie am Ortsrand direkt neben der Landstraße zum Hoherodskopf erleichterten den Besuchern das Zurechtfinden auf der »Flohmarktroute«. Auch diesmal ging der Einzugsbereich des Flohmarkts weit über die Grenzen Schottens hinaus auf die umliegende Region. Die von den Veranstaltern eingerichtete flächendeckende Verkehrsberuhigung auf den Ortsstraßen machte das Flanieren angenehm.

Insgesamt herrschte eine gemütliche, ungezwungene Atmosphäre. Allerdings gab es auch einige unfreundliche »Drängler« mit wenig höflichen Umgangsformen, wie von einigen Standbeschickern zu hören war. Insbesondere wenn es um die Preise ging, habe so mancher Käufer höfliche Umgangsformen vermissen lassen.

Aber insgesamt bot der Tag viel Raum für nette Gespräche zwischen den Einheimischen und den Gästen. Eine ganze Reihe von Besuchern stattete Michelbach zum ersten Mal einen Besuch ab.

Das offizielle Ende des Flohmarktes war im Vorfeld mit 16 Uhr angegeben worden. Da begann das große Aufräumen, denn natürlich wurde nicht alles verkauft und musste wieder eingelagert werden. Voraussichtlich in zwei Jahren können die Dinge erneut ans Tageslicht befördert werden, wenn der nächste Dorfflohmarkt in Michelbach stattfinden wird. Dann soll es wieder am ersten Septemberwochenende sein. Diesmal hatten die Organisatoren die Veranstaltung in den Hochsommer verlegt. »Wegen Corona«, so Heiko Vierheller. »Wir wissen nicht, was im beginnenden Herbst möglich ist und welche Beschränkungen es dann geben wird.«

Am neuen Dorfmittelpunkt war mit dem Abbauen der Stände noch lange nicht Schluss. Die Veranstaltergemeinschaft der Michelbacher Vereine hatte zu einem Dämmerschoppen eingeladen. Das Duo »Sven und Holger« aus Ober-Mockstadt sorgte mit einer steirischen Harmonika und Trompete für viel Stimmung. Die Anlage hat ihre Feuertaufe als neuer Dorfmittelpunkt und als Ort zum längeren Verweilen bestanden.

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