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Schnelle Hilfe von guten Freunden

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Der Motorschlitten des TGV Schotten wurde der Bergwacht kurzfristig für die Bergung Verunglückter zur Verfügung gestellt. © Stefan Weil

An Wochenenden herrscht in den Ausflugsgebieten auf dem Hoherodskopf, rund um den Taufstein und auf der Herchenhainer Höhe Hochbetrieb. Viele Menschen, die Wintersport treiben - da ist es wichtig, die Bergwacht zu haben. Die muss aber auch allzeit mobil sein, um im Fall der Fälle Hilfe leisten zu können. Auf die war aber jetzt die Bergwacht selbst angewiesen.

Wenn die Schneeverhältnisse Skilaufen und Rodeln ermöglichen, so wie in diesem Winter seit Ende November mit nur einer Unterbrechung über den Jahreswechsel, dann zieht es die Menschen hoch auf die heimischen Mittelgebirge. Sicherheit spielt dabei eine große Rolle: Regelmäßig haben an den Wochenenden die Mitglieder der Schotter Bergwacht bereitschaft Dienst. Von ihrer Unterkunft beziehungsweise Rettungsstation aus direkt neben dem Berggasthof auf dem Hoherodskopf können sie schnell bei einem Unfall oder gesundheitlich beeinträchtigten Ausflüglern zur Hilfe kommen und sie zuerst versorgen.

Geeignet auch für unwegsames Terrain

Ein wichtiges Hilfsgerät ist der Motorschlitten, mit dem die Bergwacht-Aktiven auf dem Skipisten und Langlaufloipen Verunglückten auch im unwegsamen Gelände und bei größeren Schneemengen erreichen können. Zum Transport zur Rettungsstation auf dem Hoherodskopf oder zu einem Rettungswagen des Notdienstes steht ein spezieller Schlitten zur Verfügung, auf dem die Patienten sicher gelagert werden können.

Bei einer Erkundungsfahrt am vergangenen Samstag auf dem langen Rodelhang in Richtung Breungeshain ereilte die Rettungskräfte der Bergwachtbereitschaft allerdings selbst eine »Notlage«, wie Bereitschaftsleiter Martin Caspari mitteilt. »Plötzlich versagte der Motorschlitten seinen Dienst«, schildert der Bereitschaftsleiter die missliche Situation im dichten Nebel. »Das Gefährt blieb mitten auf dem Hang stehen. Eine erste Analyse lässt auf einen Getriebeschaden schließen.«

Dringlichstes Problem war zunächst die Frage, wie der Motorschlitten hangaufwärts zurück zur Unterkunft kommen soll. Martin Caspari nahm daher Kontakt mit dem TGV Schotten auf. Die Skiabteilung hat zur dieser Saison einen neuen Motorschlitten angeschafft, nicht zuletzt dank zahlreicher Spenden. Der Motorschlitten wird zur Loipenpräparierung eingesetzt. Gegenüber dem großen Loipenfahrzeug des Naturparks Vulkanregion Vogelsberg kann er auch schon bei geringen Schneehöhen zum Einsatz kommen, was eine sehr sinnvolle Ergänzung zu dem Service des Naturparks für die vielen Wintersportler darstellt.

Erwin Mengel, Ehrenvorsitzender des TGV, musste aber dem Ansinnen, das mehrere 100 Kilogramm schwere Einsatzfahrzeug der Bergwacht abzuschleppen, eine Absage erteilen. »Das schafft unser Schlitten nicht, die Last wäre zu schwer. Dafür ist das Gerät nicht konstruiert.« Mengel hatte aber einen guten Tipp parat: Eine Anfrage beim Skilift-Betrieb Wiegand, ob nicht der große Pistenbully für den Hilfsdienst genutzt werden könne. Johann Kreismann, der für die beiden Lifte auf dem Hoherodskopf beziehungsweise dem Breungeshainer Hang zuständige Mitarbeiter, ließ sich nicht lange bitten. Er hängte den nicht mehr fahrbereiten Motorschlitten der Bergwacht an sein Pistenfahrzeug und zog es zum Plateau vor den Berggasthof hoch. Von hier war es dann für die Aktiven der Bergwacht möglich, den restlichen Weg zur Unterkunft alleine zu schaffen.

Gerät ist über 20 Jahre alt

Jetzt muss eine genaue Schadensdiagnose erstellt und über eine mögliche Reparatur entschieden werden. Problematisch könnte in diesem Zusammenhang das Alter des Schlittens bei der Beschaffung eventuell benötigter Ersatzteile werden. Das winterliche Einsatzfahrzeug wurde vor über 20 Jahren in den Dienst gestellt.

Trotz des derzeit nicht fahrbaren Schlittens ist die Einsatzbereitschaft der Bergwacht gewährleistet. »Damit unsere Helfer im Ernstfall trotzdem zum Notfallort auf Pisten oder Loipen kommen können, stellte noch am Samstag der TGV Schotten völlig selbstverständlich seinen neuen Motorschlitten übergangsweise der Bergwacht zur Verfügung«, betonte Martin Caspari. »Es ist schön, gute Freunde zu haben, die bereit sind, in Notsituationen schnell zu helfen.«

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Mit dem großen Pistenbully des Skiliftbetriebes Wiegand wird der Motorschlitten der Bergwacht abgeschleppt. © pv

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