Büdesheim feiert 1200 Jahre Ortsgeschichte

Sie bringen ihr Dorf zum Beben

Im ganz großen Stil will der Schönecker Ortsteil Büdesheim in diesem Jahr seinen Geburtstag feiern. Denn es gibt einen ganz besonderen Anlass: 1200 Jahre Büdesheim. Nun stellen die Organisatoren ihr breit gefächertes Programm vor.

Erstmals wurde das kleine Dorf Büdesheim, damals noch unter dem Namen Butensheim, in einer Schenkungsurkunde an den Abt des Fuldaer Klosters um 817 erwähnt. Auch wenn sich die Historiker heute einig sind, dass die Gründung des Dorfes weit früher stattgefunden haben muss, so wird das Jahr 817 trotzdem als das Geburtsjahr für Büdesheim festgelegt.

Und weil das Dorf vom frühen Mittelalter bis heute viel erlebt und auch viel zu erzählen hat, beschließt Ende 2015 eine Gruppe Büdesheimer um den damaligen Ortsvorsteher Gerald Diehl, dieses Datum größer zu feiern. Die etwa 30 Personen zählende Gruppe untergliedert sich sehr schnell in zehn Untergruppen, die themenbezogen Veranstaltungen planen und die Organisation des Festjahres in die Hand nahmen.

Nun stellt das Team die gemeinsam erarbeitete und 48 Seiten starke Festschrift vor. Diese bietet Übersicht über das gesamte Programm, erläutert die einzelnen Veranstaltungen und gibt zudem Einblick in die Chronik des Dorfes.

Zu den Veranstaltungen zählen Vorträge der Archäologin Heike Lasch zu den historischen Funden im Bereich von Büdesheim genauso wie von Schriftsteller Rolf Haaser über die viel beachtete Nordlandreise des österreichischen Generalkonsuls Georg Borna, der in der Zeit von 1860 bis 1865 in Büdesheim lebte und das Dorf und die Gemarkung bis zum heutigen Tage prägt. Auf Geschichtliches wird auch der Historiker Bernd Vielsmeier bei seinen Dorfrundgängen aufmerksam machen.

Weitere Höhepunkte sind die Bonifatiuswanderung von Altenstadt über Eichen nach Büdesheim oder die Flurbegehung unter sachkundiger Führung. Weil ein Großteil der Büdesheimer Vereine an den Vorbereitungen und auch an der Durchführung beteiligt sind, ist das Spektrum der angebotenen Veranstaltungen naturgegeben groß. So wird die Andreasgemeinde Büdesheim am 24. Juni ein Chorfestival organisieren, für das sich bereits jetzt schon über 600 Sänger angemeldet haben sollen. Auch finden Ausstellungen statt – zum historischen Büdesheim genauso wie zu Produkten der Streuobstwiesen. Einreihen in den bunten Strauß der Veranstaltungen wird sich natürlich auch das Laternenfest.

„Auch das kann man inzwischen fast schon als historisch bezeichnen, denn es findet in diesem Jahr zum 66. Mal statt“, berichtet der Vorsitzende des Büdesheimer Laternenfest-Vereins und ehemalige Schönecker Bürgermeister Ludger Stüve. Das Motto stehe zwar noch nicht fest, aber irgendetwas mit 1200 Jahres Büdesheim werde es schon sein. Erste Nachfragen zeigten, dass das Interesse an der Teilnahme am Umzug in diesem Jahr deutlich größer sei. Und deshalb werde man das Laternenfest auch um einen Tag verlängern.

Gespannt sein darf man auch auf das Zustandekommen der Luftbildaufnahme über dem Sportgelände des FC 66 Büdesheim, wo Menschen die Zahl 1200 stellen sollen. Bei einem ähnlichen Ereignis in Kilianstädten waren Hunderte von Menschen erschienen und haben eine eindrucksvolle Kulisse gebildet. „Jedes Ereignis ist für sich ein Höhepunkt und deshalb kann man keines hervorheben“, wirbt auch Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) für die vielfältigen Jubiläumsfeiern.

10 000 Euro lässt sich die Gemeinde den runden Geburtstag Büdesheims kosten. Auch wenn das Festkomitee von Beginn an darauf geachtet habe, wie Diehl und Stüve gleich mehrfach betonen, dass die Veranstaltungen durch Hinzuziehung der Vereine möglichst kostendeckend geplant wird. So wird der Zuschuss der Gemeinde in Kleinigkeiten wie Toilettenwagen oder Sicherheitsdienste investiert. Trotzdem wirbt das Komitee weiter für den Kauf der Silbermünze zum Preis von 32,90 Euro im Rathaus Büdesheim. „Der Erlös des Verkaufs kommt dem Fest zugute“, versichert Diehl.

Auch der Verkauf der beleuchteten Schlüsselanhänger im Auftrag des Büdesheimer Laternenfest-Vereins dient den Festtagen. Weitere Einzelheiten können der Festschrift entnommen werden, die kostenlos im Rathaus oder in Geschäften in einer Auflage von 2500 Stück demnächst ausliegen wird.

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