Kilianstädten

Buntes Bündnis tritt AfD-Wahlkampf in Schöneck entgegen

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Erstmals will die Alternative für Deutschland (AfD) in Schöneck Wahlkampf machen. Sie hat für morgen Abend in den Bürgertreff Kilianstädten eingeladen. Widerstand formiert sich.

Die AfD ruft zu einer Wahlkampfkundgebung in Schöneck auf, doch formiert sich in der Bevölkerung Widerstand. Mit einer bunten Menschenkette um den Bürgertreff Kilianstädten stellt sich das neu gegründete „Bunte Bündnis Schöneck“ morgen (Dienstag) einer Wahlkampfkundgebung der Alternative für Deutschland (AfD) im Schönecker Ortsteil Kilianstädten entgegen. Die spontane Aktion soll ein gewaltfreies Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sein.

Die AfD ruft zum ersten Mal in Schöneck zu einer derartigen Veranstaltung auf. Gastgeber der um 19 Uhr beginnenden Veranstaltung ist Wolfram Maaß, Fraktionsvorsitzender der AfD im MKK-Kreistag.

Er kündigt mit Nikolaus Fest, Sprecher der AfD in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf und früherer Vize-Chefredakteur der Bild-Zeitung, und Maximilian Krah, stellvertretender Landesvorsitzender der AfD in Sachsen und davor CDU-Rechtsaußen, gleich zwei prominente Mitglieder an. Der AfD-Direktkandidat im Landtags-Wahlkreis 40, Ulrich Langenbach, wird bei der Veranstaltung sein Programm vorstellen.

Kommentarlos wollen das offenbar eine größere Zahl Schönecker nicht hinnehmen. „Wir wollen nicht in Einzelaktionen, sondern im Bündnis Farbe bekennen, für ein demokratisches Miteinander“, erklärt Kaarlo Friedrich, Pfarrer der evangelischen Andreasgemeinde in Büdesheim.

Laut Friedrich sind fast alle Parteien dabei, die auch im Parlament vertreten sind, sowie alle evangelischen und katholischen Kirchengemeinden Schönecks und Bürger der Kommune. „Die AfD ist bisher noch nicht öffentlich in Schöneck aufgetreten. Man sollte ihr gleich in den Anfängen entgegentreten“, findet Friedrich.

Die Veranstaltung sei keine Demonstration gegen die AfD. Sie solle vielmehr ein Fingerzeig sein, dass es in Schöneck auch andere Positionen gibt, die dem entgegenstehen.

Eine Gegendemonstration sei nicht geplant. Die Veranstaltung bewertet der Pfarrer daher als einen friedlichen Protest für ein solidarisches Miteinander gegen Ausgrenzung und Gewalt. Vielleicht, sagt Friedrich, entwickle sich aus der Aktion ein langfristiges, aktives Bündnis. Widerstand mit friedlichem Wirken sei wichtig „und, dass ein Ort gemeinsam aufsteht“. Für Dienstag (25. September) ab 18 Uhr sind alle Schönecker aufgerufen, bunt und friedlich an der Menschenkette um den Bürgertreff teilzunehmen.

Laut Schönecks Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) spricht rechtlich nichts gegen die Kundgebung mit von der AfD erwarteten 250 Teilnehmern. „Die AfD ist eine anerkannte Partei und die drittstärkste Fraktion im Kreistag“, erklärt Conny Rück. „Die Veranstaltung ist angemeldet.“

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