Betreuung der Sterntalerschule Büdesheim

Container: Kinder sind glücklich

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Diesen neuen Raum zum Spielen hat sich die Büdesheimer Grundschule wirklich verdient: Fast eineinhalb Jahre lang sammelte der Förderverein Spenden, insgesamt 40 000 Euro. Nun sind die drei Containerbauteile eingetroffen – und dürfen auch schon benutzt werden. Doch eine Sache fehlt noch.

Was den neuen Container betrifft, sind Kim, Lilly (beide acht Jahre) und Merle (sieben) sich einig. „Der ist toll, schön hell und riecht ganz neu“, finden die drei Mädchen. Kim ist erleichtert. „Als gesagt wurde, dass wir einen Container bekommen, dachte ich, das wäre so ein Müllcontainer“, gesteht sie kichernd, denn ein bisschen geniert sie sich jetzt für den Gedanken. Doch Lilly und Merle nicken verständnisvoll. „Genau das dachten wir auch! Da sind wir jetzt richtig froh, dass das eigentlich ein ganz normaler Raum ist.“

Erleichtert, wenn auch aus einem anderen Grund, ist auch Nicole Langkamm. Die Vorsitzende des Fördervereins und ihr Team haben fast eineinhalb Jahre lang mit verschiedenen Aktionen Spenden gesammelt. Doch das Engagement ging weit über das Aufstellen von Sparschweinen in Büdesheimer Geschäften hinaus. Halloween-Tombola, Lesenacht in der Turnhalle, Kuchenverkauf, Maifest und Spendenlauf: Mit vielen Ideen hat der Förderverein es geschafft und stolze 36 000 Euro für den Container gesammelt.

Gemeinsam mit einem Grundkapital, das noch aus vorherigen Aktionen vorhanden war, konnten so für insgesamt 40 000 Euro die drei Einzelteile für den Container gekauft, eine Küche für die Mensa angeschafft und Kosten für Kran und Elektriker bezahlt werden. Wenn Nicole Langkamm auf die vergangenen 17 Monate zurückblickt, seit im Oktober 2013 der Startschuss für die Spendenaktion fiel, ist sie mehr als zufrieden. „Es ist richtig gut gelaufen“, zieht sie Bilanz. „Am Anfang wurden wir ja von vielen belächelt, aber wir haben es tatsächlich geschafft!“ Besonders freut sich Langkamm auch darüber, dass der Förderverein die von der Gemeinde Schöneck zugesagte Bürgschaft über 40 000 Euro nicht in Anspruch nehmen musste.

„Aber wir sind der Gemeinde dankbar, denn das hat uns ein wenig Sicherheit gegeben“, betont die Vorsitzende. Anfang März war es nach langen Monaten des Hoffens und Kämpfens endlich soweit: Per Kran wurden die drei Bauteile, die später zu einem 54 Quadratmeter großen Container zusammengebaut wurden, angeliefert. „Der Kran stand in der Kirchgasse und schwenkte die einzelnen Teile über das Dach der Schule auf den Pausenhof“, berichtet Nicole Langkamm. „Das war schon ein abenteuerlicher Anblick.“

Über seine Facebook-Seite ließ der Förderverein seine Mitglieder und Unterstützer an der Aktion teilhaben, stellte Fotos ein. „Schön, einer nach dem anderen . . . Wir sind so happy! Noch mal ein großes Dankeschön an alle, die uns unterstützt haben!“, lautete die dazugehörige Bildunterschrift.

Bis die drei Containerelemente zu einem großen Raum verbunden gewesen seien, habe es noch einmal einen Tag gedauert, und auch ein Stromkabel musste gelegt werden. „Vom 9. bis 11. März hatten wir die Betreuung geschlossen, haben drüben gestrichen und die Möbel und Sachen hier eingeräumt“, so Langkamm. Dann konnte der neue Raum in Betrieb gehen.

Allerdings doch nicht ganz so, wie ursprünglich geplant. Denn eigentlich sollte im Container ja die neue Mensa entstehen, ein Raum, in dem das Mittagessen ausgegeben und verspeist wird. Doch die ist nun im bisherigen Betreuungspavillon untergebracht, gemeinsam mit der neuen Küche.

„Wir sind nach einer Besprechung mit dem Kreis von der Idee abgekommen, die Mensa im Container unterzubringen, weil es um die 10 000 Euro gekostet hätte, die Infrastruktur mit Abwasser und Zuwasser einzurichten“, erklärt Nicole Langkamm. Deshalb wird nun im linken der beiden Pavillon-Räume gegessen, im rechten getobt und gespielt. Der neue Containerraum ist für die Kinder gedacht, die sich etwas ruhiger beschäftigen möchten, zum Beispiel malen oder basteln wollen. Es gibt einen großen Tisch, eine Kuschelecke mit Decken und Kissen, jede Menge Stifte und Papier – und magnetische Wände, so dass die neuen Werke gleich ausgestellt werden können.

Nicole Langkamm und ihr Team sind froh, dass so viele Spender mitgeholfen haben, neuen Raum für die Grundschulkinder zu schaffen. „Das hat mir gezeigt, dass es sich lohnt, Vertrauen in die Mitmenschen zu haben“, freut sich die Vorsitzende. Unter den Spendern sind auch viele Kinder, die einen Teil ihres Taschengeldes gaben – und ein Mann, der sich zum 70. Geburtstag Geld wünschte und dem Förderverein 965 Euro überwies. „Solche Unterstützung ist natürlich grandios!“, bedankt sich Langkamm.

Mehr als 100 Spender sind auf der Webseite namentlich aufgelistet.

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