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Die 51-Jährige bei ihren Pferden 2011

Besitzerin des Reiterhofs getötet

Fünf Monate nach grausamen Gewaltverbrechen in Schöneck: Tatverdächtiger in Österreich festgenommen

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Fünf Monate nach dem gewaltsamen Tod der Besitzerin des Buchwald-Hofes in Büdesheim wurde am Freitag ein Mann in Österreich festgenommen, der im dringenden Tatverdacht steht, die 51-Jährige getötet zu haben. 

Schöneck - Ist der Tot der Reitstallbesitzerin Bianca H. auf dem Büdesheimer Reiterhof "Am Buchwald" vom September vergangenen Jahres nun überraschend aufgeklärt? Die Hanauer Polizei scheint jedenfalls davon überzeugt zu sein. Nähere Einzelheiten zu der Tat und dem Ermittlungserfolg wollte der Sprecher der Hanauer Staatsanwalt Dominik Mies gestern jedoch noch nicht nennen. Vor Pressevertretern teilte er lediglich mit, das gut fünf Monate nach dem Gewaltverbrechen an der Besitzerin des Reiterhofs "Am Buchwald", Bianca H, die Polizei einen 23 Jahre alten Tatverdächtigen vorläufig festgenommen hat. Mit Hilfe ihrer österreichischen Kollegen gelang dies der Polizei am Freitag in den Morgenstunden in Niederösterreich im Bezirk Korneuburg.

23-Jähriger geriet schon kurz nach dem Mord an der Besitzerin des Reiterhofs in das Visier der Ermittler

Der Verdächtige wurde seit einiger Zeit bereits mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Ob die sofortige Vernehmung des Tatverdächtigen allerdings bereits zum Erfolg geführt hat, war gestern Nachmittag nach Aussagen von Mies noch nicht klar. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 23 Jährigen, der auf dem Reiterhof als Hilfsarbeiter beschäftigt war. Nach Aussage eines Mitglieds des auf dem Gut ansässigen Pferdevereins sei der Verdächtige erst acht Wochen vor der Tat eingestellt worden. Er kam vom benachbarten Reitstall "Höhenhof" in Nidderau-Ostheim, wo er länger mit seinem Bruder gearbeitet haben soll. Auf dem Büdesheimer Reiterhof habe er Hilfsarbeiten verrichtet und auch das Gutshaus von außen komplett angestrichen.

Auf dem Reiterhof, der hinter der Koppel zu sehen ist, ereignete sich die furchtbare Tat.

Der Verdächtige wurde seit einiger Zeit bereits mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Ob die sofortige Vernehmung des Tatverdächtigen allerdings bereits zum Erfolg geführt hat, war gestern Nachmittag nach Aussagen von Mies noch nicht klar. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 23 Jährigen, der auf dem Reiterhof als Hilfsarbeiter beschäftigt war. Nach Aussage eines Mitglieds des auf dem Gut ansässigen Pferdevereins sei der Verdächtige erst acht Wochen vor der Tat eingestellt worden. Er kam vom benachbarten Reitstall "Höhenhof" in Nidderau-Ostheim, wo er länger mit seinem Bruder gearbeitet haben soll. Auf dem Büdesheimer Reiterhof habe er Hilfsarbeiten verrichtet und auch das Gutshaus von außen komplett angestrichen.

Zum Thema: Brutale Tat lähmt Büdesheim

Streitigkeiten im Arbeitsverhältnis Auslöser für die Tötung der Besitzerin des Reiterhofs in Schöneck?

"Wir haben ihn in der kurzen Zeit als sehr höflichen und zurückhaltenden jungen Mann erlebt", so das Vereinsmitglied. "Bianca war eine gute Freundin von mir und daher weiß ich auch, dass sie mit der Arbeit des jungen Mannes nicht zufrieden war und ihn deshalb zwei Wochen vor der Tat gekündigt hat", berichtet die junge Frau, die aus persönlichen Gründen nicht namentlich genannt werden möchte. Telefonisch war sie bereits gestern Mittag über die Verhaftung informiert worden. "Der Mann war zwar nie aggressiv und hat mir gelegentlich auch beim Ausmisten geholfen, aber irgendwie komisch ist der mir doch vorgekommen", erzählte die Pferdebesitzerin weiter. Möglicherweise ist es an dem 10.September vergangenen Jahres, dem Tattag also, morgens gegen 9 Uhr zum Streit um die Kündigung und die Bezahlung gekommen. Dies könnte ein mögliches Motiv für die Tat sein.

Als die Getötete am Tattag nachmittags von einer Freundin im Eingangsbereich ihrer Wohnung gefunden wurde, sah es zunächst wie ein Selbstmord aus. Doch schnell kamen Zweifel auf. Erste Gewissheit, dass sich in dem Einfamilienhaus ein Tötungsdelikt ereignet hatte, brachte schließlich die Obduktion der Verstorbenen durch die Gerichtsmediziner. Die stellten nämlich fest, dass der 51-Jährigen gravierende Verletzungen am Hals zugefügt wurden, die tödlich für sie waren. Schnell geriet der Hilfsarbeiter in Verdacht. Die angebliche Beobachtung eines schwarzen Kombis mit zwei Männern stellte sich als reines Ablenkungsmanöver dar. "Ich war an dem Vormittag auch auf dem Hof und habe keine Fremden gesehen und auch keinen schwarzen Kombi, der da hin und hergefahren seien soll", berichtet auch die Pferdebesitzerin.

Mord in Büdesheim: Tatverdächtiger siedelte nach Österreich um

Deshalb ließ die Polizei den 23-Jährigen auch nicht aus den Augen, auch wenn dieser kurze Zeit später nach Niederösterreich umsiedelte und dort wiederum auf einem Reiterhof Arbeit fand. Nach der Auswertung zahlreicher Spuren stand für die Hanauer Ermittler jedenfalls fest, dass der Verdächtige etwas mit dem Tod seiner Chefin zu tun haben musste.

Nachdem sich die Beweise mehr und mehr verdichteten, die für den 23-Jährigen als wahrscheinlichen Täter sprachen, beantragte die Staatsanwaltschaft Hanau schließlich den Haftbefehl, der am Freitagmorgen mit Unterstützung des niederösterreichischen Landeskriminalamtes vollstreckt werden konnte. Von den derzeit laufenden Vernehmungen erhofft sich die Staatsanwaltschaft weitere Erkenntnisse. Sie entscheiden auch darüber, ob dann eine Anklage auf Totschlag oder eventuell sogar auf Mord erhoben wird. Der Tatverdächtige soll nun so schnell wie möglich in die Bundesrepublik überstellt werden. Auch mit dem Reitstall "Am Buchwald" scheint es weiterzugehen. Dieser wird gegenwärtig nicht nur renoviert, sondern es soll auch bereits Interessenten geben, die den Reitstall wieder eröffnen und weiterführen wollen.

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