Profi-Triathletin

Ironman-Siegerin Tine Holst beendet ihre Karriere

  • schließen

Es ist Zeit für ein neues Kapitel in ihrem großen Buch des Lebens. Ihre Motivation und Prioritäten haben sich geändert. Tine Holst gibt ihre Sportlerkarriere als Profi-Triathletin nach sieben Jahren auf und freut sich auf mehr Zeit mit ihrer Familie, ihren Freunden und ihrem neuen Business THCoaching. Den Sport aufgeben, möchte die 38-Jährige aber nicht.

Schöneck - Sie ist entspannt. Sie wirkt gesund und glücklich. In ihrer Wohnung in Kilianstädten frühstücken wir gemeinsam, eine Art kompakten Smoothie in der Müslischale mit Äpfeln, Walnüssen, Aronia-Beeren, Spinat, Proteinen und einem Pulver mit Kokos- und Dinkelflocken. Dazu gibt es Tee.

"Sport war immer mein Leben", sagt Tine Holst und erklärt, dass ihr Körper nach elf Jahren Triathlon dennoch eine Wettkampfpause braucht. Die Langdistanz beim Ironman, die Trainingslager und die vielen Reisen um die Welt waren ihr eine Herzensangelegenheit. Sie ist sich sicher, dass alles, was man mit dem Herzen tut, zum Sieg führt. "Ich stoppe, wenn es gut ist. Ich bin gesund, fit, dankbar und glücklich", sagt sie.

Ihre Augen leuchten, ihre Haut ist makellos, ihr Körper durchtrainiert. Finanzieller Erfolg stand auf ihrer Prioritätenliste nie an erster Stelle. Die Liebe, die Freude und die Leidenschaft beim Training, die vielen Begegnungen mit Menschen und ihre eigene Motivation mit anderen zu leben, war Tine Holst immer wichtiger. In Zukunft möchte sie mehr Zeit für ihre Lieben haben und weiter ihrem Herzen folgen.

Am 8. April 1980 in Nästwed/Dänemark geboren, erlebte Holst gemeinsam mit ihrem drei Jahre älteren Bruder eine sehr schöne und idyllische Kindheit auf dem Land. Sie hatte ein eigenes Pferd und einen eigenen Garten und half ihren Eltern bei der Tierhaltung mit. Schon im Alter von zwei Jahren turnte sie, war mit 15 Jahren Turnlehrerin und gründete in Dänemark die Klasse Turnen mit Musik, die es bis dato so noch nicht gab. Als Holst zwölf Jahre alt war, zog sie mit ihrer Familie nach Jütland. "Meine Eltern kauften ein Race-Segelboot und ich nahm am Wettkampf-Segeln bei den Männern teil", erinnert sie sich. Während ihr Bruder in Dänemark blieb, entschied sie sich, ins Ausland zu gehen, lebte sechseinhalb Jahre am Zürichsee in der Schweiz.

In Kilianstädten ist Tine Holst zu Hause

In einem Trainingshotel auf Mallorca lernte sie vor sechs Jahren ihren Freund Christian und dessen Tochter Lisa kennen. Zu ihrer heute zehn Jahre alten Stieftochter hat sie eine besondere positive Beziehung. Christians und Lisas wegen, zog Holst zunächst nach Bad Vilbel-Massenheim und lebt seit Januar 2016 in Kilianstädten.

Im Triathlon- und Radsport hat sie viele Erfolge erzielt. 2006 lief sie ihren ersten Marathon, 2007 ihren Triathlon in Kurzdistanz im Herbst in Dänemark. Damals konnte sie noch nicht Kraulschwimmen und arbeitete sich mit großem Ehrgeiz nach oben. 2008 folgte ihr erster Ironman in Zürich. "Ich brauchte damals zehn Stunden und 49 Minuten", sagt Holst. Ein Jahr später wurde sie von einem Auto angefahren und erlitt im selben Jahr einen Kreuzbandriss beim Skitraining. Ihr Lebensmotto "Don’t stop believing" half ihr dabei, dass sie nur zehn Monate nach ihrer Operation an der Weltmeisterschaft auf Hawaii teilnahm.

Als Coach hält die Ironman-Gewinnerin Vorträge vor 18000 Hörern

Seit 2012 ist Holst Profi. Ihre Freude und Leidenschaft am Sport wirken ansteckend. Im Juni 2018 startete sie mit ihrem Unternehmen THCoaching. Sie erstellt nicht nur Trainingspläne für Athleten, sondern betreut die Sportler ganzheitlich. Sie hält auch Vorträge für Firmen über Motivation, Sport und Ernährung. "Meinen bisher größten Vortrag habe ich vor 18000 Leuten in Barcelona gehalten." Als diplomierte Physiotherapeutin gibt sie Personaltraining und Kurse in einer Praxis für Physiotherapie und Prävention in Niederdorfelden. Aktiv arbeitet Holst im Online-Coaching und als Personal-Trainerin. Sie ist Stott Pilates Advanced Instructor, Turn- und Skilehrerin. Ihr fachliches Wissen vermittelt sie im Einzelcoaching, in Firmen, bei Seminaren und Workshops.

Sie selbst beschreibt sich als sozialen Menschen, dessen größtes Geschenk es ist, andere Menschen zu einem aktiven und gesunden Lebensstil zu motivieren. Da werden die vielen Pokale (beinahe) zur Nebensache.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare