Niddertalbahn

Probleme mit Dieselloks bremsen Pendler aus

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Die Dieselloks auf der Niddertalbahn sind nagelneu – doch zweimal hat es in der jüngsten Vergangenheit Brände in ihnen gegeben. Das führte jedes Mal zu erheblichen Problemen im Bahnverkehr zwischen Bad Vilbel und Frankfurt. Pendler sind sauer, die Bahn aber beruhigt.

Jeden Tag ist Tobias Klußmann mit der Niddertalbahn unterwegs. Morgens geht es von Kilianstädten aus nach Frankfurt, am Nachmittag wieder nach Hause. Doch was er in der jüngeren Vergangenheit in den Zügen des Stockheimer Lieschens erlebte, erinnert unangenehm an frühere Zeiten.

Bis vor wenigen Jahren donnerten laute Dieselrösser durchs Niddertal von Bad Vilbel via Schöneck und Nidderau nach Stockheim. Die betagten Loks machten immer wieder Mätzchen, was den Betrieb oft stilllegte.

Zwar sind seit Ende 2014 nagelneue Dieselloks der Baureihe 245 unterwegs. Doch die haben nun ebenfalls die Pendler im Stich gelassen. Dreimal innerhalb von nur acht Tagen hätten Loks gebrannt, berichtet Klußmann.

Einmal in Eschersheim, ein paar Tage später in Bad Vilbel habe dann der komplette Zug evakuiert werden müssen. Die vielbefahrene Bahnstrecke Frankfurt–Friedberg wurde jeweils gesperrt, zig Züge mit tausenden Pendlern fuhren verspätet oder fielen aus (diese Zeitung berichtete).

„Aus meiner Sicht ist es nicht zu tolerieren, dass innerhalb von acht Tagen dreimal eine Lok anfängt zu brennen“, sagt der Schönecker. Das sei nicht nur den Pendlern gegenüber „eine Frechheit“, sondern auch gegenüber dem eigenen Personal.

„Man kann doch nicht sehenden Auges innerhalb von drei Tagen eine Lok, die offensichtlich einer erheblichen Störung unterliegt, mit Personal auf die Strecke schicken“, findet der Fahrgast, „und in Kauf nehmen, dass die Maschine erneut anfängt zu brennen.“ Lediglich zwei Fälle bestätigt ein Frankfurter Bahnsprecher auf Nachfrage. Er erklärt zudem: „Es handelt sich nicht in allen Fällen um Brandfälle.“

So habe es sich im ersten Fall – mit dem Zwangsstopp in Eschersheim – um „eine Kraftstoffundichtigkeit verursacht durch eine defekte Kraftstoffleitung“ gehandelt. Im zweiten Fall in Bad Vilbel habe es einen Schwelbrand mit Rauchentwicklung in der Lok gegeben. Der Bahnsprecher gibt aber zu, dass beide Vorfälle „im kausalen Zusammenhang“ gestanden hätten.

Andernorts in Deutschland sind die Dieselloks der Baureihe 245 von Bombardier bereits in Verruf geraten. So gibt es auf der schleswig-holsteinischen Marschbahn-Strecke nach Sylt seit Monaten erhebliche Probleme, unter anderem wegen Mängeln an den neuen Dieselloks. Öllecks, Kühlwasserverluste und verstopfte Rußpartikelfilter wegen einer fehlerhaften Software hatte Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis jüngst der „Sylter Rundschau“ als Schäden genannt.

Im Fall des Stockheimer Lieschen habe es sich dagegen um den „Einzelfall mit einer einzigen Lokomotive“ gehandelt, bemerkt der Frankfurter Bahn-Sprecher. „Wir gehen momentan nicht davon aus, dass es sich um ein Flottenthema handelt.“ Jedoch seien die Untersuchungen seitens Fahrzeughersteller und DB Regio auch „noch nicht vollständig abgeschlossen“.

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