Kita-Streik

Schönecker schreiben offenen Brief

Vielerorts klagen Eltern von Kita-Kindern über den Streik und das, was er Familien organisatorisch abfordert. In Schöneck haben die Elternbeiräte der Kindertagesstätten Löwenzahn und Sonnenwelle

Vielerorts klagen Eltern von Kita-Kindern über den Streik und das, was er Familien organisatorisch abfordert. In Schöneck haben die Elternbeiräte der Kindertagesstätten Löwenzahn und Sonnenwelle ihrer Wut in einem offenen Brief Luft gemacht.

„Im Namen der Kinder und ihrer Eltern fordern wir Sie auf, unverzüglich an den Verhandlungstisch zurück zu kehren“, schreiben die Eltern. „Beenden Sie diesen unsäglichen Streik, von denen bisher nur die Arbeitgeber profitieren, weil selbst nach Abzug einer möglichen Gebührenrückerstattung an die Eltern noch mehrere Tausend Euro der Einnahmen für die Kinderbetreuung bei Ihnen verbleiben.“

Die Leidtragenden seien die Kinder. Denn: „Es findet, wenn man überhaupt Glück hat, einen der raren Notdienstplätze zu bekommen, nur noch eine Aufbewahrung statt“, klagen die Eltern. Den Kindern fehlten ihre gewohnte Umgebung, ihre vertrauten Bezugspersonen und ihre Freunde. Für die Vorschulkinder bedeute der Streik außerdem, dass viele bereits geplante Ausflüge und Termine nicht stattfänden, auf die sie sich schon lange gefreut hätten.

„Für sie ist diese eigentlich schönste Zeit im Kindergarten nun verloren“, heißt es in dem offenen Brief. „Stattdessen sind sie traurig und verstehen die Welt nicht. Soll diesen Kindern ihr Kindergarten so in Erinnerung bleiben?“

Die wenigen Erzieher, die die Notbetreuung übernommen hätten, würden sich liebevoll um die Kinder bemühen. „Aber auch sie gehen nach nunmehr drei Wochen Erzwingungsstreik auf dem Zahnfleisch“, stellen die Elternbeiräte fest. „Kinder, die in der Notbetreuung keinen Platz gefunden haben, werden hin- und hergeschoben zwischen Eltern, Großeltern, Freunden und anderen Verwandten. Jeder Tag sieht anders aus. Es fehlt den Kindern an festen Strukturen und geregelten Alltagsabläufen sowie einer festen Bezugsperson – Faktoren, die in der frühkindlichen Erziehung wichtige Grundsteine legen.“ Für die Eltern sei es mehr als ein Kraftakt, aktuell Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren.

Einige Eltern müssten mit ihrer Kündigung rechnen, andere müssten all ihren Urlaub auf einmal nehmen. Die Eltern fordern Kompromissbereitschaft beider Verhandlungspartner zum Wohle der Kinder.

Der nächste Protest Schönecker Eltern findet am Freitag, 5. Juni, ab 9 Uhr vor dem Kilianstädter Rathaus statt.

(fnp)

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